Einführung in die Geschichte Südwestafrikas, von Heinrich Vedder

Einführung in die Geschichte Südwestafrikas, von Heinrich Vedder.

Einführung in die Geschichte Südwestafrikas, von Heinrich Vedder.

Die Einführung in die Geschichte Südwestafrikas von Dr. Heinrich Vedder ist eine knapp gehaltene Darstellung, die sich auf die wesentlichen Ereignisse beschränkt.

Heinrich Vedder  Walter Moritz  

Der Ausbruch des Hereroaufstandes: Im Hererolande waren während des Bondelaufstandes nur kleine militärische Besatzungen in Okahandja, Omaruru, Outjo und Grootfontein zurückgeblieben. Jetzt hielten die Herero die Zeit für gekommen, ebenfalls in einen Aufstand einzutreten. Die junge Mannschaft drängte Samuel Maharero, nicht die günstige Gelegenheit vorbeigehen zu lassen. Samuel gab nach, und am 12. Januar 1904 erging sein Befehl, der den jähen Tod von 123 Farmern, Ansiedlern und Händlern zur Folge hatte. Buren, Engländer und Missionare wurden befehlsgemäß verschont. Mit wenigen Ausnahmen vergriffen sich die Herero auch nicht an deutschen Frauen und Kindern. Mancher Deutsche dankte die Rettung seines Lebens einer rechtzeitigen Warnung seiner Hereroarbeiter, die ihren Herrn nicht mißhandelt sehen wollten.

Manche deutsche Frau wurde von den Herero aus dem gefährlichen Gelände hinaus in Sicherheit gebracht. So geheim hatten die Herero ihr Vorhaben gehalten, daß selbst die Missionare von dem Ausbruch des Aufstandes völlig überrascht wurden. Die überlebenden Deutschen besetzten die Militärfesten in Windhuk, Okahandja, Seeis, Omaruru, Outjo und Grootfontein. Die geringe Besatzung war nicht stark genug, den offenen Kampf mit den Aufständischen zu wagen. Über mehr als 6000 Gewehre verfügten die Herero. Man schloß sich daher in den Festungen ein und machte Ausfälle. Mit Sehnsucht und Ungeduld wartete man auf die Rückkehr der Schutztruppe aus dem Namalande.

Die Entsetzung der Ortschaften: Hauptmann Franke, der Befehlshaber der Truppe von Omaruru, war mit seiner Kompanie in diesen Schreckenstagen im mittleren Namalande. Er erhielt den Befehl, unverzüglich umzukehren und den Belagerten Hilfe zu bringen. Am 15. Januar brach er in Eilmärschen von Gibeon auf. Er erreichte Windhuk. Von Windhuk hatten sich die Herero bereits zurückgezogen. Franke stürmte weiter. Fast Ubermenschliches forderte er von seinen Soldaten, und sie leisteten es. Okahandja wartete mit Schmerzen auf sein Eintreffen. Mehrere Ausfälle waren von der Feste aus unternommen worden. Die Befreiung von der Umklammerung durch die Herero war nicht gelungen. Zwischen Windhuk und Okahandja stieß Franke auf Hereroabteilungen. Sie wurden geschlagen und vertrieben. Schon hatte man versucht, mit einem Panzerwagen von Windhuk aus Okahandja Hilfe zu bringen. Die Hilfe hatte zwar Ermutigung, aber keine Befreiung gebracht und hatte wertvolle Opfer an Menschenleben gekostet.

Einer kleineren Abteilung vom Swakopmunder Kommando unter Oberleutnant v. Zülow war es geglückt, mit einem gepanzerten Zug und reichlicher Munition Okahandja zu erreichen. Da kam endlich Franke mit seiner Kompagnie. Vom langen Marsch waren die Soldaten ermüdet. Sofort aber nahmen sie den Kampf auf. Die Herero flohen auf den Kaiser Wilhelm-Berg, auf dem sich einst Maharero gegen die Nama verschanzt hatte. Deutsche Kanonen vertrieben sie vom Berge. Die Herero zogen sich ins Veld zurück. Okahandjas Kaufläden waren geplündert, das Vieh war abgetrieben, aber Okahandja war frei. Das geschah am Geburtstag des deutschen Kaisers, am 27. Januar 1904.

Inzwischen war unter dem Kommando von Korvettenkapitän Gudewill und Kapitänleutnant Gygas aus dem Landungskorps S.M.S. Habicht ein Ersatzkorps gebildet worden, das die Eisenbahn von Swakopmund bis Karibib schützte und die zerstörte Eisenbahnstrecke in fieberhafter Arbeit wieder herstellte. Weiter stürmte Franke mit seiner Kompagnie. Es galt noch Omaruru zu entsetzen. Dort war die Lage mindestens ebenso schlimm. Stabsarzt Kuhn leitete die Verteidigung. Schon am 4. Februar traf Franke ein. Sofort entwickelte sich ein heftiges Gefecht. Die Kompanie Franke konnte gegen die Herero zweimal eine zehnfache Uebermacht aus ihren Stellungen vertreiben. Nach anstrengendem, sechsstündigem Kampf kamen die Deutschen in eine schwierige Lage.

In diesem Augenblick machte Stabsarzt Kuhn einen Ausfall. Franke nutzte die augenblickliche Verwirrung aus, hoch zu Pferde stürmte er an der Spitze seiner Soldaten die Stellungen der Herero. Mit lautem Geschrei flohen sie. Franke zog in die Feste ein. Auch Omaruru war entsetzt und frei. Die geschlagenen Herero waren damit ins Veld abgedrängt. Sie führten große Viehherden mit sich. An Wasser und Weide fehlte es ihnen nicht, denn das erste Aufstandsjahr war ein gutes Regenjahr. Nach dem Frieden in Kalkfontein kehrte Leutwein mit der Schutztruppe aus dem Süden zurück. Sie waren stark genug, die Herero anzugreifen. Wo aber waren ihre Stellungen? Hatten sie den Mut, geschlossenen Widerstand zu leisten? Zogen sie vielleicht in einzelnen Verbänden im weiten Velde umher? Diese Fragen mußten zuerst beantwortet werden. Erst dann konnte man einen Kriegsplan entwerfen. [...]

Dies ist ein Auszug aus dem Buch: Einführung in die Geschichte Südwestafrikas, von Dr. H. Vedder.

Buchtitel: Einführung in die Geschichte Südwestafrikas von Dr. H. Vedder
Reihe: Aus alten Tagen in Südwest, Band 16
Autor: Heinrich Vedder
Herausgeber: Walter Moritz
Selbstverlag
2. Auflage, Werther 2004
ISBN 9991650671
Broschur, 15x21 cm, 64 Seiten, 6 sw-Fotos, 6 Karten

Vedder, Heinrich und Moritz, Walter im Namibiana-Buchangebot

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