19.12.2013

Women's Memorial Monument / Vrouemonument in Bloemfontein

Das Women's Memorial Monument (Afrikaans: Vrouemonument) im südafrikanischen Bloemfontein erinnert an die während des Zweiten Anglo-Burischen Krieges (1899-1902) in britischen Konzentrationslagern an Hunger und Seuchen verstorbenen Frauen und Kinder. © Wikipedia

Das Women's Memorial Monument (Afrikaans: Vrouemonument) im südafrikanischen Bloemfontein erinnert an die während des Zweiten Anglo-Burischen Krieges (1899-1902) in britischen Konzentrationslagern an Hunger und Seuchen verstorbenen Frauen und Kinder. © Wikipedia

Detail des Women's Memorial Monument / Vrouemonument in Bloemfontein: Die von Anton von Wouw nach Skizzen von Emily Hobhouse geschaffenen zentrale Bronzegruppe zeigt zwei trauernde Frauen mit einem sterbenden Kind.

Detail des Women's Memorial Monument / Vrouemonument in Bloemfontein: Die von Anton von Wouw nach Skizzen von Emily Hobhouse geschaffenen zentrale Bronzegruppe zeigt zwei trauernde Frauen mit einem sterbenden Kind.

Das Women's Memorial Monument (Afrikaans: Vrouemonument) im südafrikanischen Bloemfontein erinnert an die während des Zweiten Anglo-Burischen Krieges (1899-1902) in britischen Konzentrationslagern an Hunger und Seuchen verstorbenen Frauen und Kinder.

In Bloemfontein, südlich des Ortsteils Oranjesig, steht das markante Ehrenmal an der Memorial Road, umgeben von weit auslaufendem Grasland und in Nachbarschaft zu dem Anglo-Boer War Museum. Im englischen Sprachgebrauch wird das unter Denkmalschutz stehende Bauwerk, als Women's Memorial Monument und in Afrikaans als Vrouemonument bezeichnet. Seine Errichtung und Einweihung am 16.12.1913 ging auf die Initiative des damaligen Präsidenten der südafrikanischen Provinz Oranje-Vrystaat, Martinus Steyn, zurück und sollte an die an Hunger, Erschöpfung und Seuchen verstorbenen Frauen und Kinder der Kriegsgegner, die die britischen Invasoren während des Zweiten Anglo-Burischen Krieges von 1899 bis 1902 in Konzentrationslagern gefangen hielten, erinnern. Die Zahl der Todesopfer unter den Gefangenen wird auf 22.000 bis 28.000 geschätzt. Die Anteilnahme und Betroffenheit unter der burischen Bevölkerung war daher hoch und auch die Ehefrau des Präsidenten, Rachel Isabella Steyn, hatte den Tod einiger Familienangehöriger und Freunde in den britischen Gefangenenlagern zu beklagen. Nach der Einberufung eines Planungskomitees initiierte Martinus Steyn eine Spendensammlung unter der Bevölkerung der Provinz, die, trotz der großen Armut in der Nachkriegszeit, von 1907 bis 1911 die stattliche Summe von 10.000 Pfund einbrachte und sich aus kleinsten Spendenbeträgen zusammensetzte. Die Ausschreibung für einen Entwurf des Vrouemonument gewannen  Frans Soff (1867-1936), ein Architekt aus Pretoria, mit dem Bildhauer Anton van Wouw (1862–1945). Letzterer ließ sich bei dem Entwurf der zentralen Bronzegruppe, die zwei trauernde Frauen und ein sterbendes Kind darstellt, von Skizzen und Beschreibungen der Nationalheldin Emiliy Hobhouse inspirieren, die oftmals Zeugin solcher Szenen gewesen war. Nachdem der Baubeginn von pro-britischen Kräften im Stadtrat von Bloemfontein verzögert worden war und auch der britischfreundliche Premierminister Louis Botha die Errichtung des Denkmals gerne verhindert hätte, wurde das Women's Memorial Monument, dessen Obelisk über 36 Meter hoch aufragt, in Sandstein aus Kroonstad ausgeführt. An der feierlichen Einweihung am 16.12.2013 nahmen etwa 20.000 Menschen teil, während der Ehrengast, die aus England angereiste Heldin und Wohltäterin der damals gefangenen burischen Frauen und Kinder, Emily Hobhouse, schwer erkrankt bei Beaufort Wes die Weiterreise abbrechen mußte. Sie erhielt nach Ihrem Tod im Jahr 1926, ein Ehrengrab am Fuß des Women's Memorial Monument. Dort sind auch Christiaan de Wet, Rev. J.D. Kestell, Martinus und Isabella Steyn bestattet.

Internetseiten: Women's Memorial Monument / Vrouemonument

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