Heinrich Lotz: Studium, erste Berufsjahre in Berlin und Südwestafrika

Dr. Heinrich Lotz studierte und promivierte von 1891-1899 an der Universtät zu Marburg.

Dr. Heinrich Lotz studierte und promivierte von 1891-1899 an der Universtät zu Marburg.

Die ersten drei Semester seines naturwissenschaftlichen Studiums absolvierte Dr. Heinrich Lotz an der Tübinger Universität (1891-1892).

Die ersten drei Semester seines naturwissenschaftlichen Studiums absolvierte Dr. Heinrich Lotz an der Tübinger Universität (1891-1892).

Dr. Heinrich Lotz als Geologe und Prospektor in Deutsch-Südwestafrika. Der erste Aufenthalt währte von 1904-1906.

Dr. Heinrich Lotz als Geologe und Prospektor in Deutsch-Südwestafrika. Der erste Aufenthalt währte von 1904-1906.

Heinrich Lotz studierte in Tübingen und Marburg, verbrachte seine ersten Berufsjahre in schlecht bezahlten Stellungen und griff zu, als sich 1904 die Gelegenheit ergab, als Geologe in Deutsch-Südwestafrika zu arbeiten.

Diesen Lebenslauf verfaßte Dr. Heinrich Lotz bald nach seiner Rückkehr aus Südwestafrika im Jahr 1923. Dies ist Teil 2 von 4.

Ostern 1891 bezog ich die heimatliche Landesuniversität Marburg, um Naturwissenschaften zu studieren, nicht Medizin, wie ich beim Maturus angegeben hatte. Ich gedachte Oberlehrer zu werden. Etwa Professor in einem Spezialfach wie Zoologie oder Botanik zu werden, das schien mir allzu kühn gedacht und pekuniär nicht tragbar. Ich schloß mich der zeitigen Bewegung der Akademischen Turnvereine im A.T.B. an und habe es wohl diesem Anschluß, verbunden mit körperlichen Übungen, Turnspielen, Exbummeln usw. zu danken. daß ich mich als Student körperlich zu einen kräftigen und gesunden Menschen entwickelt habe, der später alle Strapazen des Berufs und des langen Aufenthalts in Tropen und Subtropen bei Krieg und Friedenszeiten ohne ernstliche Krankheit überstand. Die nächsten drei Semester war ich in Tübingen, diesem Eldorado für jeden Naturwissenschaftler. Ich bevorzugte hier Botanik, Geologie und Zoologie, begann sogar eine zoologische Doktorarbeit, die ich aber schwimmen ließ, als mir zum Bewußtsein kam, daß ich als preußischer Philologe die letzten Semester vor dem Examen auch in Preußen studieren müsse. Ich zog also zurück nach Marburg und begann hier mit geographischen Studien unter Theobald Fischer, der mich bald so fesselte, daß ich mir von ihm eine Doktorarbeit geben ließ. Es war ein meteorologisches Thema mit eigenen Beobachtungen und Ablesung der Instrumente an drei verschiedenen Höhenlagen der Bergstadt Marburg. Das habe ich 2 Jahre mit Unterstützung durch Bundesbrüder, die mir Beobachtungen abnahmen, durchgeführt und war dabei langsam ein alter Student geworden und recht unglücklich, daß ich auch an das philologische Staatsexamen noch nicht herangehen konnte. Zum Trost für mich und meine Angehörigen machte ich dann in Berlin das Turnlehrerexamen mit gut, was mir mein alter Turnlehrer Berge erst glaubte, als ich ihm das Zeugnis zeigte. Da bot mir der Geologe Prof. Dr. E. Kayser seine Assistentenstelle an, die ich gern annahm. Ich war also Assistent mit 100 Mk. Monatsgehalt und blieb dies 4 1/2 Jahre, half meinem Chef beim Unterricht und bei seinen geologischen Aufnahmen im Rheinischen Schiefergebirge, speziell in Nassau und habe eine sehr interessante und lehrhafte Zeit, während der ich auch mit jungen und älteren Fachgenossen zusammenkam. Schließlich sah ich selbst ein, daß ich mich um eine Brotstellung bemühen müßte, meldete mich zum Militär, zum Kolonialdienst und zum Dienst bei der preußischen geologischen Landesanstalt in Berlin. Überall wurde ich abgewiesen, meist mit Rücksicht auf meine Jugendkrankheiten. Endlich erreichte ein befreundeter älterer Kollege, ein Landesgeologe der Berliner Anstalt, daß ich zu seiner Hilfe nach Berlin, aber auch wieder mit 100 Mk. Monatsgehalt geholt wurde. Ich siedelte also nach Berlin über und wurde mit Aufnahmen im Dill- und Lahngebiet, später auch in Westfalen bei Iserlohn und von dort bis Arnsberg beschäftigt. 1903 wurde ich gefragt, ob ich eine Beschäftigung als Kaiserlicher Geologe in Südwestafrika annehmen würde, was ich lebhaft bejahte. So zog ich also 1904 im Januar nach Südwestafrika, als wir unterwegs waren, brach der große. Eingeborenenaufstand aus, der dann während meiner drei Dienstjahre in SWA anhielt. Wir Zivilbeamte durften laut Anordnung des Kolonialamtes nicht mehr eingezogen werden, so ging ich über Swakopmund nach Windhuk, machte in Verwaltung, ging aber dann, um im Süden wissenschaftlich und praktisch tätig zu sein, in der Wassererschließung nach Lüderitzbucht, als auch die Hottentottenstämme im Süden aufständisch wurden. Ich habe mich dann dem Etappenkommando Süd zur Verfügung gestellt, die Wege nach dem Innern, durch die Wüste sowie die Küste studiert, den Bohrdienst organisiert und mich militärisch nützlich gemacht, so daß mir, als ich im April 1906 auf Verlangen meiner Heimatbehörde nach Hause zurückkehrte, der Kronenorden IV. Klasse mit Schwertern am weiß-schwarzen Bande zu Teil wurde. Ich trat dann heimgekehrt wieder in den preußischen Dienst als Bezirksgeologe ein, nahm meine vor drei Jahren abgebrochenen Arbeiten in Nassau und Westfalen wieder auf, wurde aber bald nach Wetzlar an der Lahn versetzt, um die Eisensteinlager der Firma Buderus A.G. aufzunehmen. (...)


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