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Heute heisst dieses Land Namibia

Heute heisst dieses Land Namibia

Erinnerungen an die Pionierzeit in Südwest-Afrika. Eine Autobiografie
Hackländer, Daisy
13508
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Heute heisst dieses Land Namibia

Untertitel: Erinnerungen an die Pionierzeit in Südwest-Afrika. Eine Autobiografie
Autorin: Daisy Hackländer
Verlag: Klaus Hess Verlag
Göttingen; Windhoek, 2000
Broschur, 15x21 cm, 120 Seiten, 12 sw-Fotos


Vorstellung des Verlages:

Als Daisy Hackländer mit 80 Jahren fühlt, dass sie alt wird, schreibt sie für Freunde ihre Erinnerungen auf. Ihr Herz und das Abenteuer lockten die junge Frau 1912 in ein fernes Land, um dort mit ihrem Lebensgefährten eine Farm aufzubauen. Das Land heisst heute Namibia und wurde 1990 als letzte Kolonie Afrikas unabhängig. Dieses Buch zeigt das Leben, wie es damals dort war, und wird den Kreis der Freunde des Landes erweitern.

Daisy Hackländer wurde 1892 in St. Louis (USA) geboren, kam in jungen Jahren nach Deutschland und ging 1912 nach Südwestafrika, die Zeit dort beschreibt dieses Buch. Nach Deutschland zurückgekehrt, lebte sie mit ihrer Familie u.a. im Sauerland, in Weilburg/Lahn, Hagen/ Westfalen, Kassel und schließlich in Buchenbach bei Freiburg, wo sie 1986 starb.


Aus "Im fremden Land":

Es war erstaunlich, wie schnell das große Land nach dem Hererokrieg 1904 bis 1906 aufgeblüht war. Die Farmer in diesem Land der Viehzucht schienen erhitzt zu sein an ihrer eigenen jungen, brennenden Energie. Es war das Eigentümliche, daß der Beamte, der Offizier, der Kaufmann, kam er auf Urlaub auf eine Farm, mitarbeitete am Bau des Hauses, der Nebengebäude, beim Nameneinbrennen der Rinder, beim Ziegelformen, beim Frachtfahren, Milchzentrifugieren und Buttermachen. Nur das gefährliche Brunnenbauen, das ließ der Besitzer, wenn es Sprengen mit Dynamit bedeutete, nicht aus seiner Hand. „Wasser, Wasser!" schienen die weiten Flächen, der trockene Boden, die flußlose Dürre zu schreien.

Wer von den fünf verschiedenen, einander feindlichen schwarzen Völkern hatte je etwas für die Wassererschließung getan? Niemand! Hundert Jahre und länger waren sie über die dürre Erde gelaufen, sie hatten sich in Kriegen verfolgt, vertrieben und dezimiert. Sie hatten, falls sie Viehzüchter und Nomaden waren, die Rinderherden sich vermehren lassen. Der Unerbittlichkeit von Hungerjahren waren sie mit stoischem Gleichmut begegnet und hatten das so seltene Strömen der Riviere, der trockenen Flußbetten versickern lassen, im sorglosen Dasein, ihrer sorglosen Natur folgend.

Dann kam der weiße Mann und kaufte ungenutztes Land. Er tat es ohne auszurotten, er missionierte, ja, er betrog wohl auch in einigen Fällen, denn wo immer Menschen sind, ist ja auch Betrug heimlich am Werke. - Wie leer an Menschen, weißen, schwarzen und gelben, waren die weiten wüstenähnlichen Strecken, wie in Urzeiten liegend. Von der Namibwüste steigt es auf zu der erst kärglich bewachsenen, dann mit Dornbüschen bewehrten Hochebene. Dann kommen Akazienbäume vielerlei Arten, und ganz oben, wo der Elefant die Blätter von den Bäumen reißt und die Giraffe vor dem Löwen Reißaus nimmt, wo die großen Wildebeest- und Zebraherden, das Gnu und das Hartebeest äsen, am Ovamboland, Angola zu, da wird das Land tropisch und fähig, Saatkorn aufzunehmen und eine Ernte zu verheißen.

Des Landes Unglück ist es, daß der kalte Benguelastrom unter der Meeresfläche an der Küste entlang fließt und die Wolken, die sich grau und schwer über dem Ozean türmen, dort zur Entladung bringt. Sie stürzen ihre Regen in das Meer, und selten treibt sie ein barmherziger Wind über die Namib und über die kleinen Küstenplätze ins Inland. Meist kommt der ersehnte Regen vom Osten, weit über Land, und es ist dann, als sei das Land gesegnet.

Im März 1913 befanden mein Farmer und ich uns über der hohen Brandung unter den schweren dahinstürmenden Wolken. Wir Passagiere des Woermanndampfers wurden in einem Korb zu je vieren in ein kleines Schiff hinabgelassen, von Schwarzen gepackt und ausgeladen; und dort lag Swakopmund unter schwarzweißroter Flagge. Die wenigen Häuser schienen wie hingeweht zu sein. [...]