Namibia. Begegnungen - Erfahrungen - Erinnerungen, von Walter Moritz

Namibia. Begegnungen - Erfahrungen - Erinnerungen, von Walter Moritz. Verlag: Karl Ferdinand Lempp. Spenge, 1980. ISBN 3920707524 / ISBN 3-920707-52-4

Namibia. Begegnungen - Erfahrungen - Erinnerungen, von Walter Moritz. Verlag: Karl Ferdinand Lempp. Spenge, 1980. ISBN 3920707524 / ISBN 3-920707-52-4

Walter Moritz, aus seiner Dienstzeit als Missionar und Pastor in Namibia und Südafrika (1959 bis 1972) ein landes- und sprachkundiger Kenner der sozialen und kirchlichen Verhältnisse, findet, sechs Jahre später, anläßlich eines ersten Wiedersehens im Jahr 1978, deutliche Veränderungen in der Gesellschaft Namibias vor. Von den Begegnungen, Erfahrungen und Erinnerungen an diese Reise erzählt er in dieser Schrift.

Walter Moritz  

Unter Gottes Geleit. Namibia-Reise mit Risiko

Als ich 1978 meine Besuchsreise nach Namibia unternehmen wollte, war gerade der Hcreroführer Clemens Kapuuo ermordet worden. Wir erfuhren die Schreckensnachricht durch das Fernsehen. Konnte man nun angesichts dieser Spannungen die Reise unternehmen? In der Gemeinde in Wallenbrück, in der ich seit meiner Rückkehr aus Namibia 1972 tätig bin, riet man mir, lieber nicht zu fahren. Doch ein ehemaliges Wallenbrücker Gemeindeglied schrieb mir: "Möge der Herr Ihnen gnädig sein und seine schützende Hand über Sie halten. Er wird Sie schon auf den rechten Wegführen und Sie vor Krankheiten und Gefahren bewahren. Legen Sie Ihr Unternehmen in die Hand des Herrn, er wird's wohl machen!" So trat ich meine Reise am 13. April 1978 an. Von Bielefeld aus ging es mit dem Zug bis Düsseldorf und dann mit dem Bus der Fluglinie nach Luxembourg. 10.000 km waren es mit dem Flugzeug bis hin nach Johannesburg, 20.000 km hin und zurück, dazu im Lande selbst noch einmal mehr als 3.000 km per Flugzeug, dann fuhr ich selbst mit dem Auto, benutzte die Eisenbahn, wurde auf dem Motorrad mitgenommen, und ging auch zu Fuß und ließ mich per Anhalter mitnehmen. Und wieviele Begegnungen gab es in Namibia, in Südafrika und in Botswana. Und nichts passierte, alles ging gut. Doch als ich dann nach 6 Wochen wieder zurück nach Deutschland kam und in Bielefeld auf dem Bahnhof abgeholt wurde, erzählte man mir, daß bei einem schweren Autounfall am 2. Pfingsttage zwei junge Menschen aus unserer Gemeinde den Tod gefunden hatten, die dritte, eine Kindergottesdiensthelferin erlag auch noch ihren schweren Verletzungen in Münster in der Klinik. Diese wollten nur einen kurzen Abstecher nach Bielefeld machen. Warum das so sein mußte, können wir nicht ergründen. Wohin wir auch gehen, es liegt nicht an der Entfernung oder dem Verkehrsmittel. Es steht alles in Gottes Hand. Ihm dürfen wir uns anbefehlen und uns seiner Führung anvertrauen. Als ich nach Namibia kam, hatte sich die äußere Unruhe gelegt. Aber dennoch spürte man etwas von der inneren Spannung, die da war. Die Auswirkungen des Mordes an dem Hereroführer zogen auch weiterhin ihre Kreise. Eine Spannung wurde deutlich, nicht nur zwischen Schwarz und Weiß, sondern auch eine Spannung bei den Stämmen unter sich, besonders zwischen Ovambo und Herero. Doch in den Gesprächen, die wir führten, wurde es alsbald deutlich, daß man nicht einfach pauschal sagen kann, die Ovambo oder die Herero! Wenn es einige in dieser oder jener Gruppe sind, können doch nicht gleich alle abgeurteilt werden. Leider werden immer wieder schlechte Erfahrungen einiger auf alle übertragen. Das ist überall in der Welt so, aber es ist nicht objektiv und verführt nur zu Haß und Streit. Ein wenig Angst hatte ich auch, wenn ich mir ausmalte, wie es wohl sein könnte, wenn ich abends mit meinem Gepäck über die Straßen in Windhoek ginge. Doch belehrte man mich bald eines anderen: ich könne ruhig abends in der Stadt spazieren gehen. Die finnische Missionsschwester, die von Botswana nach Windhoek in Urlaub kam, berichtete von der Begegnung mit dem Hererohäuptling in Gobabis. Der fragte sie, ob sie denn keine Angst hätte, nach Namibia zu reisen. Sie entgegnete, ob er denn Angst habe? „Ja", sagte er und zitterte dabei am ganzen Leibe. [...]

Dies ist ein Auszug aus dem Buch: Namibia. Begegnungen - Erfahrungen - Erinnerungen, von Walter Moritz.

Titel: Namibia
Untertitel: Begegnungen - Erfahrungen - Erinnerungen
Autor: Walter Moritz
Verlag: Karl Ferdinand Lempp
Spenge, 1980
ISBN 3920707524 / ISBN 3-920707-52-4
Originalbroschur, 15 x 21 cm, 40 Seiten, 12 sw-Fotos, 1 Kartenskizze

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