Polla Swart

Paul Stephanus (Polla) Swart ist ein namibischer Biologe, Naturschützer, Rugbyspieler und ehemaliger Direktor der Naturschutz- und Tourismusbehörde Namibias.

Paul Stephanus (Polla) Swart ist ein namibischer Biologe, Naturschützer, Rugbyspieler und ehemaliger Direktor der Naturschutz- und Tourismusbehörde Namibias.

Paul Stephanus (Polla) Swart ist ein namibischer Biologe, Naturschützer, Rugbyspieler und ehemaliger Direktor der Naturschutz- und Tourismusbehörde Namibias.

Paul Stephanus (Polla) Swart wurde am 16.04.1936 als eines von sieben Kindern von Kallie und Fransina Swart auf der Farm Swartskroon in der Nähe von Hochfeld geboren. Seine Großeltern waren Dorslandtrekker, die 1928 aus Angola nach Südwestafrika gekommen waren. Durch seinen Vater wurde er früh mit der Natur vertraut gemacht, für die er bald eine tiefe Wertschätzung entwickelte. Nachdem er in Grootfontein, Otavi und Tsumeb zur Schule gegangen war, bestand er 1954 sein Matrik in Otjiwarongo. Mit einer Studienanleihe von 60 Pfund von der SWA Administration schrieb er sich 1957 für einen B.Sc.-Grad in Zoologie und Sport an der Universität Stellenbosch ein; diesen schloß er 1959 erfolgreich ab. Ein Jahr später wurde ihm das Lehrerdiplom für Hochschulen zuerkannt. Als er 1959 während seiner Ferien in der Tsumeb Mine arbeitete, lernte er seine Frau, die Kunstlehrerin Chrija kennen und heiratete sie im Dezember 1960. Aus der Ehe gingen drei Töchter hervor: Nardia, die Älteste, ist Apothekerin und mit Schalk Coetzee verheiratet; Tana, eine Naturschutzbeamtin, ehelichte André Burger, mit dem sie zwei Kinder, Louis und Laurika, hat. Christelle ist die Jüngste, Künstlerin und mit Jaco Reed verheiratet. 1961 trat Polla Swart eine Lehrstelle für Biologie in Otjiwarongo an. 1963 schloß er seinen Honours-Grad in Zoologie in Stellenbosch ab und absolvierte zugleich seine praktische Laborarbeit über den Klippdachs für seinen M.A.-Grad. In der Zeit, in der er in Tsumeb unterrichtete, 1964, führte er die südwestafrikanische Rugby-Mannschaft als Kapitän an. Sein Bruder Sias Swart war seit 1955 in der südafrikanischen Springbok-Mannschaft aktiv. Von 1962 bis 1966 spielten Polla und zwei seiner Brüder in der südwestafrikanischen Rugby-Nationalmannschaft. Er vertrat sein Land fünfzehn Mal auf internationaler Ebene. Im Januar 1965 trat Polla Swart den Posten des Biologen am Staatsmuseum in Windhoek an. Zu jener Zeit präsentierten Mitglieder des Museumspersonals regelmäßig ihre Forschungsresultate vor einem Ausschuß von Wissenschaftlern, zu denen auch der damalige Direktor der Naturschutzbehörde, Bernabé de la Bat, gehörte. Dieser war so von Pollas Forschungsergebnissen über die bedrohten Schwarznasenimpalas am Kunene beeindruckt, daß er ihm die Tätigkeit des Stellvertretenden Direktors der Naturschutzbehörde anbot. Dieses Amt trat Polla Swart am 01.09.1966 an. Später, als Leiter der Forschungsabteilung der Behörde, setzte er sich umgehend für die Schaffung weiterer Forschungsstellen ein. Ferner spielte er eine wesentliche Rolle bei der Gründung des Etoscha Ökologisches Institut in Okaukuejo (1974), des Namib-Forschungsinstitut in Gobabeb (1975) sowie des Hardap-Süßwasserfisch-Forschungsinstitut (1978). 1969 initiierte er die Publikation des wissenschaftlichen, von der Naturschutzbehörde veröffentlichten Journals „Madoqua”. Es entwickelte sich in eine angesehene Publikationsreihe für naturwissenschaftliche Artikel, die in ca. vierzig Ländern Verbreitung fand und erst der 1990er Jahre eingestellt wurde. 1976 erfolgte Pollas Anstellung als Stellvertretender Direktor für die Abteilungen Forschung und Naturschutz. Nach Bernabé de la Bats Tod trat er am 01.01.1983 das Amt als Direktor für Naturschutz und Tourismus an. Seine Laufbahn war durch außergewöhnliche Leistungen gekennzeichnet. Polla Swart leitete zahlreiche Wildumsiedlungsprojekte und 1988 galt Namibias gut ausgerüstete und erfahrene Tierfangeinheit als die beste der Welt. Als Folge der hervorragenden Arbeit, die in Polla Swarts Direktorat auf dem Gebiet der Tierumsiedlung geleistet worden war, beriet er gelegentlich die Regierungen Angolas, Südafrikas und der Elfenbeinküste. Die unter seiner Führung stehenden Forschungsprojekte, die von Beamten seines Direktorats durchgeführt wurden, umfaßten die Untersuchung der Tollwut bei Kudus, das Betäuben und Einfangen von Elefanten, die Geburtenkontrolle bei Löwen des Etoscha-Nationalparks und das Enthornen von Nashörnern. Die Projekte fanden internationale Anerkennung und wurden später auch in anderen Ländern zur Ausführung gebracht. Obwohl bis 1966 bereits eine Reihe von Naturschutzgebieten, wie die Etoscha-, Daan-Viljoen- und Naukluft-Bergzebra-Parks sowie die Erholungsgebiete bei Hardap und Ai-Ais und die Cape Cross Robben-Kolonie proklamiert worden waren, initiierte Polla während der 70er und 80er Jahre die Proklamation weiterer Naturschutz- und Touristengebiete. Dazu gehörten der Waterberg-Plateau-Park, der Skelettenküsten-Park und der Westküsten-Park sowie die Kurorte am Von-Bach-Damm und in Groß-Barmen. Auf der Farm Hobas am Fischfluß-Canyon ließ er einen Aussichtspunkt für Touristen einrichten. Das bekannte Schloß Duwisib mit seinen wertvollen historischen Sammlungen wurde erworben, 1982 war Polla Swart verantwortlich für die Renovierung Fort Namutonis, als der Etoscha-Nationalpark das 75. Jubiläum begang. 1983 wurde der Namib-Naukluft-Park vergrößert und 1988 das Bernabé-de-la-Bat-Rastlager am Waterberg sowie der Wanderweg im Daan-Viljoen-Tierpark eröffnet. Nach ausgedehnten Verhandlungen mit den Stammesbehörden im Nordosten wurden zwischen 1983 und 1990 die Naturparks an den Popa-Fällen und in Mahangu, Kaudom, Mamili und Mudumu/Nkasa Lupala proklamiert. Mit Ausnahme des Karstveldes und der südlichen Kalahari sind alle Vegetationszonen Namibias in den verschiedenen Naturgebieten und Parks vertreten. Während seiner Dienstzeit vertrat Polla Swart Namibia auf Konferenzen der Internationalen Naturschutz-Union (IUCN) in Madrid, Costa Rica, Buenos Aires und Perth. Er besuchte auch die Versammlungen der Artenschutz-Kommission (SSC), des Permanenten Komitees für Naturparks und CITES. Er wohnte ferner regelmäßig den Zusammenkünften der Südafrikanischen Regionalkommission für Bodenerhaltung und -nutzung (SARCCUS) bei und diente von 1981 bis 1996 als Vorsitzender ihres Permanenten Komitees für Naturschutz. Von 1982 bis 1996 trat er als Vorsitzender der Südafrikanischen Kommission für Elfenbeinverwaltung (SACIM) auf. Er vertrat Namibia auf dem Südafrikanischen Rat für Naturparks und diente auf dem Technischen Komitee des Wasserwesens. Paul Stephanus Swart war weiterhin maßgeblich an der Implementierung gemeinschaftsbasierter Naturschutzinitiativen und der Einrichtung von Hegegebieten sowie an der Gründung der Namibia Nature Foundation (NNF) und von Namibias professionellem Jägerverein beteiligt. Er setzte sich für die Schaffung eines Diplomkurses in Naturschutz ein, der inzwischen an der Universität Kapstadt, dem Technischen College in Pretoria und an der Universität für Wissenschaft und Technologie in Namibia eingeführt wurde. Ende April 1996 trat Polla Swart in den Ruhestand.

Diese Biographie ist eng an einem Text Antje Ottos angelehnt, die die freiberufliche Autorin zum 80. Geburtstag Polla Swarts verfaßt hat und der am 12.04.2016 in der Allgemeinen Zeitung (Windhoek, Namibia) erschienen ist.


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