Zwölf Gedichte von Elisabeth Eybers, von Elisabeth Eybers und Arno Piechorowski

Zwölf Gedichte von Elisabeth Eybers (Hrsg.: Arno Piechorowski) Aldus-Presse; Reicheneck, 1985.

Zwölf Gedichte von Elisabeth Eybers (Hrsg.: Arno Piechorowski) Aldus-Presse; Reicheneck, 1985.

Zwölf Gedichte von Elisabeth Eybers: Hinweis auf 200 Exemplare limitierte Auflage mit Handsignatur des Herausgebers Arno Piechorowski.

Zwölf Gedichte von Elisabeth Eybers: Hinweis auf 200 Exemplare limitierte Auflage mit Handsignatur des Herausgebers Arno Piechorowski.

Poesie ist ein Abdruck von Absonderung und Gemeinsamkeit. Ich vermute, daß einer der Gründe, warum jemand Verse schreibt, der ist, daß es für ihn Dinge gibt, zu intim oder zu ergreifend oder auf den ersten Blick zu unfaßbar oder zu ungereimt, um sie öffentlich mitzuteilen. Sie müssen gesungen, eingeflößt, ausgesendet werden. Für diesen Vorgang haben unsere fernen Vorfahren die Poesie erfunden, jene ewig alten, immer neuen, fremdartigen und doch vertrauten Umwege und Direktverbindungen zwischen Mensch und Mensch. (aus: Zwölf Gedichte von Elisabeth Eybers)

Elisabeth Eybers  

In der jüngsten, gerade zweihundert Jahre alten germanischen Sprache, nämlich dem Afrikaans, das bereits alle modernen Sprachentwicklungen vorweggenommen zu haben scheint, ist eine Literatur entstanden, die bisher in Mitteleuropa nicht zur Kenntnis genommen worden ist. Insbesondere die in den dreißiger Jahren unseres Jahrhunderts zu Worte gekommene Generation von Literaten durchbrach die nationale Isolation und fand in der Erfahrung der Individualität ihre eigene Wahrheit und darin allgemeinmenschliche, formale und somit künstlerische Aussagen, die überall Gültigkeit besitzen, auch bei uns; denn ihr einziger Maßstab ist der ihrer dichterischen Qualität. Zu dieser Literatengeneration gehören Namen wie N. P. van Wyk Louw, W. E. G. Louw, Uys Krige, D. J. Opperman und Elisabeth Eybers, die erste Frau in der modernen afrikaansen Literatur. Elisabeth Eybers wurde 1915 in einem bücherfreundlichen Pastorenhaus im ländlichen West-Transvaal geboren, wuchs zweisprachig auf, englisch- und afrikaanssprechend, studierte mit siebzehn Jahren in der Großstadt Johannesburg Literatur, schrieb mit einundzwanzig als Journalistin Literaturessays von programmatischer Klarheit, debütierte gleichzeitig mit ersten Gedichten, die aufhorchen ließen, war mit zweiundzwanzig verheiratet und veröffentlichte in der Folge der Jahre Gedichtbände, die sie schnell als eine prägnante Gestalt in der Gruppe der Dreißiger bekannt werden ließen. In ihren von der Form bestimmten Versen, in denen Melodie und Rhythmus sensibel gewahrt werden, reifen poetische Kunstwerke, die ihre Erfahrungen und Hoffnungen, Gefühle und Zwänge als Frau und Mutter, Liebende und Mitlebende dichterisch artikulieren. Nach dem Ende ihrer Ehe zieht sie 1961, mit sechsundvierzig Jahren, in eine andere Welt, nach Amsterdam in den sprachverwandten Niederlanden. Hier, in der Behauptung inmitten einer fremden Umwelt, weit entfernt von ihrem Mutterland, reift ihre menschliche und künstlerische Kraft, findet sie in der beschwörenden Erinnerung das Land ihrer Herkunft, in der Reflexion des eigenen Daseins das Allgemeinmenschliche, in der Erfahrung der Vergänglichkeit die Befreiung vom Altern, in der Öffnung ihrer Subjektivität die Gesetzmäßigkeit dichterischer Gestaltung, in der Bespiegelung ihrer Spracharbeit die Distanz zum eigenen Tun. Ihr Instrumentarium ist dabei die präzise Sprache, Beherrschung von Satz und Bild, Ironie und unprätentiöse Selbstreflexion, urbane Intellektualität und sensible Hingabe an die Eingebung. [...]

Nolens Volens

Suid-Afrika, toe ek jou moes verlaat
nie om jou domheid maar om eie seer
- met tongval wat my land van herkoms meld -
wis ek nog nie dat ek ook as gas sou geld
by hierdie fuif waar hulle jóú trakteer
op amptelike monomane haat.

Nolensvolens

Südafrika, als ich dich verlassen mußte,
nicht deiner Dummheit, sondern eignen Schmerzes wegen
- mit einem Tonfall, der das Land meiner Herkunft verrät -
wußte ich noch nicht, daß ich auch als Gast gelten würde
auf dieser Party, wo sie dich traktieren
mit amtlichem, monomanem Haß.

Dies ist ein Auszug aus dem Gedichtband: Zwölf Gedichte von Elisabeth Eybers, von Elisabeth Eybers und Arno Piechorowski.

Titel: Zwölf Gedichte von Elisabeth Eybers
Autorin: Elisabeth Eybers
Reihe: Aldus-Presse, 22. Ausgabe
Herausgeber und Drucker: Arno Piechorowski
Reicheneck, 1985
Original englische Broschur, Bütten-Druckpapier, 20 x 26 cm, 27 Seiten

Eybers, Elisabeth und Piechorowski, Arno im Namibiana-Buchangebot

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