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Überleben in Namibia

Überleben in Namibia

Homelands und kapitalistisches Weltsystem. Entstehung der homelands in Namibia
Vesper, Michael
14010
neu

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Autor: Michael Vesper
Reihe: ISSA-Wissenschaftliche Reihe, 17
Verlag: Informationsstelle Südliches Afrika
Bonn, 1983
Broschur, Kartoneinband, 15x21 cm, 273 Seiten


Verlagsankündigung:

"Überleben in Namibia" will die sozio-ökonomische Wirklichkeit Namibias, wie sie in der Literatur üblicherweise gesehen wird, "vom Kopf auf die Füße stellen". Michael Vespers Interesse gilt den vergessenen Menschen, die in den sogen. "Homelands" weitab vom "modernen" Geschehen - und weitab von sozialwissenschaftlichen Analysen — arbeiten und produzieren. Seit Beginn der hundertjährigen Fremdherrschaft über Namibia verfolgen die jeweiligen Machthaber mit unterschiedlichen Mitteln stets das Ziel, die einheimischen Ressourcen - Boden, große Viehherden, Diamanten und Erze, vor allem aber die Menschen - optimal auszubeuten, in welchen Arbeitsverhältnissen auch immer. Das gilt noch heute. Im Gegensatz zur gängigen Betrachtungsweise, die die Lohnarbeitsform verallgemeinert und vorrangig bei den beschäftigten Schwarzen Ausbeutung feststellt und Impulse für die Befreiung Namibias erwartet, sieht Michael Vesper das Problem aus der "Sicht von unten": wie überleben die Menschen in den "Homelands" und in welcher Beziehung steht ihre Überlebensarbeit zur Akkumulation in der namibischen Gesamtökonomie?

Eine Antwort ist weder einseitig auf Seiten der Subsistenzproduktion noch auf der der Warenproduktion zu finden; nur durch die Kombination verschiedenster ökonomischer Aktivitäten können die Menschen in den "Homelands" überleben. Geldeinkommen ist für sie zwar lebensnotwendig, weil die meisten Lebensmittel in den "Homelands" nicht direkt hergestellt werden (können); es wird jedoch nicht nur aus den Löhnen der Wanderarbeiter gespeist, sondern weit stärker aus kleiner Warenproduktion und Kleinhandel. Im Haus der namibischen Ökonomie sind Lohneinkommen keinesfalls dominierend; die Bedingungen der Lohnarbeit - in Form der Wander- und Kontraktarbeit - sind zudem in Namibia besonders unmenschlich: das wirft die Frage auf, warum dennoch Lohnarbeitsverhältnisse auch in den "Homelands" als das ökonomische Modell schlechthin angesehen werden.

Michael Vesper spricht auch Perspektiven und Alternativen an: für das Überleben in Namibia ist nicht der industriell organisierte Sektor entscheidend, sondern das scheinbar unproduktive, kleinbäuerliche, handwerkliche und Hausarbeitspotential. Wer diese lohnunabhängigen Menschen - die Mehrheit der Bevölkerung Namibias - bei Strategien zur Veränderung des schlechten Status quo ausblendet, läuft letztlich ins Leere.

Michael Vesper, geboren 1952; Studium der Soziologie, von 1977 bis 1983 wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld mit dem Schwerpunkt "Entwicklungssoziologie"; Mitarbeit in Jugendbildungsarbeit und Dritte-Welt-Gruppen, besonders mit dem Südlichen Afrika; 1982 Promotion zum Dr. rer. soc. mit dieser Arbeit. Zahlreiche Beiträge in "epd-Entwicklungspolitik ". "Informationsdienst Südliches Afrika" und anderen Zeitschriften sowie für Bücher. Veröffentlichungen u.a.: Misereor und die Dritte Welt (Bielefelder Studien zur Entwicklungssoziologie, Bd. 4), Saarbrücken 1978. Seit 1983 Fraktionsgeschäftsführer der GRÜNEN im Bundestag.