Diether Lauenstein

Dr. phil. Dr. habil. Diether Lauenstein (1914-1990) war ein deutscher Theologe, Pfarrer der Christengemeinschaft (CG) und Herausgeber der Allgemeinen Zeitung in Windhoek, Namibia. Rechts: 1946, links oben: 1960er Jahre, links unten: 1980er Jahre.

Dr. phil. Dr. habil. Diether Lauenstein (1914-1990) war ein deutscher Theologe, Pfarrer der Christengemeinschaft (CG) und Herausgeber der Allgemeinen Zeitung in Windhoek, Namibia. Rechts: 1946, links oben: 1960er Jahre, links unten: 1980er Jahre.

Dr. phil. Dr. habil. Diether Lauenstein (1914-1990) war ein deutscher Theologe, Pfarrer der Christengemeinschaft (CG) und Herausgeber der Allgemeinen Zeitung in Windhoek, Namibia.

Diether Lauenstein wurde am 08.04.1914 im westfälischen Herford geboren und wuchs als Kind eines Kriegsversehrten und einer alleinverdienenden Mutter auf. Diether Lauenstein studierte von 1935 bis 1939 evangelische und katholische Theologie in Tübingen und promovierte dort. Vor seiner Einberufung zum Militärdienst im Jahr 1940, besuchte er für die Dauer eines Jahres das Priesterseminar der Christengemeinschaft (CG) in Stuttgart. Diether Lauenstein nahm am Frankreich- und ab 1941 am Rußlandfeldzug teil. Schwer verwundet und nach dem Verlust eines Beines wurde er wehruntauglich gestellt und hablilitierte nach seiner Genesung an der Universität Greifswald für den Lehrstuhl Indologie und Indogermanistik. Nach Kriegsende kehrte er nach Herford zurück, arbeitete zunächst erfolgreich als Journalist und war Mitbegründer einer der regionalen Westfalen-Zeitung 1946 nahm er das Studium am Pristerseminar der Christengemeinschaft in Stuttgart wieder auf und wurde am 13.10.1946 zum Priester geweiht. Dieses Amt bekleidete Diether Lauenstein in Tübingen von 1946 bis 1951, wo er ein anthroposophisches Netzwerk unter Studenten aufbaute, war ab 1951 in Essen und ab 1965 in Bochum tätig. Dort war er richtete er Kurse für angehende Ärzte ein, lehrte am Priesterseminar, war an der Einrichtung des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke und der späteren ersten privaten Universität Witten-Herdecke maßgeblich beteiligt und förderte die öffentliche Wahrnehmung der anthroposophischen Arbeit. Ferner war Dr. Diether Lauenstein Mitherausgeber der Reihe Logoi und Autor einiger philosophischer Werke. 1974 schied der konservative Philosoph aus dem aktiven Dienst der Christengemeinschaft aus und wanderte 1975 nach Südwestafrika aus, wo der politische und bewaffnete Kampf um die künftige Macht, Meinungsführerschaft und Allianzen in vollem Gang und unter der damals berechtigten Erwartung dramatischer politischer und gesellschaftlicher Folgen geführt wurde. Mit finanzieller Unterstützung der Hanns-Seidel-Stiftung und mit eigenem Vermögen erwarb Dr. Diether Lauenstein im Jahr 1978 die deutschsprachige, konservativ-liberale Tageszeitung Allgemeine Zeitung mitsamt der angeschlossenen Druckerei und gab dieser, nach der Trennung von dem alteingesessenen Chefredakteur Kurt Dahlmann, eine konservativere, südafrikafreundlichere Prägung und arbeitete kulturell und politisch eng mit der Interessengemeinschaft Deutschsprachiger Südwester (IG) und der Demokratischen Turnhallenallianz (DTA) zusammen. 1981, bis dahin hatte Lauenstein die Redaktion mit zwei Mitarbeitern selbst geführt, stellte er Hans Feddersen als Chefredakteur an. Dr. phil. Dr. habil. Diether Lauenstein verstarb am 28.12.1990 in Windhoek und hinterließ seine Ehefrau Hedwig Dorothea Lauenstein-Herminghaus (1922-2007).

Literatur von Dr. phil. Dr. habil. Diether Lauenstein:

  • Das Erwachen der Gottesmystik in Indien (Dissertation, 1943)
  • Das Hathajoga (Habilitationsschrift, 1945)
  • Der Messias: Eine biblische Untersuchung (1971)
  • Das Geheimnis des Wals. Melvilles Moby Dick und das Alte Testament (1973)
  • Der Lebenslauf und seine Gesetze (1974)
  • Das Ich und die Gesellschaft (1975)
  • Die vier Denkmodelle des Abendlandes (1976)
  • Die Mysterien von Eleusis (1987)
  • Das Alte Testament: Anstöße zu einem neuen Lesen aus der Sicht der Evangelien (1990)
  • Der neu zu schaffende Mensch. Entwürfe und Fragmente zum Alten und Neuen Testament (2001)

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