Fetzen des Ruhms: Roman des Burenkriegs, von Stuart Cloete

Fetzen des Ruhms: Roman des Burenkriegs, von Stuart Cloete. Marion von Schröder Verlag

Fetzen des Ruhms: Roman des Burenkriegs, von Stuart Cloete. Marion von Schröder Verlag

An seinem epischen Roman Fetzen des Ruhms: Roman des Burenkriegs, hatte Stuart Cloete über zehn Jahre geschrieben und intensiv zu geschichtlichen Hergängen in Südafrika recherchiert.

Stuart Cloete  

In ihrer Jugend war Catalina Maria Elvira du Toit ein Bild von einem Mädchen gewesen. Dunkel, lebhaft, mit den großen braunen Augen ihrer hugenottischen Vorfahren. Diese Dunkelheit schlug immer wieder einmal in ihrer Familie durch, die im allgemeinen blond war; die Dunkelheit übersprang ein, zwei Generationen und trat dann in einem Mann oder einer Frau wieder hervor, so daß sie im Aussehen und Charakter fast französisch wirkten. Catalina sah noch immer gut aus. Sie gehörte zu den Frauen, die wie Wein in der Reife gewinnen. Das stolze schlanke Mädchen, das Petrus Paul van den Berg geheiratet hatte, war zu einer ernsten Frau mit kleinen Falten um Augen und Mund geworden; dort hatte das Leben seine Spuren hinterlassen - die Krähenfüße der Arbeit und der Sorge. Servas war elf und Boetie zwei gewesen, als ihr Mann getötet wurde. Bis Servas alt genug war, ihr zu helfen, hatte sie den Hof allein bewirtschaftet. Die Jungen waren beide blond. Elsa, zwei Jahre jünger als Servas, hatte ihre Färbung bekommen. Ihr plötzlicher Tod hatte die Mutter schwer getroffen. Zu jener Zeit hatte sie geglaubt, keine Schicksalsschläge mehr ertragen zu können. Aber sie würde es müssen, davon war sie überzeugt. Es würde Krieg geben. Sie zog sich sorgfältig an - das beste Kleid aus pflaumenblauem Taft mit den braunen Changeantreflexen. Sie wollte den Präsidenten besuchen. Sie hoffte, daß er sich ihrer noch entsann oder doch wenigstens ihres Mannes Petrus, der der Sohn seines Freundes und sein eigenes Patenkind gewesen war. Sie überlegte nun, wie viele Patensöhne er haben mochte. Dutzende, vielleicht Hunderte. Sie wußte, daß sich viele den Kopf darüber zerbrachen, warum sie nicht wieder geheiratet hatte. Das war einer der Gründe, weshalb sie den Hof so selten verließ. Sie hatte es nicht gern, wenn man über sie redete. Vielleicht war sie zu stark, zu entschlossen. Einmal hatte sie Oom Paul widersprochen, als der behauptete, die Welt sei flach. Der Präsident schätzte Widerspruch ganz und gar nicht, ganz besonders nicht von Frauen. Doch der Vorfall könnte sie bei ihm wieder in Erinnerung bringen. Endlich war sie fertig. »Spann die Pferde ein, Klaas!« sagte sie. »Wohin fahren wir, Ma?« fragte Boetie. »Wir? Wer sagt denn, daß du mitkommst?« - »Ich sage es.« Er war jetzt fünfzehn und hatte graue Augen wie sein Vater. Das sonnenverbrannte Gesicht war voller Sommersprossen. Er stand breitbeinig da, unerschütterlich wie ein Fels, fast so groß wie sie. Wie sich die Kinder veränderten! Ihr schien, als sei es gestern gewesen, daß er als Säugling in ihrem Arm lag und nach ihrer Brust griff. Dann ein Kind, prall und fest wie eine Nuß, das auf allen vieren zwischen den Hunden umherrollte. Dann war er fast über Nacht ein Junge geworden, stämmig, furchtlos, abenteuerlustig, ein Junge, der nach einem eigenen Pferd schrie, einem eigenen Gewehr. Einem richtigen Gewehr. Sie hatte ihm ein Gewehr geschenkt, als er zehn war. Sein Bruder hatte ihm gezeigt, wie man es benutzte. [...]

Dies ist ein Auszug aus dem Roman: Fetzen des Ruhms: Roman des Burenkriegs, von Stuart Cloete.

Titel: Fetzen des Ruhms
Untertitel: Roman des Burenkriegs
Autor. Stuart Cloete
Übersetzung: Jutta und Theodor Knust
Verlag: Marion von Schröder Verlag
Erste Auflage. Hamburg, 1965
Original-Leinenband, Original-Schutzumschlag, 13x21 cm, 671 Seiten

Cloete, Stuart im Namibiana-Buchangebot

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