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Schrift – Macht – Alltag. Lesen und Schreiben im kolonialen Südafrika

Schrift – Macht – Alltag. Lesen und Schreiben im kolonialen Südafrika

Die Schrift hatte um 1900 Eingang in die afrikanische Alltagskultur gefunden
Krüger, Gesine
23016
neu

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Autorin. Gesine Krüger
Verlag: Böhlau
Köln, 2009
ISBN 978-3-412-20116-6
Kartoneinband, 16x23 cm, 363 Seiten


Beschreibung:

Bereits vor mehr als hundert Jahren schrieben afrikanische Bergarbeiter, die am Witwatersrand für die großen Minenhäuser schufteten, regelmäßig Briefe an ihre Angehörigen und Freunde zu Hause und erhielten umgekehrt Post von ihnen.

Die Schrift hatte um 1900 Eingang in die afrikanische Alltagskultur gefunden. Von der afrikanischen Geschichtsschreibung lange Zeit vernachlässigt, zeigen Dokumente der Alltagsschriftlichkeit, dass die alphabetische Schrift nicht allein als koloniales Herrschaftsinstrument verstanden werden kann, so die These dieses Bandes.

Auch Zettel, Notizen, Schulaufsätze, Leserbriefe und andere Texte erschließen einen Umgang mit der Schrift, bei dem Lesen und Schreiben neben dem eigenen Vergnügen auch gerade der Kritik des Kolonialismus dienten sowie neue überregionale Formen der Geselligkeit und des Austausches schufen.

Weiter wird gezeigt, dass Behörden und Mission dem unkontrollierten Schriftgebrauch allerdings mit größtem Misstrauen begegneten. So gehört nicht nur die Verbreitung, sondern auch die Unterdrückung der Literalität zum kolonialen Erbe.


Über die Autorin:

Gesine Krüger ist Professorin für Geschichte der Neuzeit und für Außereuropäische Geschichte an der Universität Zürich.


Inhaltsverzeichnis:

Vorwort

1. Einleitung
1.1. Forschungsperspektive und Quellen
1.2. Briefe schreiben
1.3. Zeitliche Einordnung 1830–1930
1.4. Schreibweise und Aussprache

2. „The Bible means Readers“ – Mission und Schriftlichkeit
2.1. Einleitung
2.2. Sklaven, Deportierte, erste Schulen
2.3. Zur Verbreitung von Schrift und Mission
2.4. „Schwarze Prinzen“ in Zonnebloem – Literalität als politisch-pädagogisches Experiment

3. „First receive my letter, my wife“ – Schreibkultur unter Wanderarbeitern
3.1. Einleitung
3.2. Zur Geschichte und Historiographie des südafrikanischen Wanderarbeitssystems
3.2.1. Zum historischen Hintergrund
3.2.2. Von der Überausbeutungs-These zur afrikanischen Initiative
3.3. Briefkultur unter Wanderarbeitern
3.3.1. „The Native as Letter-writer“ in der Forschungsliteratur
3.3.2. Spuren im Archiv – Briefe in den Akten des Native Affairs Department (NAD)
3.3.3. Exkurs: Der „richtige Name“
3.3.4. Zur Verbreitung und Praxis des Schreibens
3.4. Briefe an der Schnittstelle von Privatheit und Öffentlichkeit
3.4.1. „My Lovest“ – Private Briefe
3.4.2. „This place is of no good“ – die politische Bedeutung von Beschwerdebriefen
3.4.3. Der Fall Klaas Pitshi
3.5. Epilog – „No address anymore“

4. Schreibende Leser und debattierendes Publikum. Zeitungen – Briefe – Kommissionen
4.1. Einleitung
4.2. Öffentlichkeit – Schriftlichkeit – Publikum
4.3. Zeitungen
4.3.1. „A beautiful vessel“ – Missionszeitungen
4.3.2. Unabhängige Zeitungen
4.4. „Here I have been writing to thee“ – Ein briefschreibendes Publikum
4.5. Die politische Entmachtung der afrikanischen Öffentlichkeit:
Die South African Native Affairs Commission (SANAC)
4.5.1. Die Schwarze Presse im Blick der SANAC
4.5.2. Reverend Kumalo zur Landfrage
4.5.3. Reverend Kumalo zur Frage der Zivilisation
4.5.4. Reverend Kumalo und Schulinspektor Plant zur Literalität
4.6. Epilog

5. Schrift und Schriftlichkeit als Gegenstand und Medium der Wissenschaft
5.1. Einleitung
5.2. Literalität und Oralität
5.3. „Repräsentationskrise“ in Geschichte und Ethnologie: Text – Autor – Praxis
5.4. Zur Funktion und Expansion der Schrift
5.5. Magie, Macht und Missverständnisse
5.6. Der „dumme Analphabet“ und die Macht der Schrift

6. Schlusswort
Quellen- und Literaturverzeichnis