Ein Südwester Farmer, Jäger und Maler, von Konrad Zander

Ein Südwester Farmer, Jäger und Maler, von Konni Zander. Kuiseb Verlag Windhoek, Namibia 1999. ISBN 9991670394 / ISBN 99916-703-9-4. Namibiana Buchdepot, ISBN 9783936858358 / ISBN 978-3-936858-35-8.

Ein Südwester Farmer, Jäger und Maler, von Konni Zander. Kuiseb Verlag Windhoek, Namibia 1999. ISBN 9991670394 / ISBN 99916-703-9-4. Namibiana Buchdepot, ISBN 9783936858358 / ISBN 978-3-936858-35-8.

Konrad Zanders Südwestafrika-Memoiren sind die eines 1920 im Land geborenen Farmers, der zur ersten Generation nach der deutschen Epoche zählt. Das heute seltene Buch, Ein Südwester Farmer, Jäger und Maler, schildert wie nahe Schönheit und Härte, Harmonie und Chaos des Lebens im damaligen Südwestafrika beieinander lagen.

Konrad Zander  

Alleine auf Katemba

Mit meinem Vater hatte ich verabredet, daß ich vorerst seine zweite Farm, Katemba, im Kaokoveld verwalten sollte. Endlich war ich nach sechs Jahren südafrikanischer Gefangenschaft wieder zurück im Heimatland Südwest, wenn auch nur auf "Parole" (d.h. auf Abruf). Obwohl es nicht erlaubt war, stieg ich in Okahandja aus dem Zug, um einen Abstecher nach Monteith zu machen. Die Überraschung war groß, und wir hatten uns soviel zu erzählen. Am zweiten Tag bat mich Erhard, oben nach dem Windmotor zu schauen. Wie früher steckte ich mir das nötige Werkzeug ein und kletterte hinauf. Auf der Plattform überfiel mich unerwartet ein Schwindelgefühl, ich weiß heute noch nicht, wie ich heil auf die Erde zurückgekommen bin. Früher machte es mir Spaß, nach getaner Arbeit etwas angeberisch auf der Fahne hockend eine Zigarette zu rauchen. Diese Höhen- und Platzangst habe ich erst viele Jahre später wieder überwunden. Beim Abschied in Okahandja ermahnte mich Erhard: "Nun gut, Du wirst ja sehen, und Gnuschke wird Dir zeigen, was Du auf Katemba zu tun hast. Noch zahle ich für Deine Fehler. Wenn Du erst selbstständig wirst, dann allerdings nicht mehr!" Damit machte ich mich wieder auf Pad und fuhr mit dem Zug bis Outjo, wo der Bahnhof damals mitten in dem kleinen Städtchen lag. In Outjo wurde es wirklich ernst. Kein Bekannter, kein Ex-Internierter weit und breit zu sehen! Von früher her wußte ich noch, daß sich die Farmer vor der Heimfahrt noch ein zwei Bierchen gönnten, und so ging ich mit meinen wenigen Sachen zum Hotel, stellte mich dem Hotelier Herrn Ruch vor und unterbreitete ihm mein Anliegen, irgendwie nach Katemba zu gelangen. Bald fand sich ein Farmer, der mich ungefähr sechzig Kilometer mitfahren ließ. Da stand ich nun mit meinem Köfferchen an der Päd, bis mich endlich ein anderer Farmer bis nach Kamanjab mitnahm. Kurz vor Dienstschluß meldete ich mich ordnungsgemäß bei der Polizei. Glücklicherweise kam noch mein zukünftiger Nachbar, Herr Förster, vorbei, der auf dem Weg nach Hause zur Farm Franken war und mich gleich mitnahm. Frau Förster begrüßte mich herzlich und erzählte mir, daß Herr Gnuschke ungeduldig auf mich warte. Nach der üblichen Tasse Kaffee brachte mich Herr Förster zu der acht Kilometer entfernten Farm Katemba, wo wir noch vor Sonnenuntergang ankamen. Gespannt schaute ich mir das Gelände an, das nun meine Heimat werden sollte, falls ich nicht deportiert werden würde. Es war ja alles so unsicher, jeden Tag konnte es heißen: "Ab mit Dir nach Deutschland!" Daran dachte ich allerdings nur vorübergehend, denn ich war gefesselt von den vielen Eindrücken. Es hatte gut geregnet, die Weide stand üppig und grün, auch alle Bäume und Büsche zeigten sich im vollem Blätterschmuck. Die enge Pad wand sich durch leicht hügeliges Gelände, ab und an von Gräben und kleinen Rivieren durchfurcht. Links und rechts erhoben sich Granitkuppen, die wie aufeinander gestapelte Felsen aussahen. Einige Bergrücken ragten aus den Ebenen empor. Weit im Süden erkannte ich Bergzüge und einen mächtigen Tafelberg, neben dem ein gleichhoher Sandsteinkegel stand. Alles war in das sanfte Licht der untergehenden Sonne getaucht, und unwahrscheinlich schöne Farbtöne wechselten sich gegenseitig ab. Auch die wenigen Wolken hatten ihren Anteil an diesem großartigem Bild. [...]

Dies ist ein Auszug aus den Memoriren: Ein Südwester Farmer, Jäger und Maler, von Konni Zander.

Titel: Ein Südwester Farmer, Jäger und Maler
Autor: Konrad Zander
Bearbeitung: Barbara Gühring
Genre: Erinnerungen
Verlag: Kuiseb Verlag
Windhoek, Namibia 1999
ISBN 9991670394 / ISBN 99916-703-9-4
ISBN 9783936858358 / ISBN 978-3-936858-35-8
Broschur, 15 x 21 cm, 156 Seiten, zahlreiche sw-Fotos und Abbildungen

Zander, Konrad im Namibiana-Buchangebot

Ein Südwester Farmer, Jäger und Maler

Ein Südwester Farmer, Jäger und Maler

Unterhaltsame Biographie Konni Zanders, Südwester und Farmer, der auch einen Namen als Jäger und Maler hatte.

Weitere Buchempfehlungen

David Levin auf Twyfelfontein

David Levin auf Twyfelfontein

David Levin (1911-1983) war der erste und letzte weiße Farmer auf Twyfelfontein. Dies ist ein interessantes ortsgeschichtliches und biographisches Buch.

The most successful African businessman in Namibia

The most successful African businessman in Namibia

The most successful African businessman in Namibia is the biography of Dr. Frans Aupa Indongo.

Das waren noch Zeiten. Südwester Erinnerungen 1909-1925

Das waren noch Zeiten. Südwester Erinnerungen 1909-1925

Das waren noch Zeiten sind die Erinnerungen des Farmer, Schutztrupplers und Südwesters Hans-Dietrich Moldzio aus 1909-1925.

Und wo der Wind weht Ein heiteres, buntes Buch aus dem südwest-afrikanischen Busch

Und wo der Wind weht Ein heiteres, buntes Buch aus dem südwest-afrikanischen Busch

Memoiren aus den 1910er bis 1930er Jahren: Und wo der Wind weht Ein heiteres, buntes Buch aus dem südwest-afrikanischen Busch.

Überlebenskampf in der Namib. Erlebnisse des Frachtfahrers Adriaan Esterhuizen

Überlebenskampf in der Namib. Erlebnisse des Frachtfahrers Adriaan Esterhuizen

Überlebenskampf in der Namiba ist die Biografie von Adriaan Esterhuizen, einem Frachtfahrer in Südwestafrika in der Zeit nach 1900.