Kaffer

Der Begriff Kaffer fand in früheren Jahrhunderten Eingang in offizielle Titel und Bezeichnungen.

Der Begriff Kaffer fand in früheren Jahrhunderten Eingang in offizielle Titel und Bezeichnungen.

Die Bezeichnung Kaffer, seit einigen Jahrzehnten als beleidigend empfunden, war ein früher üblicher Sammelbegriff für schwarze Völker im südlichen Afrika.

Kaffer (sing.: der; pl.: die) Der Begriff bezeichnete, vermutlich aus dem Arabischen kommend, im umgangssprachlichen und offiziellen Sprachgebrauch der Zeit zwischen dem 16. und dem frühen 20. Jahrhundert, verallgemeinernd die im südlichen Afrika angetroffenen schwarzen Völker, ehe sich ethnische Bezeichnungen durchsetzten. Sinngemäß hieß Kaffer im Englischen Kaffir, im Portugiesieschen Cafre. Während für die Bezeichnung Kaffer in dieser Zeit eine wertfreie Bedeutung als gesichert angenommen werden kann, der Wortstamm hielt Einzug in die Benennung politischer Verwaltungsgebiete wie British Kaffraria, gilt diese seit den 1940er Jahren als abwertend und, seit dem Ende der Apartheidsepoche, als juristisch vollendete Beleidigung. Zeitzeugen, wie der Schweizer Journalist Dr. Hans Walter Hartmann, der viele Jahre in Südwestafrika und Südafrika lebte, fiel der Begriff 'Kaffer' in den 1960er Jahren als oft verwendetes Schimpfwort im Wortschatz der deutschen Südwester auf. Besondere Erwähnung findet dies deshalb, weil es, unabhängig von der Hautfarbe des solchermaßen Genannten, Anwendung fand. Im derzeitigen Südafrika, wo politische Kräfte versuchen, eine politisch korrekte Sprachregelung als gesellschaftlich verbindlich durchzusetzen, wird der Begriff in einem solchen Maß tabuisiert, daß sich Ersatz- und Verlegenheitsbebegriffe wie The K-Word etabliert haben. Die übrigen beleidigenden Bezeichnungen, die sämtliche Volksgruppen für die jeweils anderen im südlichen Afrika in petto haben, sind hingegen nicht reguliert.

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