Waterberg. Beitrag zur Geschichte der Missionsstation Otjozondjupa, des Kambazembi-Stammes und des Hererolandes, von Nikolai Mossolow

Waterberg. Beitrag zur Geschichte der Missionsstation Otjozondjupa, des Kambazembi-Stammes und des Hererolandes, von Nikolai Mossolow. ISBN 0620054735 / ISBN 0-620-05473-5

Waterberg. Beitrag zur Geschichte der Missionsstation Otjozondjupa, des Kambazembi-Stammes und des Hererolandes, von Nikolai Mossolow. ISBN 0620054735 / ISBN 0-620-05473-5

Nikolai Mossolow beschreibt in seinem Beitrag zur Geschichte der Region Waterberg auch die der Missionsstation Otjozondjupa, des Kambazembi-Stammes und des Hererolandes.

Nikolai Mossolow  

Kambazembi

Kambazembi, das Haupt des Stammes der Ozonguatjendu war Sohn von Kangombe. Seine Mutter war Schwester von Tjamuaha. (Vater von Maharero.) Nach Heinrich Vedder ist Kambazembi erst nach Tjamuaha's Tode (1862) aus dem Kaokofeld gekommen und sollte etwa 1869 die Gegend um den Mittellauf des Omuramba Uomatako besetzt haben. Rohrbach berichtet, daß der im hohen Alter verstorbene Kambazembi noch im Kaokofeld geboren wurde und in seiner Jugend mit seinem Stamm die Wanderung in die späteren Sitze im weiten Bogen ostwärts über Grootfontein mitgemacht hat. Das Gebiet von Kambazembi erstreckte sich von Okandjoze bis zum mittleren Omuramba Uomatako und von dort bis zum Waterberg. In den Dürrejahren schickte er seine Viehposten nördlich des Waterberges und im Jahre 1879 erreichten sie Otjikoto. 1895 hielt er Wasserstellen Otavi, Okombahe, Otjamukuju, Orupupa und Grootfontein besetzt. Ein abgezweigter Teil seines Stammes setzte sich auf Otjuarongo (Otjiwarongo) nieder. Hahn begegnete 1871 Kambazembi in Ozombu Zondjara, Beiderbecke besuchte ihn 1873 in Otjikururume. Eine Gruppe der Trekburen kam 1885 zu Kambazembi nach Okandjoze, Dr. Hans Schinz, auf dem Weg nach Otjozondjupa, begegnete Kambazembi am 4. September 1886 in Okandjoze, Hugo von Frangois besuchte Kambazembi am 9. September 1890 in Okamaye (Okamaja, in der Nähe von Okandjoze) und berichtete, daß Kambazembi der reichste Herero-Kapitän sei und, daß er keine konstante Residenz hat, da er nomadisierende Lebensweise führt. Eich begegnete Kambazembi 1891 auf Okavitumbika, NO von Osire. Kambazembis bevorzugter Aufenthaltsort war Otjikururume in der Omuramba Uomatako. Die Quelle von Otjozondjupa zog ihn nicht an, da ihr Süßwasser zum Tränken der Rinder sich weniger eigenete als das brackige in dem Omuramba. Außerdem war die Gegend von Otjozondjupa nicht fieberfrei. Die Missionare haben seine Abneigung dagegen nicht verstanden. Missionar Johann Jakob Irle schätzte 1874 die Bevölkerung des Hererolandes und teilte über Kambazembi und seinen Stamm folgendes mit: „Kambazembi wohnt in Otjikururume. Er besitzt etwa 60 Haupt- und Nebenwerften, ist sehr reich und in der Folge dessen ein echter Sohn der Wüste. Auf jeder dieser Hauptwerften mit ihren Nebenwerften mögen etwa 200 Seelen zu rechnen sein. Gesamtzahl 12000. Sie wohnen größtenteils in der nördlichen Omaheke. Kambazembi war offensichtlich in den besten Jahren seines Lebens in seiner Art eine prachtvolle Erscheinung. Für H. Hahn war er ein „schöner Mann und trug mehr Gepräge eines Häuptlings als Maharero." Hahn schätzte ihn jünger als den letzteren. Kambazembi imponierte Beiderbecke sehr und er beschrieb sein Auftreten: „Ein Büschel Straußenfedern auf dem Kopf, ein Löwenfell über die Schulter, so stand der stattliche Mann, sich den Schweiß abwischend vor uns und sagte: „siehe, ich bin da." In Kambazembi lernte ich nicht nur eine stattliche, sondern auch eine liebenswürdige Persönlichkeit kennen. Er sagte: „Es freut mich, daß du zu mir gezogen bist, was aber mein stetes Wohnen auf diesem Platz (Otjozondjupa) betrifft, so kann ich da nichts versprechen. Mein Vater hat mir bei seinem Sterben gesagt, ich solle ein Hirte und ein echter Herero bleiben und solle nicht die Kleider der Weißen tragen. Das Wort ist mir heilig." Irle teilte über Kambazembi als Kuriosum mit, daß letzterer - „von der Kultur angehaucht, sich eine weiße Hose und Jacke kaufte und damit kleidete, und ihn seine Herden anstaunten, um ihn herumsprangen und schließlich vor ihm wegliefen; sie kannten ihren Herren nicht mehr! Kambazembi zog, nicht weniger erstaunt, seine Kultur wieder schleunigst aus und hing sie auf den Ochsenkraal. Da faßten einige seiner Lieblingsochsen die Kleider auf die Hörner und rannten damit in das Dorngebüsch, die ganze Herde hinterher, bis die Fetzen an den Bäumen hingen. Kambazembi aber trug bis zu seinem Tode in der Nähe seiner Herden keine europäischen Kleider mehr!" […]

Dies ist ein Auszug aus dem Buch: Beitrag zur Geschichte der Missionsstation Otjozondjupa, des Kambazembistammes und des Hererolandes, von Nikolai Mossolow.

Buchtitel: Waterberg
Untertitel: Beitrag zur Geschichte der Missionsstation Otjozondjupa, des Kambazembistammes und des Hererolandes
Autor: Nikolai Mossolow
Selbstverlag
Somerset West, Südafrika 1990
ISBN 0620054735 / ISBN 0-620-05473-5
Broschur, 17x24 cm, 56 Seiten, 18 sw-Fotos, 1 Karte

Mossolow, Nikolai im Namibiana-Buchangebot

Waterberg. Beitrag zur Geschichte der Missionsstation Otjozondjupa, des Kambazembi-Stammes und des Hererolandes

Waterberg. Beitrag zur Geschichte der Missionsstation Otjozondjupa, des Kambazembi-Stammes und des Hererolandes

Waterberg-Beitrag zur Geschichte der Missionsstation Otjozondjupa, des Kambazembi-Stammes und des Hererolandes.

Hansheinrich von Wolf und Schloß Duwisib

Hansheinrich von Wolf und Schloß Duwisib

Dies ist eine ortsgeschichtliche Schrift über Schloß Duwisib in Namibia und ihren Erbauer, Baron Hansheinrich von Wolf.

Waterberg. On the History of the Mission Station Otjozondjupa, the Kambazembi Tribe and Hereroland

Waterberg. On the History of the Mission Station Otjozondjupa, the Kambazembi Tribe and Hereroland

This is a well documented, detailed and interesting book on the on the history of Waterberg, the Mission Station Otjozondjupa, the Kambazembi Tribe and what was then Hereroland.

Windhoek heute - Windhoek to-day

Windhoek heute - Windhoek to-day

Windhoek heute - Windhoek to-day beschreibt die Haupstadt und das kulturelle Leben Südwestafrikas in der Zeit 60er Jahre.

Die Geschichte von Namutoni - Die Verhaal van Namutoni - The History of Namutoni

Die Geschichte von Namutoni - Die Verhaal van Namutoni - The History of Namutoni

Die Verhaal van Namutoni - Die Geschichte von Namutoni - The History of Namutoni wurde von Dr. Nikolai Mossolow, der noch viele Zeitzeugen kennengelernt hatte, 1971 herausgegeben.

Windhoek damals; Die Windhoek van weleer; This was Old Windhoek

Windhoek damals; Die Windhoek van weleer; This was Old Windhoek

"Windhoek damals" beschreibt die Stadtgeschichte Windhoeks bis hin zur Aufhebung der deutschen Selbstverwaltung 1915.

Otjikango oder Gross Barmen

Otjikango oder Gross Barmen

Ortsgeschichte der ersten Rheinischen Herero-Missionsstation Otjikango oder Gross Barmen in Südwestafrika 1844-1904.

Otjikango or Gross Barmen

Otjikango or Gross Barmen

The history of the first Rhenish Herero Mission Station in Otjikango/Gross Barmen inSouth West Africa 1844-1904.