Nadine Gordimer

Nadine Gordimer (1923-2014) war eine südafrikanische Schriftstellerin und Literaturnobelpreisträgerin.

Nadine Gordimer (1923-2014) war eine südafrikanische Schriftstellerin und Literaturnobelpreisträgerin.

Nadine Gordimer (1923-2014) war eine südafrikanische Schriftstellerin und Literaturnobelpreisträgerin.

Nadine Gordimer wurde am 20.11.1923 als Tochter des aus Litauen eingewanderten jüdischen Uhrmachers Isidore Gordimer und der britischen Jüdin Hannah Meyers, in Springs, Südafrika, geboren und wuchs dort in kleinbürgerlichen Verhältnissen, gefördert von der gebildeten Mutter, auf. Die erste Kurzgeschichte des talentierten jungen Mädchens erschien 1937 in einer Johannesburger Tageszeitung. Ab 1945 studierte sie zwei Semester Geisteswissenschaften an der Witwatersrand University und lernte dort mit dem Schriftsteller Uys Krige einen wichtigen Förderer und Mentoren kennen. Sie schloß 1949 ihre erste Ehe mit dem Zahnarzt Gerald Gavronsky und widmete sich ganz dem Schreiben. Es folgte 1951 die Veröffentlichung einer weiteren Kurzgeschichte in der Tageszeitung New Yorker, 1952 die Ehescheidung und 1953 die Herausgabe ihres ersten Romans The Lying Days. 1954 heiratete sie in zweiter Ehe den aus Berlin stammenden jüdischen Emigranten und Galeristen Reinhold Cassirer, mit dem sie bis zu dessen Tod im Jahr 2001 verheiratet war. Sie unternahm ab 1953 ihre ersten Auslandsreisen, und in den 1960er und 1970er zahlreiche Reisen durch Afrika, Europa und die Vereinigten Staaten von Amerika, wo sie als Dozentin engagiert wurde und kontinuierlich ihr literarisches Gesamtwerk erweiterte, das insgesamt fünfzehn Romane, zweihundert Kurzgeschichten und eine unbekannte Anzahl von Essays beinhaltet. Schon in den 1950er Jahren nahm sie eine noch passiv oppositionelle Haltung gegenüber dem damaligen Establishment Südafrikas ein und flocht ihre gesellschaftlichen Ansichten und Weltsicht in ihre erfolgreichen Romane, die meist von Menschen handeln, die sich in moralischen oder politischen Grenzsituationen befinden, ein. Zentrales Thema ihrer Arbeiten war der damals institutionell gelebte aber auch der gegen die Weißen gerichtete Rassismus der Schwarzen vor und nach der Machtübernahme des ANC in Südafrika. In den 1980er Jahren war sie eine politisch unabhängige Leitfigur der Anti-Apartheidbewegung, die mit zahlreichen weiteren Ikonen des Widerstands, wie Nelson Mandela, Braam Fischer, Ruth Weiss und George Bizos befreundet war. Sie stand zeitweise unter Veröffentlichtungsverbot und unterlag der Zensur. Enttäuscht von den Ergebnissen der ersten schwarzen Regierungen Südafrikas nach 1994, wurde Nadine Gordimer, wie zahlreiche weitere prominente ANC-Unterstützer, eine Kritikerin der grassierenden Korruption, gesellschaftlichen Verrohung und der Ungebildetheit. Im Alter von 82 Jahren wurde die Schriftstellerin von schwarzen Kriminellen in ihrem Haus überfalle und beraubt. Nadine Gordimer, deren letztes Werk im Jahr 2012 veröffentlicht wurde, ist, neben dem Literaturnobelpreis im Jahr 1991, mit zahlreichen weiteren internationalen Preisen und Ehrungen bedacht worden und war Ehrendoktor von vierzehn internationalen Universitäten. Am 13.07.2014 verstarb Nadine Gordimer im Alter von neunzig Jahren in Johannesburg. Sie hinterließ ihre Tochter Oriane (*1950) aus erster und den Sohn Hugo (*1955) aus zweiter Ehe.


Gordimer, Nadine im Namibiana-Buchangebot

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