Wie es am Waterberg zuging, von Else Sonnenberg

Wie es am Waterberg zuging, von Else Sonnenberg. ISBN 9783932030291 / ISBN 978-3-932030-29-1

Wie es am Waterberg zuging, von Else Sonnenberg. ISBN 9783932030291 / ISBN 978-3-932030-29-1

Else Sonnenberg hat 1905 mit ihren Memoiren Wie es am Waterberg zuging die Ermordung ihres Ehemannes und zahlreiche weitere traumatische Situationen im Hereroaufstand verarbeitet.

Else Sonnenberg  

Else Sonnenberg, geborene Täger, wanderte aus, um ihr Glück in der Fremde zu finden. Vier Jahre wartete sie auf ihren Verlobten, der sich im fernen Deutsch-Südwestafrika ein neues Leben aufbaute. Dann 1902, war das von ihr Langersehnte wahr geworden, Gustav Sonnenberg war nach Deutschland gekommen, um seine Braut zu heiraten und in die Ferne zu führen. Else Sonnenberg war nicht unvorbereitet in dieses neue Leben gegangen. Mit großem Eifer war alles und jegliches von ihr aufgenommen worden, was er in seinen Briefen über das Land seiner Tätigkeit geschrieben hatte. Bestimmt hatte sie alles gelesen, was sie über diese deutsche Kolonie finden konnte. […] In Deutsch-Südwestafrika angekommen, lebten die Sonnenbergs in bescheidenen Verhältnissen, bis sie sich, relativ schnell am Waterberg selbständig machen konnten. Mit einem Store, einem Tante-Emma-Laden für die in der Region lebenden Europäer und Herero, war der erste Schritt zu einer eigenen Farm getan. Die wenigen Europäer, Missionare, Schutztruppensoldaten und Händler, lebten dort zusammen mit ihren Herero-Angestellten. Die Herero waren um 1750 als Siedler mit ihren Rindern in das spätere Zentralnamibia eingewandert. Sie hatten die dort lebenden Ureinwohner, San und Damara, unterworfen und dienstpflichtig gemacht. Als Hirtenvolk lebten sie von und für ihre Rinder. Die politische Organisation war feudal und patriarchalisch. Der rinderreichste Herero wurde als Oberhaupt anerkannt. In der zeitgenössischen Literatur werden die Herero pauschal als hochmütig, geizig und anmaßend bezeichnet. Habgier und der Hang zur Unwahrhaftigkeit waren Eigenschaften, die ihnen unterstellt wurden. Else Sonnenberg unterläuft dieser Fehler nicht. Sie sieht den einzelnen Menschen und beurteilt ihn nach ihren eigenen Erfahrungen. Auch die Europäer behandelten ihre Angestellten, der Zeit gemäß patriarchalisch. Sie belehrten, erzogen und straften sie, wie sie es aus Deutschland kannten. Reinlichkeit und gutes Benehmen, Pünktlichkeit und Höflichkeit, Beten und Arbeiten waren die erzieherischen Ziele der Europäer. Und die Herero paßten sich an ihre neuen Dienstherren an, vielleicht nur äußerlich, denn wer Nahrung hat, der konnte in diesem trockenen Land Befehle erteilen. So kommt der Aufstand für die weißen Siedler am Waterberg überraschend. Einige wenige Führer der Herero lassen die Morde ausführen, die besitzlosen Herero nutzen die Stunde, um zu nehmen, was der ehemalige Dienstherr hinterlassen hat. Neben Mord und Plünderung gibt es auch Treue und Unterstützung. Ihre Dienstmädchen bringen sie vor dem plündernden Mob in Sicherheit. Else Sonnenberg beschreibt diese Vorgänge aus eigenem Erleben. Sie verdammt nicht das ganze Volk der Herero, sondern sie unterscheidet nach schuldig und unschuldig. Richtig erkennt sie: „Die Treuen müssen leiden um der Sünden der Ungetreuen, ob sie schwarz oder weiß sind". Über die Verurteilung und Hinrichtung des Mörders ihres Mannes durch ein Kriegsgericht berichtet sie emotionslos und aus der Distanz, so wie sie zum Schluß über die Schicksale ihrer Leidensgenossen und Freunde schreibt. Für sie war dieses Buch eine Befreiung, mit der sie sich die Last von der Seele geschrieben hat. Und mit dem letzten Absatz endete für sie ein Kapitel ihres Lebens, in dem sie, wie sie schreibt, unendlich viel verloren hat.

Prof. Dr. Uwe Ulrich Jäschke, Dresden

Dies ist ein Auszug aus den Memoiren: Wie es am Waterberg zuging, von Else Sonnenberg.

Buchtitel: Wie es am Waterberg zuging
Untertitel: Originalbericht zur Geschichte des Herero-Aufstandes in Deutsch-Südwestafrika
Autorin: Else Sonnenberg
Neuauflage des 1905/06 erschienenen gleichnamigen Buches
Verlag: Uwe Krebs
Wendeburg, 2004
ISBN 9783932030291 / ISBN 978-3-932030-29-1
Broschur, 15x21 cm, 124 Seiten, 11 sw-Abbildungen

Sonnenberg, Else im Namibiana-Buchangebot

Wie es am Waterberg zuging. Ein Beitrag zur Geschichte des Hereroaufstandes

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Wie es am Waterberg zuging ist ein sehr seltenes Buch und Erinnerungen an die Geschichte des Hereroaufstandes.

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