Hans Merensky

Dr. Hans Merensky (1871-1952) war ein deutscher Geologe, Prospektor, Bergbauunternehmer und Mäzen in Südafrika.

Dr. Hans Merensky (1871-1952) war ein deutscher Geologe, Prospektor, Bergbauunternehmer und Mäzen in Südafrika.

Dr. Hans Merensky (1871-1952) war ein deutscher Geologe, Prospektor, Bergbauunternehmer und Mäzen in Südafrika.

Hans Merensky wurde am 16.03.1871 als viertes Kind des Missionars Alexander Merensky und seiner Frau Marie (geb. Liers) auf der Missonsstation der Berliner Mission, Botshabelo, im Transvaal geboren. Bereits als Kind interessierte er sich für Mineralien und bewahrte sich das Interesse, als die Familie 1882 nach Deutschland zurückkehrte, wo sie in Berlin lebte. nach dem Abitur absolvierte Hans Merensky seinen Militärdienst bei den Gardeschützen in Berlin-Lichterfelde. Im Anschluß an ein bergmännisches Praktikum in Oberschlesien studierte er Geologie in Breslau und später Bergbau in Berlin. Nach dem Ersten Staatsexamen folgte ein dreijähriges Referendariat in der er zahlreiche der damaligen Bergbaureviere Deutschlands besuchte und kennenlernte. Mit dem Ablegen des Zweiten Staatsexamens stieg er 1903 in den Rang eines Preußischen Bergassesors auf. Das darauf folgende übliche Freistellungsjahr, das der beruflichen Orientierung dienen sollte, nutzte Hans Merensky zu einem Studienaufenthalt in Südafrika, wo er sich 1904 als beratender Geologe in Johannesburg selbständig machte und für private und kommerzielle Auftraggeber tätig wurde. Neben der Entdeckung eines Zinnvorkommens bei Pretoria gelang es ihm einen großangelegten Spekulationsbetrug über angebliche Goldvorkommen in Madagaskar von einem Mandanten abzuwehren, der Bergbaugesellschaft Friedländer & Co. Hans Merensky setzte seine freiberufliche Tätigkeit erfolgreich fort und war fast ständig in den damaligen Staaten des südlichen Afrika unterwegs um geologische und bergmännische Gutachten zu geben. Seine Expertisen, die sich stets als richtig erwiesen, waren sehr gefragt. Im Jahr 1908 prospektierte er in Deutsch-Südwestafrika und stellte Diamantenvorkommen an bislang unbeachteten Stellen der Atlantikküste und südlich des Grenzflusses Oranje in Aussischt. Fachkreise widersprachen seinen Folgerungen und erst nach zwei Jahrzehnten sollten sich seine Prognosen in reichlichem Maß als richtig erweisen. Hans Merensky investierte seine stattlichen Honorare oftmals in die Aktien seiner Auftraggeber, gelangte bald zu Wohlstand um diesen zwischen 1911 und 1913 durch die Folgen einer Wertpapierkrise wieder zu verlieren und für bankrott erklärt zu werden. Schwer geschlagen und hoch verschuldet ging er seiner Tätigkeit als Prospektor weiter nach. Im August 1914 ereilte ihn der nächste Schickssalschlag, als er, anläßlich des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges, als deutscher Staatsbürger und Reserveoffizier in einem Lager bei Fort Napier interniert und bis 1919 gefangengehalten wurde. Mittel- und mutlos kam Hans Merensky bei früheren Mandanten und Freunden unter und wagte 1920 einen Neuanfang als Prospektor. Die Auftragslage hatte sich nachteilig verändert, da Privatleute und Unternehmen nur sehr zögerlich in die Exploration von Bodenschätzen investierten und Merensky nur gutachterliche Aufträge blieben, von deren Ertrag er kaum leben konnte. Um 1921 schien die Weltwirtschaftskrise überwunden und brachte Hans Merensky lukrativere Aufträge. In deren Folge wurde er einer der Vordenker der später industriell genutzten Kohleverflüssigung und prospektierte Kohle in Mosambik und Gold, Kupfer, Blei, Zink und Zinn in Südwestafrika. 1924 entdeckte er das nach ihm benannte Merensky Reef bei Lydenburg für das er sich die Schürfrechte für das reichlich vorhandene Platin sicherte. Dieser Fund brachte ihn wieder zu Wohlstand. 1926 besuchte er seine Familie in Berlin, wo ihn die Nachricht von Diamantenfunden in Südwestafrika erreichte. Die Fundorte lagen in der Nähe der 1908 von ihm prognostizierten Gebiete und bewogen ihn nach persönlichen Untersuchungen, im Januar 1927 über die eigens gegründete H. M. Association, Schürfrechte im großen Umfang bei Alexanderbay zu sichern. 1928 verkaufte er seinen Anteil an der Gesellschaft für 1,15 Millionen Pfund an seinen Mitgesellschafter Ernest Oppenheimer. Im selben Jahr gründete Hans Merensky die German Estate and Investment Company und erwarb die Farm Westfalia im Nordost-Transvaal. Anläßlich einer Deutschlandreise erwarb er das Gut Rodenwalde in Mecklenburg, in späteren Jahren das bei Breslau gelegene Gut Süßwinkel. Beide Güter, auf denen er einen Teil seiner Urlaube verbrachte, gingen für ihn als Folge des Zweiten Weltkrieges verloren. Hans Merensky, der seit 1930 seine Farm Westfalia als Lebensmittelpunkt auserwählt hatte und dort landwirtschaftliche Projekte verwirklichte, nahm noch lange am gesellschaftlichen und geschäftlichen Leben in Johannesburg teil, war mit zahlreichen namhaften Zeitgenossen befreundet und erfuhr zahlreiche Ehrungen für seine Lebensleistung. 1946 erschloß der inzwischen 75-jährige auf eigene Kosten ein gewaltiges Phosphatvorkommen und verkaufte die Rechte der Ausbeutung an den südafrikanischen Staat. Am 21.10.1952 verstarb Dr. Hans Merensky auf Westfalia. Wie der unverheiratete und kinderlose Unternehmer es gewünscht hatte, wurde seine Asche dort verstreut. Sein Vermögen hatte er unter die Verwaltung des Hans Merensky Trust gestellt, der 1973 in die Hans Merensky Foundation überging. Der Name und die Bedeutung Hans Merenskys ist, vor allem in Namibia und Südafrika, noch populär. Straßen, Bauwerke und öffentliche Einrichtungen sind dort nach ihm benannt.


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