Ilse Schatz

Die in Namibia geborene deutschstämmige Ilse Schatz (1929-2017) war die Gründerin des Museum Tsumeb und Autorin. Auf dem Foto mit dem Herausgeber ihres 2011 erschienen Buches, Reinhard Balzer.

Die in Namibia geborene deutschstämmige Ilse Schatz (1929-2017) war die Gründerin des Museum Tsumeb und Autorin. Auf dem Foto mit dem Herausgeber ihres 2011 erschienen Buches, Reinhard Balzer.

Die in Namibia geborene deutschstämmige Ilse Schatz (1929-2017) war die Gründerin des Museum Tsumeb und Autorin.

Ilse Schatz wurde am 14.02.1929 als drittes Kind der deutschen Auswanderer Franz und Marie Meng auf Farm Schaffeld bei Grootfontein, Südwestafrika, geboren. Mit ihrer älteren Schwester, Hildegard Meng, besuchte sie dort die Schule. Ihr Bruder Herbert Meng war als Kind an den Folgen einer Malaria-Erkrankung gestorben. Im Jahr 1953 heiratete sie Wolfgang Schatz, dessen Vater, Gustav Schatz, von 1907 bis 1947 Direktor der Otavi Minen- und Eisenbahn-Gesellschaft (OMEG) in Tsumeb war. Ilse Schatz zog mit ihrem Ehemann auf die nahegelegene Farm Otjiguinas, wo sie über viele Jahre als Farmerin lebte und den dort arbeitenden Buschleuten als Hebamme, Ärztin und Lehrerin behilflich war und deren Vertrauen genoß. Das Ehepaar hatte fünf Kinder: Wilfried Schatz, der als Zweijähriger verstarb, Ingrid Schatz, Dietmar Schatz, Jürgen Schatz und Frank Schatz. Motiviert durch ihre Begeisterung für die Ortsgeschichte und ihr Interesse an den Traditionen der Buschleuten, verfaßte Ilse Schatz zahlreiche Aufsätze und Schriften über die Orts- und Technikgeschichte Tsumebs, der dortigen Kupfererzmine sowie dem Leben und den Menschen auf den umliegenden Farmen. Angeregt durch die Notwendigkeit, den umfangreichen dokumentarischen Nachlaß ihres Schwiegervaters angemessen zu archivieren, trug sie sich viele Jahre mit dem Gedanken, ein Museum in Tsumeb zu gründen. Seit 1972 Sekretärin der mit Unterstützung der S.W.A. Wissenschaftlichen Gesellschaft neu gegründeten "Arbeitsgruppe Otavi-Bergland", gelang es ihr, unter der Schirmherrschaft der S.W.A Wissenschaftlichen Gesellschaft und mit finanzieller Unterstützung der O.M.E.G., die Gründung des Museums im Gebäude der ehemaligen Deutschen Schule Tsumeb am 05.04.1975 zu vollziehen. In den Folgejahren trug Ilse Schatz hunderte Exponate zur Orts-, Technik- und Militärgeschichte in der Tsumeber Region zusammen und, erhielt, da das Museum schnell einen guten Ruf erwarb, bald weitere Hilfe, Zuwendungen und Exponate aus dem In- und Ausland. Für ihren jahrelangen ehrenamtlichen Einsatz verlieh ihr 1983 der Bismarckbund die Bismarck-Erinnerungs-Medaille in Bronze. In der Folge erhielt Ilse Schatz zahlreiche weitere Ehrungen: eine Gedenkmünze des Deutschen Bundestages, die Ernennung zur Ehrenkuratorin in der nationalen Denkmalpflege, die Ehrenmitgliedschaft des Windhoek Tauchklubs und der „Namibia Underwater Federation", die für das Museum zahlreiche militärische Hinterlassenschaften der Kaiserlichen Schutztruppe aus dem Otjikotosee geborgen hatte, dann 1997, die Ehrenmitgliedschaft in der Namibia Wissenschaftlichen Gesellschaft (NWG). Die Benennung der 9. Straße in Tsumeb in "Ilse Schatz Road" war die jüngste einer langen Reihe von Würdigungen für ihre unentgeltliche Arbeit für das nationale Erbe ihrer Heimat. Nachdem am 16.03.1987 ihr Ehemann, Wolfgang Schatz, verstorben war, teilte Ilse Schatz mit den Vorstandsmitgliedern des Museum Tsumeb, insbesondere der damalige Technische Leiter der Museums, Fritz Kasdorf (1939-2002), entlastete die 58-Jährige von einigen ihrer Arbeitsbürden. Am 01.02.2003 legte sie schließlich ihre Ämter im Museumsbetrieb nieder und zog im Jahr 2007 in das Susanne-Grau-Heim nach Windhoek, wo sie sich weiterhin gerne mit Familienforschung befaßte, 2011 ihr letztes Buch herausgab und am 04.03.2017 im Alter von 88 Jahren verstarb.


Schatz, Ilse im Namibiana-Buchangebot

Namibia, Tsumeb: Aus den Briefen einer Namibianerin

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Ortsgeschichte und Ereignisse in und um Tsumeb, Namibia gesammelt und berichtet über Jahrzehnte in Briefen und Tagebüchern der Namibianerin Ilse Schatz.

Unter Buschleuten auf der Farm Otjiguinas

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Von den Sitten und Bräuchen der Hain//omn und deren Schamanentum