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Tod vor Morgengrauen

Tod vor Morgengrauen

Dieser Roman voller Spannung und Atmosphäre beweist, daß Meyer zu den besten Krimiautoren Südafrikas gehört
Meyer, Deon
26073
978-3-7466-2280-4
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Autor: Deon Meyer
Übersetzung: Karl-Heinz Ebnet
Verlag: Aufbau Verlag
Berlin, 2009
ISBN: 978-3-7466-2280-4
Broschur, 11x19 cm, 570 Seiten


Beschreibung:

In Kapstadt wird ein Antiquitätenhändler mit einem Schuss geradezu hingerichtet. Sein Safe wurde ausgeraubt, das Testament fehlt, die Kugel stammt aus einer unbekannten Waffe.

Der ehemalige Polizist van Heerden wird mit dem Fall beauftragt. Er hat genau sieben Tage Zeit, Licht in das Dunkel zu bringen.


Über den Autoren:

Deon Meyer, Jahrgang 1958, gilt als einer der erfolgreichsten Krimiautoren Südafrikas. Er begann als Journalist zu schreiben und veröffentlichte 1994 seinen ersten Roman. "Das Herz des Jäger" wurde mit dem ATKV Prose Prize ausgezeichnet, einem begehrten südafrikanischen Literaturpreis. In den USA wurde der Roman zu den zehn besten Thrillern des Jahres ernannt. Zeitgleich erscheint im Aufbau Taschenbuch Verlag sein Roman "Der traurige Polizist".


Pressestimmen:

»Deon Meyer zeigt, wie Südafrika riecht, schmeckt und klingt. Unwiderstehlich, tragisch, komisch.« Chicago Tribune


Donnerstag, 6. Juli Noch sieben Tage

Noch schwer benebelt vom Alkohol schreckte er aus dem Schlaf hoch. Die Schmerzen in den Rippen waren das Erste, was er wahrnahm. Dann das geschwollene Auge und die geplatzte Oberlippe, den modrigen Mief der Zelle, die Desinfektionsmittel, den säuerlichen Geruch seines Körpers, den salzigen Geschmack von Blut und abgestandenem Bier im Mund. Und die Erleichterung.

Puzzlestücke des vergangenen Abends trieben durch seine Erinnerung. Die Provokation, die pikierten Gesichter, die Wut - was waren sie doch für stinknormale, berechenbare Arschlöcher, diese kreuzbraven, ehernen Stützen der Gesellschaft.

Er wollte sich nicht bewegen, blieb auf der Seite liegen, die nicht schmerzte, der Kater pochte in seinem Körper wie eine Krankheit. Draußen im Gang erklangen Schritte, im Schloss der grauen Stahltür wurde ein Schlüssel umgedreht, das schrille metallische Geräusch fräste sich durch seinen Kopf. Dann stand der Uniformierte vor ihm.

»Dein Anwalt ist hier«, sagte der Polizist. Langsam drehte er sich auf der Pritsche um. Schlug ein Auge auf.
»Los!« Eine Stimme, die jeden Respekt vermissen ließ.
»Ich habe keinen Anwalt.« Seine Stimme klang sehr fern. Der Polizist trat einen Schritt vor, packte ihn am Kragen und zog ihn hoch. »Los jetzt!«

Die Schmerzen in seinen Rippen. Er taumelte durch die Zellentür, durch den gefliesten Gang ins Dienstzimmer. Der Uniformierte schritt voraus, mit einem Schlüssel wies er den Weg in den kleinen Vorführraum. Wieder die Schmerzen, als er eintrat. Kemp saß da, hatte die Stirn gerunzelt, neben ihm sein Aktenkoffer. Er setzte sich auf einen dunkelblauen Stuhl und stützte den Kopf in beide Hände. Hinter sich hörte er den Polizisten die Tür schließen und sich entfernen.

»Du bist ein Stück Dreck, van Heerden«, sagte Kemp. Er antwortete nicht.
»Was machst du nur aus deinem Leben?«
»Spielt das eine Rolle?« Die S-Laute kamen ihm nur gelispelt
über die geschwollenen Lippen.
Die Furchen auf Kemps Stirn wurden noch tiefer. Er schüttelte den Kopf. »Sie haben sich noch nicht einmal die Mühe gemacht, Anzeige zu erstatten.«

Er wollte die Erleichterung auskosten, es genießen, wie der Druck von ihm abfiel, aber das alles entzog sich ihm. Kemp. Was zum Teufel hatte Kemp hier verloren?

»Sogar Zahnärzte können erkennen, wenn sie es mit einem Haufen Scheiße zu tun haben. Mein Gott, van Heerden, was ist los mit dir? Du wirfst dein Leben auf den Müll. Zahnärzte. Wie besoffen muss man sein, um sich mit fünf Zahnärzten anzulegen?« »Zwei waren Allgemeinmediziner.«

Kemp musterte van Heerden. Dann erhob sich der Anwalt; er war ein großer Mann mit gepflegtem Äußeren, Sportjackett und grauer Hose, dazu, wunderbar passend, der neutrale Farbton der Krawatte. »Wo steht dein Wagen?« Langsam stand er auf, er nuschelte leicht: »Vor der Kneipe.« Kemp öffnete die Tür und trat hinaus.

»Dann komm jetzt.« Van Heerden folgte ihm ins Dienstzimmer. Ein Sergeant schob seine Besitztümer über den Tresen, eine Plastiktüte mit seiner schlanken Brieftasche und seinen Schlüsseln. Er nahm sie entgegen, ohne dem anderen in die Augen zu sehen. »Ich nehm ihn mit«, sagte Kemp. »Er kommt wieder.«

Es war kalt. Der Wind strich durch seine dünne Jacke, er widerstand dem Impuls, sie enger um sich zu schlagen. Kemp stieg in seinen großen Allrad-Geländewagen, beugte sich hinüber und öffnete die Beifahrertür. Langsam ging van Heerden um den Wagen herum, stieg ein, schloss die Tür und lehnte den Kopf dagegen. Kemp fuhr los. »Welche Kneipe?«
»Das Sports Pub, gegenüber von Panarotti's.« »Was war los?«

»Warum hast du mich rausgeholt?«
»Weil du der gesamten Polizeidienststelle von Table View erzählt hast, ich würde sie samt den Zahnärzten der ganzen Palette zwischen tätlicher Beleidigung und Körperverletzung anklagen.«
Schemenhaft erinnerte er sich an seine Tirade in der Dienststelle. »Mein Anwalt.« Mit spöttischem Unterton. »Ich bin nicht dein Anwalt, van Heerden.« Das geschwollene Auge schmerzte, ihm verging das Lachen. »Warum hast du mich rausgeholt?«
Wütend wechselte Kemp den Gang. »Das weiß kein Schwein.«

Van Heerden drehte den Kopf zur Seite und betrachtete den Mann hinter dem Lenkrad. »Du willst was von mir.« »Du schuldest mir noch was.« »Ich schulde dir gar nichts.«
Kemp hielt nach dem Pub Ausschau. »Welcher Wagen gehört dir?«
Er zeigte auf den Corolla.
»Ich fahr dir nach. Ich brauch dich noch, sauber und vorzeigbar.« »Wofür?«
»Das kommt später.«

Er stieg aus, ging über die Straße, sperrte nicht ohne Probleme mit zitternder Hand die Tür auf und setzte sich in den Toyota. Der Motor stotterte, ächzte und sprang schließlich an. Er fuhr zur Koeberg Road, bog nach Killarney auf die N7, der Wind trieb plötzlich Regen über die Straße. Links nach Morning Star und wieder links in die Einfahrt zum Anwesen. Kemps importierter amerikanischer Ford immer hinter ihm.

Zwischen den Bäumen spähte er zum großen Haus, dann bog er zum kleinen, weiß getünchten Gebäude ab und hielt an. Kemp kam neben ihm zum Stehen und öffnete das Fenster wegen des Regens nur einen Spaltbreit.

»Ich warte auf dich.« […]