Gegen Sand, Sonne und sich selbst, von Michael Schmitz

Gegen Sand, Sonne und sich selbst, von Michael Schmitz. Selbstverlag Godern, 1998.ISBN 3000042008 / ISBN 3-00-004200-8

Gegen Sand, Sonne und sich selbst, von Michael Schmitz. Selbstverlag Godern, 1998.ISBN 3000042008 / ISBN 3-00-004200-8

Gegen Sand, Sonne und sich selbst: 11.000 Kilometer mit dem Mountainbike durch Afrika. Michael Schmitz hat Kapstadt erreicht.

Gegen Sand, Sonne und sich selbst: 11.000 Kilometer mit dem Mountainbike durch Afrika. Michael Schmitz hat Kapstadt erreicht.

Michael Schmitz' halbjährige Fahrradtour durch das südliche Afrika ist bald zwanzig Jahre her und gehört bis heute zu der am wenigsten beliebten Expeditionsart in diese Region. In seinem 1998 erschienen Reisebericht "Gegen Sand, Sonne und sich selbst" beschreibt der Mountainbiker eindrücklich die Härten, Gefahren und schönen Seiten dieser Reise.

Weihnachten in Namibia

[...] Dann rolle ich am Nachmittag in Swakopmund ein. Alles ist festlich geschmückt und man sieht den Leuten die Weihnachtshektik an. Die in mir aufkommende Melancholie wird durch eine skurrile Unterkunft, und tolle Leute verscheucht: Ein Architekt hat sich ein Haus direkt an den Rand der Wüste gebaut und nutzt es als Galerie für Gemälde, Drucke, Collagen und Skulpturen. Damit viele Menschen diese Kunstwerke genießen können, hat er sich kurzerhand entschlossen, aus seinem Zuhause eine Unterkunft für Reisende zu machen. Gute Idee. „Alternative space" ist genau der richtige Name für ein solches Hostel. Der große Gemeinschaftsschlafraum (hier helfen wieder nur Ohropax) ist rund gebaut und auch hier hängt alles voller Bilder. Die Dusche und das Klo sind ohne Dach, und wenn die große Tür des Wohnzimmers geöffnet wird, das Wohnzimmer ist gleichzeitig auch Garage, steht man in der Wüste. Ein kleiner Garten mit blühenden Blumen im Wüstensand rundet das extravagante Gesamtbild ab. Ich bin völlig begeistert, und meine Erwartungen werden weit übertroffen. Eine solche Unterkunft habe ich wirklich noch nicht gesehen. Das ganze Ambiente schafft zwischen den fast dreißig Reisenden, dem Besitzer und seinen Freunden aus Swakop eine lockere, unaufgesetzte Atmosphäre. Mit dreißig Leuten ist die Hütte viel zu voll, aber zu Weihnachten will der Lodgeboß, der auf den seltenen Namen Frenius hört, niemanden wegschicken. Und so feiern wir alle am Abend mit einem Käsefondue Weihnachten. Das endet zwar eher im Chaos, keiner weiß so recht wie man ein Käsefondue macht und niemand erinnert sich mehr daran, wer die Idee dazu hatte, aber alle sind froh, so Weihnachten zu feiern. Die Lethargie der nächsten Tage ist durch Stadtbummel und Geschichtssuche unterbrochen. Die deutsche Vergangenheit in Swakopmund ist an jeder Ecke zu sehen. Der Leuchtturm, der jeder Jever-Werbung Ehre gemacht hätte, steht hinter dem „Amtsgericht". Straßennamen wie „Südring", „Bismarck" und „Moltke" sind keine Seltenheit. Und ich habe mich schon daran gewöhnt, fast überall deutsch sprechen zu können. Nur die Palmen erinnern mich daran, in Afrika zu sein. [...]

Radrennen im trockenen Swakoprivier

Wie es der Zufall so will, wird hier ein Radrennen veranstaltet. Ich kann dem Angebot nicht widerstehen und besorge mir einen Helm. Der Wettkampf findet im Swakopriver statt. Der Fluß führt nur ganz selten Wasser, trotzdem ist er breit genug, die Namib-Wüste in ihrer Ausdehnung zu begrenzen. Er ist die natürliche Sicherheitsgrenze zwischen Wüste und Stadt. Ordnungsgemäß melde ich mich an und werde auf Deutsch begrüßt. Es ist nicht einer unter den Teilnehmern und Organisatoren, der nicht Deutsch sprechen würde. Ich bin aber der einzige, der auch tatsächlich aus Deutschland kommt. So rolle ich mich auf der Strecke ein, wieder mit Gepäckträger und Klingel. Das Flußbett ist ziemlich sandig und das Radfahren deshalb schwer. Mit meinen Straßenreifen habe ich kaum Grip. Diesmal sind die Blicke auf mein „Straßenfahrrad" richtig abwertend, denn hier sind echte Rennfahrer am Start. Die meisten Bikes sind für afrikanische Verhältnisse sündhaft teuer und man merkt, daß es sich hier um einen eingeschworenen Zirkel handelt. Vereinstrikots, aufwendige Trinkwasserrucksäcke und Helme mit Visier bestimmen das Bild. Ich bin schon schwer beeindruckt, schließlich fahre ich nur in Radhose und T-Shirt, ohne Klickpedale und ohne Federung. [...]

Dies ist ein Auszug aus dem Reisebericht: Gegen Sand, Sonne und sich selbst, von Michael Schmitz.

Titel: Gegen Sand, Sonne und sich selbst
Untertitel: 11.000 Kilometer mit dem Mountainbike durch Afrika
Autor: Michael Schmitz
Genre: Reisebericht
Selbstverlag
Godern, 1998
ISBN 3000042008 / ISBN 3-00-004200-8
Originalbroschur, 15 x 21 cm, 250 Seiten, 20 sw-Fotos, 7 Karte

Schmitz, Michael im Namibiana-Buchangebot

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"Gegen Sand, Sonne und sich selbst" ist ein Reisebericht über 11.000 Kilometer mit dem Mountainbike durch Afrika.

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