Daheim in Südafrika, von H. Paul Haberstich

Daheim in Südafrika. Erfahrungen eines Pendlers zwischen der schwarzen und der weissen Welt, von H. Paul Haberstich. ISBN 9783828016316 / ISBN 978-3-8280-1631-6

Daheim in Südafrika. Erfahrungen eines Pendlers zwischen der schwarzen und der weissen Welt, von H. Paul Haberstich. ISBN 9783828016316 / ISBN 978-3-8280-1631-6

Der Autor des Reiseberichts 'Daheim in Südafrika: Erfahrungen eines Pendlers zwischen der schwarzen und der weissen Welt', der Schweizer H. Paul Haberstich, unterhält, amüsiert, belehrt, und visioniert gleichzeitig, ohne zu dogmatisieren, zu prognostizieren oder gar zu provozieren.

Paul H. Haberstich  

Daheim in Südafrika: Es ist sechs Uhr in der Früh, leicht bekleidet trolle ich durch unseren Garten. Das Thermometer zeigt 23 Grad, der Himmel ist leicht bewölkt. Unser Kater, der Teufel, streicht mir um die Beine. Während der Nacht hat es etwas geregnet, so wie es sein muss Ende Januar in Louis Trichardt. Oben an einem Felsabsturz der Soutpansberge, den ich Schrattenfluh getauft habe, kleben noch ein paar Nebelfetzen. Bald werden sich diese in der aufgehenden Sonne auflösen. Eigentlich gehört unser hiesiges Heim dem Teufel, er hat einen ausgeprägten Sinn für sein Territorium entwickelt, er bestimmt, wer hier sein darf und wer nicht. Fremden Katzen ist er besonders feindlich gesinnt, diese jagt er mit markdurchdringendem Geschrei zum Teufel, unser Teufel. Kleineres Federvieh und gelegentlich auch Vierbeiner werden für das Vergehen, sich in seinem Territorium aufzuhalten, mit dem Tode bestraft. Mit den Eidechsen, deren es hier viele gibt, geht er gnädiger um, er frisst ihnen lediglich die Schwänze ab. Kürzlich hat er eine Schlange nach Hause gebracht, so gegen einen Meter lang, schlank und schön gezeichnet. Fachmännisch hat er sie beim Kopf gepackt und weiter nichts dabei gedacht. Unser Gärtner, der Samson, hat vor Schreck einen seiner Rasse typischen Laut ausgestossen, so etwas wie »Uhiiiie«, ich habe mich im Haus in Sicherheit gebracht, und Claire hat die Schlange geistesgegenwärtig mit einem Spaten zweigeteilt. Ende der Schlange... Es war ein Fehler, den Teufel zu uns zu nehmen. Aber, wie es so geht im Leben: nicht wir haben ihn zu uns genommen - nein, er hat uns zu sich genommen. Mit der List eines kleinen Teufels hat er uns in seinen Bann gezogen, und seither beherrscht er uns. Hier seine Geschichte: Vor bald vier Jahren hatte eine streunende Katze, von uns unbemerkt, irgendwo in unserem Garten ihre Jungen zur Welt gebracht. Das hat uns weiter nicht gestört. Eines Tages aber schien die Mutter verschwunden zu sein; das Kleinste der drei war so schwach, dass es kaum stehen konnte. Als wir dieses Leid miterleben mussten, platzte uns beiden heraus: »Schau mal das arme Teufelchen.« Es war schwarz wie ein richtiger Teufel, aber vom auf seinem mageren Hals trug es einen weissen Fleck, was mich an eine geistliche Verkleidung erinnerte. Also, ein richtiges Teufelchen. Claire hat dann mit allen Tricks versucht, ihm das Fressen beizubringen, aber ohne Erfolg; das arme Teufelchen schien dem Tode geweiht zu sein. In einem letzten Versuch tauchte Claire ihren kleinen Finger in etwas Milch, beugte sich zum Teufelchen hinunter, imitierte ein mütterliches Miauen, und siehe da, es näherte sich mit letzter Kraft und leckte das dargebotene Tröpfchen Milch. Von diesem Moment an hatte uns der Teufel in seinem Bann. […]

Dies ist ein Auszug aus dem Buch: Daheim in Südafrika, von H. Paul Haberstich.

Titel: Daheim in Südafrika
Untertitel: Erfahrungen eines Pendlers zwischen der schwarzen und der weissen Welt
Autor: H. Paul Haberstich
Verlag: Frieling
Berlin, 2001
ISBN 3828016316 / ISBN 3-8280-1631-6
ISBN 9783828016316 / ISBN 978-3-8280-1631-6
Broschur, 15x21 cm, 320 Seiten

Haberstich, H. Paul im Namibiana-Buchangebot

Daheim in Südafrika

Daheim in Südafrika

Der Reisebericht Daheim in Südafrika beschreibt die Erfahrungen eines Pendlers zwischen der Schweiz und Südafrika.

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