Jagen zwischen Namib und Kalahari, von Hubertus Graf zu Castell-Rüdenhausen

Jagen zwischen Namib und Kalahari, von Hubertus Graf zu Castell-Rüdenhausen. Verlag Paul Parey. Erstauflage, 1981. ISBN 3490030125 / ISBN 3-490-03012-5

Jagen zwischen Namib und Kalahari, von Hubertus Graf zu Castell-Rüdenhausen. Verlag Paul Parey. Erstauflage, 1981. ISBN 3490030125 / ISBN 3-490-03012-5

Auszug aus der Erstauflage des Jagdreiseführers 'Jagen zwischen Namib und Kalahari', von Hubertus Graf zu Castell-Rüdenhausen.

Auszug aus der Erstauflage des Jagdreiseführers 'Jagen zwischen Namib und Kalahari', von Hubertus Graf zu Castell-Rüdenhausen.

In seinem jagdkundlichen Werk 'Jagen zwischen Namib und Kalahari' hat Hubertus Graf zu Castell-Rüdenhausen, Windhoek, mit großer Erfahrung, Sachkenntnis, Begeisterung und Liebe das wichtigste Material zur Jagd in Südwestafrika-Namibia verarbeitet, das durch seine Praxisnähe allen Jägern willkommen sein wird.

Hubertus Graf zu Castell-Rüdenhausen  

Dieses Werk ist meinem langjährigen Freund Jan Gaerdes, dem „Sandveld-Indianer", dessen Lebensinhalt die Erforschung der freilebenden Tierwelt Südafrikas und Südwestafrikas sowie die Erhaltung seiner Wildbestände ist, in Dankbarkeit gewidmet.

Die Trophäe und ihre Behandlung

Alle Trophäen des südafrikanischen Schalenwildes bedürfen einer Vorbehandlung und einer Fertigbehandlung. Horntragendes Wild, wie Antilopen, Gazellen, Wildschafe, Wildziegen, Steinböcke und alle Boviden, tragen Hornmasse, einen Schlauch über einem Knochenzapfen, der verschiedene Formen annehmen kann. Zwischen Schlauch und Knochen ist eine Schicht aus Haut, Fetten, Äderchen und kleinen Gefäßen, die das Leben in diesem Körperteil erhält. Daher soll man solche Trophäen niemals auskochen! Man läßt sie maserieren, das heißt abfaulen. Es kommt nun darauf an, wie die Trophäe einmal aufgemacht werden soll, ob sie auf ein Brett aufgesetzt oder ob sie von einem Präparator mit Träger und Haupt montiert werden soll. Im letzteren Fall ist erste Voraussetzung, daß das Wild nach der Erlegung nicht unnötig lange der Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden darf. Das gilt auch für die Sicherung der Decke. Also muß das Stück, wenn sofortiger Abtransport nicht möglich ist, nach dem üblichen Photographieren in den Schatten geschleppt oder wenigstens mit Zeltplane oder Zweigen zugedeckt werden. Gleich nach Einbringen der Beute auf der Farm geht man daran, das sogenannte Cape abzuziehen. Der Präparator benötigt ein großes Cape, um genügend Material zur Verarbeitung zu haben. Zunächst wird die Decke rund um den Körper hinter dem Blatt aufgeschärft. Die Vorderläufe werden mit abgezogen und hängen mit am Cape. Man kann sie jedoch zur Hälfte abschärfen. Der nächste Schnitt erfolgt von der Mitte des Kopfes zwischen den Hornansätzen und wird auf der Oberseite des Halses bis zum ersten Schnitt geführt. Bei Antilopen mit Mähne erfolgt dieser Schnitt direkt neben dieser. Nun folgt ein Schnitt von Hornansatz zu Hornansatz, so daß er mit Schnitt 2 ein T bildet. Die Decke des Capes wird jetzt vorsichtig abgezogen, so daß kein Wildpret daran bleibt. Beim Lauscheransatz schneidet man den Knorpel unmittelbar am Schädel durch. Besonders sorgfältig müssen die Augenlider herausgeschält werden. Die Lippenpartie ist vorsichtig vom Schädel abzutrennen, und zwar oberhalb des Zahnfleisches entlang der Zähne. Wenn die Kopfdecke abgezogen ist, müssen die wulstigen Lippen vorsichtig geschlitzt und mit Feinsalz eingerieben werden, um Fäulnis zu verhüten. Dann werden die Lauscher gespalten, indem man mit Hilfe eines stumpfen Schraubenziehers zwischen Haut und Knorpel fährt und beide voneinander trennt. Nun kann man das Ohr umstülpen, die Knorpelmasse liegt frei. Die Innenseite des Capes wird mit reichlich Feinsalz eingesalzen, Lider, Lippen und Knorpel mit Salz eingerieben und das Cape dann eingerollt, um das Salz einziehen zu lassen. Am folgenden Tag wird das Cape geöffnet und im Schatten getrocknet. Das Maserieren oder Abfaulen geht folgendermaßen vor sich: Ist der Schädel abgezogen, wie von Stücken, von denen das Cape genommen wurde, wird er zwei bis drei Tage in kaltem Wasser, unter öfterem Wechseln des Wassers, gewässert. Dadurch werden alle enthaltenen Reste ausgelaugt. Das ist wichtig. Ist die Decke noch auf dem Schädel und das Haupt des Wildes lediglich abgeschärft, so löst man nur die Zunge aus. Danach kratzt man mit einem Stück Bandeisen, von dem ein Ende im rechten Winkel zum Kratzer umgebogen ist, das Hirn aus der Öffnung am Hinterhaupt heraus und spült unter dem Wasserhahn alle Reste aus. Nun legt man den Schädel mit Decke, der nicht vorgewässert ist, in lauwarmes Wasser und beläßt ihn darin, bis sich alle Fleischteilchen durch die Fäulnis lösen und sich die Schläuche über den Knochenzapfen zu lockern beginnen. [...]

Dies ist ein Auszug aus dem jagdkundlichen Werk 'Jagen zwischen Namib und Kalahari', von Hubertus Graf zu Castell-Rüdenhausen.

Titel: Jagen zwischen Namib und Kalahari
Untertitel: Wildarten und Wildvorkommen, Jagdmöglichkeiten und Jagdarten
Autor: Hubertus Graf zu Castell-Rüdenhausen
Genre: Jagdführer Südwestafrika
Verlag: Verlag Paul Parey
Erstauflage. Hamburg und Berlin, 1981
ISBN 3490030125 / ISBN 3-490-03012-5
Original Kartoneinband, 14 x 22 cm, 183 Seiten, 76 Abbildunge, 18 sw-Fotos, 36 Verbreitungs- und 4 Übersichtskarten

Castell-Rüdenhausen, Hubertus Graf zu im Namibiana-Buchangebot

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