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Privatisierung in Tansania

Privatisierung in Tansania

Erfüllen Privatisierungsprogramme in Ländern der 'Dritten Welt' die in sie gesetzten Erwartungen?
Augustin, Ulrike
oa0500
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Autorin: Ulrike Augustin
Hamburger Beiträge zur Afrika-Kunde, Band 56
Institut zur Afrika-Kunde
Hamburg, 1998
Broschur, 15x21 cm, 250 Seiten


Aus der Einleitung:

Die Privatisierung von Staatsunternehmen ist derzeit ein weltweites Phänomen. Nicht nur in Osteuropa laufen umfangreiche Privatisierungsprogramme, bzw. wurden bereits abgeschlossen, sondern auch in vielen Entwicklungsländern. Im Zeitraum von 1980 bis 1987 wurden weltweit insgesamt knapp 700 Unternehmen privatisiert, von, 1988 bis 1993 stieg die Zahl auf 2.655 (World Bank 1995b: 27). Seit der politischen und wirtschaftlichen Liberalisierung in Osteuropa stehen die Privatisierung und die mit ihr verbundenen Probleme zunehmend wieder im Blickpunkt der wissenschaftlichen Analyse, insbesondere im Rahmen der Entwicklung einer Transformationstheorie.


Ziele der Arbeit:

Die vorliegende Arbeit untersucht am Beispiel des Entwicklungslandes Tansania, ob Privatisierungsprogramme in Ländern der 'Dritten Welt' die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen können. Die hier angewandten Maßstäbe zur Beurteilung sind Veränderungen der Effizienz im verarbeitenden Gewerbe und gesamtwirtschaftliche Auswirkungen im Hinblick auf den Staatshaushalt, auf Investitionen und Beschäftigung.

Die grundlegende Hypothese, die bei allen Privatisierungsprogrammen als gültig unterstellt wird, ist folgende:
Staatsunternehmen arbeiten weniger effizient als Privatunternehmen. Durch die Privatisierung werden die Unternehmen in privates Eigentum überführt. Dies führt zu Effizienzsteigerungen bei den betreffenden Unternehmen. Damit werden die Voraussetzungen für einen höheren volkswirtschaftlichen Wohlstand geschaffen. Privatisierung ist somit kein Selbstzweck.
Anhand einer empirischen Untersuchung des Privatisierungsprozesses in Tansania soll überprüft werden, ob die an dieser Stelle formulierten Voraussagen und Kausalzusammenhänge durch die Realität bestätigt werden.

Es muß geklärt werden, welche Probleme bei der Implementierung des Privatisierungsprogrammes auf Fehler in der vermuteten Kausalkette zurückzuführen sind und weiche als reine Durchführungsprobleme angesehen werden müssen. Aufgrund dieser Analyse sollen Rückschlüsse gezogen werden, wie die Durchführungsprobleme hätten gelöst bzw. vermieden werden können.


Vorgehensweise und Aufbau der Arbeit:

Ursprünglich waren in den Entwicklungsländern an die Gründung von Staatsunternehmen, an staatliche Eingriffe in das Marktgeschehen und an Nationalisierungsprogramme ähnliche Erwartungen geknüpft worden, wie sie heute mit der Implementierung von Privatisierungsprogrammen, der Öffnung der Märkte und der Rückführung der staatlichen Eingriffe in das Wirtschaftsgeschehen verbunden werden.

Für die Beurteilung der Erfolgsaussichten von Privatisierungs- und Liberalisierungsprogrammen ist es daher wichtig, auch die Begründungsansätze für Staatsunternehmen zu untersuchen und zu klären, ob und inwieweit diese tatsächlich ein ungeeignetes Instrument zur Erfüllung bestimmter Ziele waren. Anhand vergleichender Studien kann entschieden werden, welche der sich gegenseitig widersprechenden Argumentationsketten durch die Realität bestätigt wird, bzw. wo eine differenziertere Betrachtungsweise erforderlich wird.


Die vorliegende Arbeit ist wie folgt aufgebaut:

Zunächst werden Ziele und Erwartungen genannt, die in Entwicklungsländern an Privatisierungsprogramme geknüpft werden. Wichtige Begriffe, die in der Literatur mit unterschiedlichen Bedeutungen versehen werden, werden definiert und gegeneinander abgegrenzt. Den Gründen für die Einführung von Staatsunternehmen und Erfahrungen mit dieser Politik werden die Argumente der neuen Institutionenökonomie, einzelne Kritikpunkte dazu und vorläufige Ergebnisse von Privatisierungsprogrammen gegenübergestellt.

Unter Berücksichtigung der grundlegenden Ziele der Arbeit werden aus dem in Kapitel 2 vorgestellten Erkenntnisstand im Abschnitt 2.5. konkrete Fragestellungen abgeleitet, die diese Arbeit versucht zu beantworten.

Im Anschluß daran wird die Basis der empirischen Erhebungen dargestellt. Dazu gehören eine historische Analyse der Ausgangssituation des Privatisierungsprozesses in Tansania und der Erfahrungen mit dem Reformprogramm bis Mitte 1996 sowie eine Beschreibung der hier angewandten Untersuchungsmethode und der ausgewählten Stichprobe. Stand und Durchführung der Privatisierung bei den untersuchten Unternehmen werden erläutert.

Die folgenden Kapitel dienen der Auswertung der erhobenen Daten im Hinblick auf die in 2.5. formulierten Fragestellungen. Zunächst wird die Erfolgssituation der untersuchten Unternehmen wiedergegeben. Dazu werden in Abschnitt 6.1. die Maßstäbe für unternehmerischen Erfolg definiert, die der Effizienzmessung auf Unternehmensebene dienen sollen. Danach werden die Ursachen für die unterschiedliche Erfolgssituation der untersuchten Unternehmensgruppen analysiert. Schließlich werden die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen des Privatisierungsprozesses in Tansania beurteilt und die Einschätzung der Privatisierung durch die befragten Manager wiedergegeben.

Aufgrund der Ergebnisse der empirischen Untersuchungen zieht das Schlußkapitel Rückschlüsse auf die Erfolgsaussichten des tansanischer Privatisierungsprogrammes, ordnet das Reformprogramm im internationalen Vergleich ein und formuliert Schlußfolgerungen aus den aufgezeigten Durchführungsproblemen.