Landnahme-Landbesitz-Landverlust. Baster-Territorien in Südafrika und Namibia: 1865-2015, von Cornelia Limpricht

Landnahme-Landbesitz-Landverlust. Baster-Territorien in Südafrika und Namibia: 1865-2015, von Cornelia Limpricht. UCSIN-Windhoek, 2015. Deutschland: ISBN 9783941602939 / ISBN 978-3-941602-93-9; Namibia: ISBN 9789994579198 / ISBN 978-99945-79-19-8

Landnahme-Landbesitz-Landverlust. Baster-Territorien in Südafrika und Namibia: 1865-2015, von Cornelia Limpricht. UCSIN-Windhoek, 2015. Deutschland: ISBN 9783941602939 / ISBN 978-3-941602-93-9; Namibia: ISBN 9789994579198 / ISBN 978-99945-79-19-8

Dr. Cornelia Limpricht stellt die Geschichte der Vilander-Baster und der Gordonia-Baster in Südafrika und Namibia (1865-2015) unter den Gesichtspunkten: Landnahme, Selbstorganisation, Landbesitz, Wirtschaftsweise und Landverlust vor.

Cornelia Limpricht  

Einleitung: Historische Gegebenheiten

Mit der Kolonisierung des Kaps durch weiße Händler und Siedler verschob sich um 1800 die politische Grenze der sog. Northern Frontier immer weiter nach Norden und Nordosten. Vereinfacht dargestellt, führte die Immigration weißer Siedler über insgesamt 200 Jahre hinweg zum Verdrängen der indigenen Khoisan- und Bantubevölkerung, die reagierend auf den Vertreibungsdruck wiederum weitere Migrationsbewegungen auf dem Subkontinent auslöste. An den Schnittstellen der Bewegung und Gegenbewegung entstanden neue Bevölkerungsgruppen gemischten Ursprungs, unter anderem die Baster, um die es hier im Folgenden gehen soll. Ausgestoßen aus beiden Herkunftsgesellschaften, der weißen wie der khoisaniden, bildeten sie, in kleinen Gruppen und Familienverbänden nomadisch mit ihren Herden umherziehend, einerseits unfreiwillig eine Vorhut weißer Besiedelung und andererseits lebten sie in einer Puffersituation zwischen beiden Gesellschaften. 1847 wurde der Orange River zum Grenzfluss des Britischen kolonialen Territoriums. Schon früher - und kurze Zeit danach - hatten sich in einem breiten Streifen südlich des Orange River etliche Baster-dominierte Ansiedelungen und kleine Ortschaften unter dem Einfluss von Missionaren gebildet. Durch die Mission wurden die Baster sesshafter, - Kirche, Krankenpflege, Schule und eine gewisse Interessenvertretung gegenüber der Kolonialregierung durch Missionare boten Vorteile. Um die verschiedenen Missionsstationen kam es zu einer dynamischen Gruppenbildung: - Im Westen waren es in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Kommaggas, Concordia und Steinkopf. Südlich des mittleren Orange River gab es ab Mitte des 19. Jahrhunderts wechselnde Baster-Gemeinschaften in Pella und De Tuin; letzteres hielt sich für ein paar Jahre bis 1868 recht stabil. - Bereits ab 1790 bildeten sich im zentralen Nordosten nördlich des Orange River ein Kette von Griqua-Staaten, die aber - wie Griqualand-West 1871 von der britischen Kolonialregierung oder wie Philippolis schon 1860 vom Oranje Vrystaat - annektiert wurden, was weitere Migrationsbewegungen auslöste (Bl). Von den Baster-Gesellschaften in diesen drei Regionen besteht heute noch diejenige im Namaqualand (Richtersveld) mit der 'Hauptstadt' Steinkopf. Bei den Griquas führten die von Süden und Osten hereindrängenden Trekburen, Diamantfunde in Kimberly sowie auch ihre eigene Uneinigkeit und Zersplitterung ihrer Führung zu ihrer politischen Auflösung, die im Grunde bis heute anhält. Was wurde aus den Baster-Gruppen südlich des mittleren Orange River? Sie standen unter einem zunehmenden Vertreibungsdruck. Ausgehend von De Tuin und Pella gab es mehrere Migrationsbewegungen nach Norden, über den Orange River hinweg: Mitte des 19. Jahrhunderts zogen Baster unter Dirk Vilander (Philander) über den Orange River und ließen sich im 'Niemandsland' von Rietfontein-Mier nieder. 1868 zog eine große Gruppe von Bastern aus De Tuin und wohl auch aus Pella7 unter Leitung ihres Anführers Hermanus van Wyk und in Begleitung ihres Missionars Friedrich Heidmann ins heutige Südnamibia. Sie landeten schließlich 1870 in Rehoboth und Umgebung, wo sie heute einen beachtlichen Teil der namibischen Bevölkerung (2,2%) stellen. Ab 1880 entstand mit Genehmigung der britischen Kolonialregierung für kurze Zeit die Bastergemeinschaft von Gordonia, die sich durch aus dem Süden (Loerisfontein, Schietfontein-Carnavon, Calvinia) nachziehende vereinzelte Basterfamilien entwickelte. Angrenzend an das nördliche Ufer des Orange River siedelten sie um die Missionsstation Olivenhoutsdrift (Upington). Die drei Bastergruppen wussten voneinander, und es bestand im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts ein recht regelmäßiger Austausch zwischen ihnen, sei es durch Baster, die sich aus ihrer Gruppe herauslösten, um meist sich den erfolgreichen Rehobother Bastern anzuschließen, oder sei es durch Missionare der Rheinischen Missionsgesellschaft (RMG). Im Folgenden werden die drei Gruppen vorgestellt und zwar ausgehend von der Geschichte der Rehobother Baster, ferner kommt die Fluktuation und gegenseitige Beeinflussung zwischen ihnen zur Sprache, und zwar unter den Gesichtspunkten: Landnahme, Selbstorganisation, Landbesitz, Wirtschaftsweise und Landverlust, fünf Themengruppen, die sich bei allen drei Gruppen durchziehen.''

Dies ist ein Auszug aus dem Buch: Landnahme-Landbesitz-Landverlust. Baster-Territorien in Südafrika und Namibia: 1865-2015, von Cornelia Limpricht.

Titel: Landnahme - Landbesitz - Landverlust
Untertitel: Baster-Territorien in Südafrika und Namibia: 1865-2015
Autorin: Cornelia Limpricht
Herausgeber: TUCSIN-Windhoek
Windhoek. Namibia; Hamburg, Deutschland, 2015
Deutschland: ISBN 9783941602939 / ISBN 978-3-941602-93-9
Namibia: ISBN 9789994579198 / ISBN 978-99945-79-19-8
Broschur, 15 x 21 cm, 96 Seiten, zahlreiche Fotos und Karten

Limpricht, Cornelia im Namibiana-Buchangebot

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