Sehnsuchtsland Namibia, von Hannah Schreckenbach

Sehnsuchtsland Namibia: Reiseerlebnisse einer Afrikakennerin, von Hannah Schreckenbach. Palmato Publishing. Hamburg, 2017. ISBN 9783946205135 / ISBN 978-3-946205-13-5

Sehnsuchtsland Namibia: Reiseerlebnisse einer Afrikakennerin, von Hannah Schreckenbach. Palmato Publishing. Hamburg, 2017. ISBN 9783946205135 / ISBN 978-3-946205-13-5

Schon lange hatte Hannah Schreckenbach durch die Arbeit in der GTZ Kontakte zu verschiedenen Personen und Organisationen in Südafrika und auch im ehemaligen Südwestafrika aufgebaut. Nach 1990 wurde es im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit ebenfalls von Deutschland unterstützt und gehörte bei der Arbeit für die GTZ nun zu »ihren« Projektländern. Das Sehnsuchtsland Namibia war näher gerückt.

Hannah Schreckenbach  

Juni 1992: Die erste Reise ins Sehnsuchtsland Namibia

Es war ein kalter Junimorgen, als ich das erste Mal auf dem internationalen Flughafen von Windhoek aus dem Flugzeug stieg. Hier, auf der Südhalbkugel, herrschte noch Winter. Mein erster Eindruck war jedoch nicht die morgendliche Kühle, sondern: »Wie gut Namibia riecht!« Bei jeder Ankunft danach stieg mir dieser besondere, schwer zu beschreibende, ganz eigene Duft in die Nase: trockenes Gras, heißer Wüstensand und süße Blüten - aromatisch angereichert mit dem Geruch feuchter Erde, wenn die Blumenbeete und der Rasen vor den Flughafengebäuden gerade gewässert wurden. Das alles gehörte zu der einmaligen Duftnote des südlichen Afrika, die ich auch schon bei Ankünften in Simbabwe oder Botswana erlebt hatte, aus Ghana aber gar nicht kannte. Zwei Jahre zuvor war das ehemalige Südwestafrika unter dem Namen Namibia unabhängig geworden - am 21. März 1990. Die Geschichte der »Besiedelung« des Landes als ehemalige Kolonie Deutsch-Südwestafrika bis zum Ersten Weltkrieg und danach unter südafrikanischer Mandatsverwaltung war mir vertraut. Denn ich hatte das Sehnsuchtsland meiner Kindheit stets in den Medien beobachtet und alle möglichen Bücher studiert. Dabei hatte ich versucht, nicht dem Mythos der deutschen Kolonie zu erliegen, der auch heute noch in einigen Köpfen steckt. Namibia ist für mich ganz einfach ein afrikanisches Entwicklungsland. Es hat sich von der unmenschlichen Apartheid befreit, strebt seitdem selbstbestimmt nach einer zukunftsorientierten wirtschaftlichen Entwicklung, an der alle Namibier teilhaben sollen, und nach einem friedlichen Zusammenleben seiner unterschiedlichen Volksgruppen. Auf diesem Weg erlebt es die damit verbundenen Schwierigkeiten, Erwartungen und Enttäuschungen, wie ich sie schon in Ghana, aber auch in vielen anderen unabhängigen afrikanischen Staaten miterlebt hatte. Nun war ich zum ersten Mal in das Land der weiten Horizonte gekommen. In ein Land mit ungewöhnlicher, rauer Schönheit, mit den ältesten Wüsten der Erde und mit einer einzigartigen Flora und Fauna. In ein Land, das außerdem den kulturellen Reichtum vieler unterschiedlicher Volksstämme versprach. Ich war schon gespannt auf die Begegnung mit dem Land meiner Kindheitsträume. Mein erster Aufenthalt in Namibia sollte mit Arbeit beginnen. Bei der Konferenz, an der ich teilnahm, ging es um angepasste Technologien (AT) für die Dritte Welt. Sie war die erste dieser Art im unabhängigen Namibia und fand im damaligen Safari Hotel statt. Kollegin Henny, die mich nach Namibia begleitete, baute am Tag unserer Ankunft mit mir zusammen unsere kleine Ausstellung auf. Wir wollten die Arbeiten des Informationsdienstes GATE (German Appropriate Technology Exchange), unserer GTZ-Abteilung, bei der Konferenz vorstellen. Ziel der Tagung war es, über die Förderung von Technologien zur Entwicklung des Landes zu beraten, insbesondere darüber, welche davon der sozialen und wirtschaftlichen Situation Namibias angepasst waren und zur Selbsthilfe anregten. Ich hatte schon seit einigen Jahren mit Wiebke Volkmann in Verbindung gestanden, einer namibischen Architektin der damaligen Stiftung »Namibian Clay House Development Trust« (Namibischer Lehmbau Trust). Mit ihr als Begleiterin konnten wir neben der Konferenz auch einen Blick auf Windhoek werfen. Bei diesem ersten Besuch erinnerte mich Namibias Hauptstadt an eine mittelgroße deutsche Stadt mit ihren verschiedenen, gut erhaltenen und bereits zur damaligen Zeit unter Denkmalschutz stehenden Beispielen wilhelminischer Architektur: z. B. das Erkrath- und das Gathemann-Gebäude, die alte Regierungsschule, die Turnhalle und viele mehr. Aber auch mit den ersten neuen, großen und modernen Verwaltungsgebäuden, Hotels und Supermärkten im Stadtzentrum. Wir waren überrascht, wie viel Grün überall zu sehen war: gepflegte Blumenbeete und Parks, dazu der »Zoopark« von 1897 - der allerdings seit 1962 kein Tiergarten mehr ist. Besonders faszinierte mich der fantastische Ausblick vom Balkon des Restaurants Gathemann auf das Menschengewimmel auf der Hauptstraße um den Uhrenturm herum. Schon vom Stadtzentrum aus sahen wir die neoromanische Christuskirche von 1910, die aus der Silhouette herausragt. Sie wurde, wie auch der dahinter liegende »Tintenpalast«, das 1913 fertiggestellte Regierungsgebäude der Deutschen, vom Architekten Gottlieb Redecker entworfen.  [...]

Dies ist ein Auszug aus: Sehnsuchtsland Namibia, von Hannah Schreckenbach.

Titel: Sehnsuchtsland Namibia
Untertitel: Reiseerlebnisse einer Afrikakennerin
Autorin: Hannah Schreckenbach
Genre: Reisebericht, Reiseerinnerungen
Verlag: Palmato Publishing
Hamburg, 2017
ISBN 9783946205135 / ISBN 978-3-946205-13-5
Kartoneinband, Schutzumschlag, 12 x 20 cm, 346 Seiten, zahlreiche Skizzen

Schreckenbach, Hannah im Namibiana-Buchangebot

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