Kalahari: Alle Parks der Kalahari, von Gabi Christa und Uwe Scharf

Kalahari: Alle Parks der Kalahari, von Gabi Christa und Uwe Scharf. Verlag: Sandneurosen. Halblech, 2015. ISBN 9783939792109 / ISBN 978-3-939792-10-9

Kalahari: Alle Parks der Kalahari, von Gabi Christa und Uwe Scharf. Verlag: Sandneurosen. Halblech, 2015. ISBN 9783939792109 / ISBN 978-3-939792-10-9

Mit "Kalahari: Alle Parks der Kalahari" stellen die afrikaerfahrenen Autoren Gabi Christa und Uwe Scharf ihren vierten Reisebericht vor, der für zahlreiche ambitionierte Erstfahrer ein nützliches Referenzwerk sein sollte.

Gabi Christa  Uwe Scharf  

Road to Hell, ein absolutes „No Go"

Nachts fange ich an zu frieren und überlege, während ich halb im Schlaf nach weiterer warmer Kleidung taste, ob ich mich beim Schwimmen im kalten Atlantik erkältet habe, oder warum zittere ich am ganzen Leib? Unausgeschlafen stehe ich auf, als erste wärmende Sonnenstrahlen auf das Auto treffen. Eine dünne Eisschicht hat sich während der Nacht auf dem Dach des Fahrzeugs gebildet. Der ungenügende schlechte Schlaf hat Folgen. Beim Einbiegen auf die N7 fahre ich prompt rechts, in Südafrika die Geisterfahrerseite. Nur gut, dass mir just in diesem Moment ein riesiger Brummi samt Lichthupe auf der meilenweit schnurgeraden Straße aus der Ferne entgegenkommt. Schnell steuere ich mit erhöhter Herzfrequenz auf die linke Fahrbahnseite zurück. Dann kommt der Abzweig zum Namaqua 4 WD Trail. Aus Gewohnheit schaue ich mal wieder unter die Motorhaube und stelle mit Erschrecken fest, dass da etwas leckt. Drei Liter Kühlwasser fehlen und beim Überprüfen finde ich ein kleines Loch am oberen Kühlmittelschlauch. Das hat mir gerade noch gefehlt auf dem Weg in die Hölle. Ich bin auf die „Road to Hell" durch südafrikanische Off Road Magazine aufmerksam geworden. Dort laß ich, dass die „Road to Hell" in Südafrika so etwas wie der „Todesacker" in Angola oder der „Van Zyls Pass" in Namibia ist. Der Namaqua 4 WD Trail führt durch eine fantastisch schöne Landschaft. Ich kann mich für diese wüstenhafte, öde Landschaft total begeistern. Hier und da stehen die für diese Gegend typischen Köcherbäume. [...] Dann kommt der Abzweig „Road to Hell". Nicht empfohlen, „bad bad road" steht auf meinem GPS. Na prima denke ich mir, das ist doch genau das, was ich suche. Wunderschön führt der Weg zunächst auf einer Sandpiste in das Tal. Am Road to Hell Pass haben sich Besucher auf Steinen verewigt, ich überlege kurz: vor oder nach dem Abenteuer? Hinunter führt ein abenteuerlicher Weg, so viel kann ich schon sehen. Auf der Karte hatte ich mir flüchtig den Track angesehen und bin nun der Meinung, es geht hier runter und notfalls auf einem anderen Weg, in einem Nachbartal wieder hinaus. Gleich zu Anfang zeigt sich, dass der Weg entsetzlich ramponiert ist. Riesige Steinquader liegen herum und der Landy rutscht wie auf rollenden Eiern weiter. So behutsam wie möglich bremse ich im ersten Geländegang nach unten. Selbst wenn ich wenden könnte, wäre die Fahrt nach oben, aus meiner jetzigen Einschätzung, unmöglich. Meine Anspannung ist groß und mein Kupplungsfuß zittert nervös. Unwillkürlich beschleicht mich ein schlechtes Gefühl. Unten angekommen, schaue ich mir alles sofort genau auf der GPS-Karte an. Nun erst realisiere ich, dass es von hier unten gar keine Verbindung zu dem weiter östlich liegenden Tal gibt. Ich habe die Grenzverlauflinie zu Namibia mit einer vermeintlichen Wegeverbindung verwechselt. Heiß schießt mir der Gedanke in den Kopf, wie komme ich hier wieder raus aus der Hölle, mit dem auf 3,5 Tonnen überladenen Landrover? Es ist richtig heiß. Egal, wo ich auch einen Zugang zum Wasser suche, ich finde nur Tamarisken, undurchdringliches Dornengebüsch und tonnenschwere Steinquader im puderig feinen Sand. Es hilft alles nichts, ich muss den beschwerlichen Weg zurück antreten. Sofort realisiere ich, dass es eine Höllentour werden wird, da ich diesen Weg beim Runterfahren als bergauf nicht machbar eingestuft hatte. Jetzt kommt noch ein wesentliches Handicap mit dazu. Nicht nur, dass der Wagen kolossal überladen ist, viel schlimmer noch, dass der Kompressor plötzlich nicht mehr funktioniert. Wenn er denn funktioniert, legt er mittels Luftdruck mechanisch die Differentialsperre auf der Hinterachse ein. Eine plausible Erklärung für diesen Ausfall habe ich nicht, das geht an die Nerven. Habe jetzt keinen Kopf, der Sache akribisch auf den Grund zu gehen, ich möchte nur noch raus aus der Hölle. So rumpele ich gehandicapt den Weg hoch. Der Landy schaukelt im ersten Geländegang über die Steinblöcke und kurz vor dem Ausgang an einer Querung hängt er mit einem Ruck fest. Vorsichtig steige ich aus und begutachte die Situation. Das hintere Differential liegt auf einem Felsen auf und je ein Reifen auf den Achsen ist so entlastet, dass er durchdreht. Genau jetzt benötige ich zusätzlich die hintere Differentialsperre, die leider nicht funktioniert. [...]

Dies ist ein Auszug aus dem Reisebericht: Kalahari: Alle Parks der Kalahari, von Gabi Christa und Uwe Scharf.

Titel: Kalahari
Untertitel: Alle Parks der Kalahari
Autoren: Gabi Christa; Uwe Scharf
Verlag: Sandneurosen
Halblech, 2015
ISBN 9783939792109 / ISBN 978-3-939792-10-9
Broschur, 15 x 21 cm, 250 Seiten, zahlreiche Farbfotos, 1 Kalahari-Faltkarte

Christa, Gabi und Scharf, Uwe im Namibiana-Buchangebot

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