Rehoboth, Namibia. Past and Present. Eine Zusammenfassung, von Cornelia Limpricht.

Rehoboth, Namibia. Past and Present. Eine Zusammenfassung, von Cornelia Limpricht.

Rehoboth, Namibia. Past and Present. Eine Zusammenfassung, von Cornelia Limpricht.

Dies ist eine Inhaltsbeschreibung des in Englisch verfassten Buches Rehoboth, Namibia. Past & Present, von Cornelia Limpricht.

Cornelia Limpricht  

Das Buch gliedert sich in zwei Teile: Der erste Teil befasst sich mit der Frage, wie sich geschichtliche Ereignisse sowie soziale und kulturelle Eigenheiten bis heute auf das Leben der Rehobother Baster auswirken, wobei es untergründig meist auch um den Erhalt von Landrechten geht. Im zweiten Teil geht es mehr um Aspekte der Landnutzung. Im ersten Artikel wird das Leben der Baster in De Tuin, Nordkap, geschildert und was sie bewog, De Tuin im Jahre 1868 zu verlassen, um sich schließlich 1870 friedlich in Rehoboth, 80km südlich der heutigen Hauptstadt Windhoek, niederzulassen. Die späteren Rehobother Baster waren nicht die einzige Bastergruppe, die aus dem Kap, über den Orange-River zog, auf der Suche nach einem neuen Leben, nach neuen Weidegründen für ihre Tiere. In einem ausführlichen Artikel werden ausgehend von der Geschichte der Rehobother Baster, die Vilander Baster und die sog. Gordonia-Baster vorgestellt; ferner kommt die Fluktuation und gegenseitige Beeinflussung zwischen ihnen zur Sprache, und zwar unter den Gesichtspunkten: Landnahme, Selbstorganisation, Landbesitz, Wirtschaftsweise und Landverlust. Nur die Rehobother Baster waren in der Lage als Gruppe mit eigenem Territorium zu überleben; wenngleich sich die Frage erhebt, wie lange noch ihr Gruppenzusammenhang bestehen bleibt, denn mit der Unabhängigkeit Namibias, hörte ihr Gebiet auf zu existieren. Nach ihrer friedlichen Inbesitznahme von Rehoboth und Umgebung, entschieden sich die Baster, erst im Geheimen, ab 1895 öffentlich, von gemeinschaftlicher auf individuelle Landnutzung umzusteigen, d.h. Farmen als Privatbesitz zu vergeben. Ursächlich dabei waren einerseits vielversprechende Minenexplorationen im Rehobother Gebiet durch die deutsche Kolonialverwaltung, und andererseits zunehmende Diskussionen über die Grenzen des Rehobother Territoriums, welches die Kolonialmacht einzuschränken suchte.

Eine Reduktion des Rehobother Gebietes gelang den deutschen Kolonialherren in erheblicher Weise: Ein separater Artikel untersucht die sog. Schuldfarmen (Debt Farms & Sales of Farms) wie auch den freiwilligen Verkauf von Farmen. Das Thema der sog. `Mischehen´ (während der deutschen Zeit), welches immer wieder von zeitgenössischen Historikern aufgegriffen wird, wurde hier nicht ausgespart: In Form von Einzelstudien, mit Fotos und Karten unterlegt, werden hier – soweit möglich – die Schicksale ganzer Familien aufgezeigt, z.B. die der Familien Denk, Panzlaff, Wede, Peeken, Johr, Polster und Becker. Auch hier spielt die `Land-Thematik´ hinein, da einige der Familien durch die `Baster-Regierung´, d.h. durch den Kaptein und seinen Rat, sog. `Geschenk-Farmen´ erhielten, - jedenfalls bis 1905. In einem separaten Artikel kommt das Leben der Johanna-Susanna Mouton-Wahl (1877 Rehoboth - 1964 Gelsenkirchen) zur Sprache, die 1897 den deutschen Schuster und Schutztruppler Gustav Wahl heiratete. Beide verließen 1925 SWA in Richtung seiner Heimat Ostpreußen, begleitet von acht Kindern.

Das Leben der Johanna-Susanna Mouton-Wahl spiegelt die deutsche Geschichte vom kolonialen Kaiserreich über die Nazi-Zeit in Deutschland, Flucht und Vertreibung aus Ostpreußen bis zur Bundesrepublik. Das Paar war über 65 Jahre verheiratet. Selbst posthum war ihr Leben noch für einen ihren Enkel, der in der DDR aufwuchs, von besonderer Bedeutung, als es ihm 19 Jahre nach der Wiedervereinigung Deutschlands gelang, seine westdeutschen Verwandten in Gelsenkirchen aufzuspüren. Diese Begegnung führte im Frühjahr 2009 nicht nur zu mehr Information über die nie gekannten Großeltern Johanna-Susanna und Gustav Wahl, sondern auch zu einer späten Wiedervereinigung der Familie.

Wie überall heute in Namibia, spielen auch in Rehoboth `die Kirchen´ eine zentrale Rolle im Sozialgefüge des Ortes. Der Artikel gibt einen Überblick über die Entwicklung der wesentlichen Kirchenformen in Rehoboth, und setzt dies in Zusammenhang mit Eckpunkten der Gegenwartsgeschichte. Im Anschluss daran schildert ein ausführlicher Artikel die politische Entwicklung Rehoboths zwischen 1915 und 1976, die als Zwischenphase, als Interim-Phase unter südafrikanischer Dominanz, als Zeit des Wartens auf erneute politische Selbstbestimmung gedeutet wird. Auch hier spielt u.a. die Rolle der Kirche hinein, vor allem die der Rheinischen Missionskirche, deren Haltung gegenüber den Bastern in den Jahren 1915, 1927 und 1959 zu einer Entfremdung von der Rheinischen Mission und nach 1959 zu mehreren Kirchenspaltungen führte.

Parallel dazu – vor allem nach dem nicht erfolgreichen Aufstand der Baster gegen die südafrikanische Herrschaft im Jahre 1925 – kam es zu einer weitreichenden Entmachtung der Basterführung, was in den Jahren nach 1927 bis Mitte der 1970er Jahre zu wiederkehrenden Verhandlungen der Baster über mehr Rechte mit der südafrikanischen Administration führte. Da Südafrika, aufgrund des Mandat-Status von SWA, nicht auf das `Verschwinden´ der Baster hinarbeiten konnte, handelte es nach dem Prinzip von Zuckerbrot und Peitsche, immer wieder Hoffnungen auf Selbstbestimmung der Baster weckend, dann wieder dämpfend. Am Ende dieser lange Kette von Verhandlungen stand das Gesetz 56, welches vom südafrikanischen Parlament 1976 verabschiedet wurde: Paradoxerweise wurde das Gesetz 56, welches das Rehobother Territorium zum Homeland erklärte, international als Meilenstein der Apartheid angesehen, während die meisten Baster es als längst überfällige Gelegenheit zu Selbstbestimmung sahen.

Den negativen Auswirkungen von Gesetz 56 von 1976 nach der Unabhängigkeit Namibias ist ein eigener Artikel gewidmet und zwar vor dem Hintergrund der Landfrage in Rehoboth, der schwierigen Lage der Stadtverwaltung und der Frage der sog. traditional leadership. Mit der Unabhängigkeit wurden die Baster als Gruppe kulturell, `national´ und politisch ausgeschlossen und sind bis heute – wie Mitte 1920 und Mitte 1970 – in eine Diskussion über das Maß ihrer Teilhabe am gegenwärtigen politischen System verstrickt: Der Staat erwartet ihre Anpassung, die aber von einigen Bastern nicht oder kaum erbracht werden kann. Auch wenn der Artikel keine endgültigen Antworten geben kann, so versucht er doch Lösungsmodelle eines Konsenses zwischen dem namibischen Staat und der Bastergemeinschaft aufzuzeigen. Als im Mai 1996 der „Supreme Court of Namibia“ endgültig die Klage der Baster gegen den namibischen Staat wegen der Enteignung von 100.000 ha Gemeinschaftsland um die Stadt Rehoboth abwies, war dies ein schwerer Schlag. Mit anwesend im Gerichtssaal war der New Yorker Rechtsexperte Sidney Harring, der in einem eigenen Artikel darlegt, wie die Gerichtssache behandelt wurde. Bei diesem ersten und bisher auch letzten Prozess über Landrechte von Minderheiten in Namibia, kann er überzeugend Verfahrensfehler auf beiden Seiten nachweisen.

Die ersten beiden Artikel des `Landnutzungsteils´ des Buches behandeln drei Farmen im Nordwesten des Rehobother Gebiets, die Farmen Narais, Duruchaus and Geelkop. Modellhaft stehen diese drei Farmen für drei Farmtypen. Ähnlich zu Biografien des Menschen konnte hier deren Entwicklung ab Ausgabe im Jahre 1890/95 bis heute rekonstruiert werden. Der Leser erfährt dadurch Grundsätzliches zu den Themen Landnutzung und -rechte, Erbfolge und -regeln, sowie den langfristigen Folgeeffekten von farmen mit kleinen Einheiten, schwierigen Eigentumsverhältnissen und Teilzeit-Farmerei. Alle diese Nutzungsformen haben einen Effekt auf die Biodiversität vor Ort. Die Ökologie des Weidelandes der Rehobother Gegend ist das Thema von Dirk Wesuls (Universität Hamburg), der bis 2010 Mitglied im multidisziplinären Forschungsprogramm BIOTA war (zusammen mit I. Zimmermann und C. Naumann). Er schildert die grundsätzlichen Vegetationstypen der Landschaft und gibt dabei klare Hinweise zur einfach zu handhabenden Weidebestimmung für den Landnutzer.

Der namibische Agrarwissenschaftler Ibo Zimmermann (Polytechnic of Namibia) befasst sich mit den Strategien des Feldmanagements, die auch auf kleineren Farmen Anwendung finden können. Auch hier kommen erneut die Farmen Duruchaus, Narais und Geelkop zur Sprache, deren historisch unterschiedliches Weidemanagement nach wie vor ursächlich ist für unterschiedliche Vegetationsmuster.

Zum Abschluss referiert Christiane Naumann die Ergebnisse ihrer Magisterarbeit, die sich mit dem ethnobotanischem Wissen der Basterfarmer beschäftigte. Im Fokus steht das Verhältnis von Mensch und Umwelt: Ausgehend vom individuellen Kenntnisstand analysiert sie die angewendeten Maßnahmen der Farmer und deren Auswirkungen auf die Weide-bzw. Feldbedingungen, vor dem Hintergrund eines leicht verletzlichen Ökosystems.

Dies ist eine Inhaltsbeschreibung des in Englisch verfassten Buches: Rehoboth, Namibia. Past & Present, von Cornelia Limpricht.

Title: Rehoboth, Namibia – Past & Present
Editor: Cornelia Limpricht
Authors: Cornelia Limpricht; Hartmut Lang; Dirk Wesuls; Sidney L. Harring; Ibo Zimmermann; Christiane Naumann
Solitaire Press
Windhoek, Namibia 2012
ISBN 978-99945-73-01-1 Namibia
ISBN 978-3-941602-68-7 Germany
Hardcover, 18x24 cm, 502 pages, 450 photos, maps and images

Limpricht, Cornelia im Namibiana-Buchangebot

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