Koos Kombuis, der Barde von Gordons Bay

Koos Kombuis, der Barde von Gordons Bay. Aufnahme aus den 1980er Jahren.

Koos Kombuis, der Barde von Gordons Bay. Aufnahme aus den 1980er Jahren.

Am 06.03.2001 berichtete die Windhoeker Allgemeine Zeitung über den Liedermacher und Dichter Koos Kombuis, der damals noch in Gordons Bay lebte.

Wie er als Musiker jemals so erfolgreich werden konnte, ist ihm heute noch ein Rätsel. Koos Kombuis, einer der beliebtesten afrikaansen Liedermacher, hat überhaupt nur deshalb mit der Musik angefangen, weil sich im Apartheids-Südafrika keiner getraut hat, seine Bücher und Gedichte zu verlegen. Nach der Veröffentlichung von sieben CDs und als einer der gefragtesten afrikaansen Musiker hat der 46-jährige Koos Kombuis vor allem ein Ziel für die Zukunft: sich so bald wie möglich aus der Musikbranche zurückzuziehen und seiner eigentlichen Leidenschaft zu frönen, dem Schreiben. Doch für seine Fans ist und bleibt er in erster Linie der provokative Liedermacher mit der ihm eigenen Haßliebe für seine afrikaansen Landsleute. Der Schreiberling Koos Kombuis steht, zumindest für die jugendliche Anhängerschaft, im Schatten des Musikers Koos Kombuis. Dabei sind es gerade die Texte seiner Lieder, die den Erfolg des Barden von Gordons Bay begründen. Sei es "Ver van die Ou Kalahari", "Sweet Paradise" oder "Liza se Klavier", die Mischung aus witziger Provokation und Nostalgie, hartem Protest-Rock 'n Roll und sentimentalen Liebesliedern macht seine Texte aus. Kombuis versteht es wie kaum ein anderer, den der afrikaansen Sprache eigenen Humor und ihre treffende Bildsprache künstlerisch umzusetzen. Geschrieben habe er schon immer gern, so der 46-Jährige auf seiner Homepage. Mit drei Jahren will er das Lesen gelernt haben, von der Rückseite von Müslipackungen. Und als kleiner Naseweis habe er schon mit zwei Fingern auf der Underwood-Schreibmaschine seines Vaters herumgehackt, mit einem ganzen Haufen von Kissen unter seinen Knien, da er kaum über die Schreibtischplatte gucken konnte. Mit zehn Jahren hatte er ein halbes Dutzend Romane geschrieben, konnte aber noch nicht erst seine Schnürsenkel alleine zubinden. "Meine Lehrer haben mich für ziemlich dumm gehalten", sagt Koos Kombuis, mit bürgerlichem Namen Andre le Roux du Toit. "Und in gewisser Weise hatten sie Recht, denn obwohl ich Bücher und Musik geliebt habe, hatte ich nicht den Ehrgeiz für eine akademische Laufbahn." So hat der gebürtige Kapstädter auch erst allerhand Gelegenheitsjobs ausprobiert, bevor seine Karriere als Schriftsteller und Musiker begann: Er hat sich bei Kentucky Fried Chicken mit Hähnchenbraten versucht, Versicherungen verkauft, Feuer gelöscht und sich zeitweise sogar als Weissager ausgegeben. "Ich habe zig Hausfrauen das Geschlecht ihrer ungeborenen Kinder vorrausgesagt", erzählt Andre in autobiografischen Notizen auf seiner Homepage. "Bei diesem Beruf hatte ich immerhin eine 50-prozentige Chance auf Erfolg und ich habe sogar häufiger richtig statt falsch geraten."

Mit freundlicher Genehmigung der Allgemeinen Zeitung in Windhoek (Namibia), veröffentlicht das Namibiana Buchdepot die Pressemeldung: Koos Kombuis, der Barde von Gordons Bay.

 

 


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