Springe zum Hauptinhalt »

Seiten durchsuchen

0 Artikel, 0,00 €
zum Warenkorb »

Your Shopping cart is empty.

 

Gegen Sand, Sonne und sich selbst

Gegen Sand, Sonne und sich selbst

11.000 Kilometer mit dem Fahrrad durch das südliche Afrika
Schmitz, Michael
0172

sofort lieferbar

25,00 €
inkl. 7% MwSt., zzgl. Versandkosten
zurück
Gegen Sand, Sonne und sich selbst

Untertitel: 11.000 Kilometer mit dem Mountainbike durch Afrika
Autor: Michael Schmitz
Selbstverlag
5. Auflage, Godern 2001
Broschur, 15x21 cm, 250 Seiten, 20 sw-Fotos, 7 Karte


Verlagsankündigung:

Afrika Fahrrad-Safari: Safari bedeutet „Reise" auf Kisuaheli, der Landessprache Kenias und Tansanias. Sechs Monate und 11.000 Kilometer auf dem Mountainbike von Nairobi über Kapstadt nach Windhoek (Namibia) - dieses Buch beschreibt die Höhen und Tiefen einer solchen Radtour.

Kakerlaken krabbeln durchs Zimmer, tote Fliegen schwimmen auf dem Trinkwasser und nette Menschen laden zu Bett und Dusche ein. Löwen mit weit aufgerissenen Mäulern, roter Halbwüstensand, weite Steppen und an Erholungstagen Radrennen fahren:

Diese eigenwillige Mischung wird den Leser in seinen Bann ziehen. Selbstironsche Betrachtungsweisen von Radtouren und Reisen in Länder der S.Welt entlocken immer wieder ein Schmunzeln und trotzdem ist man am Ende der Lektüre mit Tips und Tricks für eine eigene Tour dieser Art gewappnet.


Weihnachten in Namibia:

Dann rolle ich am Nachmittag in Swakopmund ein. Alles ist festlich geschmückt und man sieht den Leuten die Weihnachtshektik an. Die in mir aufkommende Melancholie wird durch eine skurrile Unterkunft, und tolle Leute verscheucht:

Ein Architekt hat sich ein Haus direkt an den Rand der Wüste gebaut und nutzt es als Galerie für Gemälde, Drucke, Collagen und Skulpturen. Damit viele Menschen diese Kunstwerke genießen können, hat er sich kurzerhand entschlossen, aus seinem Zuhause eine Unterkunft für Reisende zu machen. Gute Idee. „Alternative space" ist genau der richtige Name für ein solches Hostel. Der große Gemeinschaftsschlafraum (hier helfen wieder nur Ohropax) ist rund gebaut und auch hier hängt alles voller Bilder.

Die Dusche und das Klo sind ohne Dach, und wenn die große Tür des Wohnzimmers geöffnet wird - das Wohnzimmer ist gleichzeitig auch Garage -, steht man in der Wüste. Ein kleiner Garten mit blühenden Blumen im Wüstensand rundet das extravagante Gesamtbild ab. Ich bin völlig begeistert, und meine Erwartungen werden weit übertroffen. Eine solche Unterkunft habe ich wirklich noch nicht gesehen.

Das ganze Ambiente schafft zwischen den fast dreißig Reisenden, dem Besitzer und seinen Freunden aus Swakop eine lockere, unaufgesetzte Atmosphäre. Mit dreißig Leuten ist die Hütte viel zu voll, aber zu Weihnachten will der Lodgeboß, der auf den seltenen Namen Frenius hört, niemanden wegschicken. Und so feiern wir alle am Abend mit einem Käsefondue Weihnachten. Das endet zwar eher im Chaos - keiner weiß so recht wie man ein Käsefondue macht und niemand erinnert sich mehr daran, wer die Idee dazu hatte - aber alle sind froh, so Weihnachten zu feiern.

Die Lethargie der nächsten Tage ist durch Stadtbummel und Geschichtssuche unterbrochen. Die deutsche Vergangenheit in Swakop ist an jeder Ecke zu sehen. Der Leuchtturm, der jeder Jever-Werbung Ehre gemacht hätte, steht hinter dem „Amtsgericht". Straßennamen wie „Südring", „Bismarck" und „Moltke" sind keine Seltenheit. Und ich habe mich schon daran gewöhnt, fast überall deutsch sprechen zu können. Nur die Palmen erinnern mich daran, in Afrika zu sein.


Aus "Radrennen im trockenen Swakopfluß":

Wie es der Zufall so will, wird hier ein Radrennen veranstaltet. Ich kann dem Angebot nicht widerstehen und besorge mir einen Helm. Der Wettkampf findet im Swakopriver statt. Der Fluß führt nur ganz selten Wasser, trotzdem ist er breit genug, die Namib-Wüste in ihrer Ausdehnung zu begrenzen. Er ist die natürliche Sicherheitsgrenze zwischen Wüste und Stadt. Ordnungsgemäß melde ich mich an und werde auf Deutsch begrüßt. Es ist nicht einer unter den Teilnehmern und Organisatoren, der nicht Deutsch sprechen würde.

Ich bin aber der einzige, der auch tatsächlich aus Deutschland kommt. So rolle ich mich auf der Strecke ein, wieder mit Gepäckträger und Klingel. Das Flußbett ist ziemlich sandig und das Radfahren deshalb schwer. Mit meinen Straßenreifen habe ich kaum Grip. Diesmal sind die Blicke auf mein „Straßenfahrrad" richtig abwertend, denn hier sind echte Rennfahrer am Start.

Die meisten Bikes sind für afrikanische Verhältnisse sündhaft teuer und man merkt, daß es sich hier um einen eingeschworenen Zirkel handelt. Vereinstrikots, aufwendige Trinkwasserrucksäcke und Helme mit Visier bestimmen das Bild. Ich bin schon schwer beeindruckt, schließlich fahre ich nur in Radhose und T-Shirt, ohne Klickpedale und ohne Federung. [...]