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Die afrikanische Herausforderung

Die afrikanische Herausforderung

Das Wirken dreier Generationen von Nachfahren Hermann von Wissmans
Andreae, Brami
13509

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Die afrikanische Herausforderung

Autor: Brami Andreae
Selbstverlag
Windhoek, 1999
Broschur, 15x21 cm, 256 Seiten, zahlreiche sw-Fotos


Verlagsankündigung:

Dies ist das spannende Lebensbekenntnis eines deutschstämmigen Afrikaners, niedergeschrieben für seine Kinder und Enkel.

In diesem wird anschaulich, wie das Finden und Bewähren des rechten Weges Brami Andreaes Anliegen ist. Man spürt, wie er sich immer wieder auch fragt, ob er selbst alles richtig gemacht hat.

Dabei ist es kennzeichnend, daß er die Vorstellungswelt, in die er hineingeboren wurde, durch die persönlichen Schilderungen von Großvater und Vater, die ihm Vorbild waren, lebendig und damit verständlich werden läßt.

Er schrieb einmal: „Ich hoffe, einen Beitrag zu geben, damit verschiedene Kulturen leichter zueinander finden, mit dem Ziel, sich gegenseitig in der richtigen Art leichter ergänzen und helfen zu können. Geld kann unterstützen, der Einsatz des Menschen bleibt aber immer die Hauptsache. Ein besseres Leben entsteht nur durch Arbeit eines disziplinierten, toleranten Menschen."


Vorwort:

Im Oktober 1983 habe ich mein Manuskript abgeschlossen, nachdem 1980 die dreijährige Trockenheit in SWA-Namibia anfing, die sich in dem Zyklus der Natur meistens im Laufe von 15 Jahren wiederholt. Auch kam die Enttäuschung hinzu, daß wir, politisch gesehen, im Kampfe gegen das langsame Anwachsen der kommunistischen Unterminierung, keinen Fortschritt erreicht hatten, weil die erste gemischtrassige Partei, die DTA, an der die deutschsprachigen Südwester sich 1978 maßgeblich beteiligten, keine autonome, selbständige Interimsregierung bilden durfte, obwohl wir damals mit über 70% gewonnen hatten.

Es ist selbstverständlich, daß der weiße Bürger im Besonderen dadurch an Vertrauen und Ansehen verloren hat. Jedoch hat sich später bei der UNO-Beobachterwahl im Oktober 1989 erwiesen, daß das Bestehen der DTA Partei es ermöglichte, eine starke Opposition gegen die marxistisch eingestellte SWAPO, zu formen. Kurz nach dieser Wahl brach außerdem der Weltmarxismus zusammen und es scheint so, als ob die maßgebende SWAPO-Leitung klug genug ist, auch ihr Steuer zu einer freien Demokratie hin auszurichten. So können wir wohl auch im Allgemeinen auf eine bessere Zukunft im südlichen Afrika hoffen, die verständig, wie auch realistisch ist und eine Toleranz lehrt, die für eine funktionierende, freie Demokratie unbedingt benötigt wird.

Auch Südafrika, der industrielle Riese in Afrika, wird nach dem Abschluß seiner gleichschaltenden Evolution, noch viele Jahrzehnte den weißen Afrikaner als stabilisierenden Faktor benötigen. Die völlige Abschaffung der sogenannten Apartheid wird innerhalb der nächsten 5 Jahre überwunden sein, das heißt, daß die Gesamtbevölkerung Südafrikas innerhalb dieser 5 Jahre eine völlige Gleichberechtigung an politischen und menschlichen Rechten erhalten haben wird.

Es ist jedoch schon immer ein äußerst langsamer Werdegang für jedes Volk in der Geschichte gewesen, eine breite Basis von gebildeten und wohlhabenden Bürgern zu erhalten. Das Fortbestehen einer freien Demokratie ist erst gewährleistet, wenn die Gesamtbevölkerung einen gebildeten, hohen Lebensstandard erreicht hat. Ein jegliches Volk kann nur das sein und besitzen, was es aus sich selbst heraus schaffen kann oder geschaffen hat. Die Vorgeschichte zu unserem politischen Augenblick und seiner Zukunft habe ich durch Erzählungen von Begebenheiten festgehalten.

Bei dem ersten Teil der Geschichte meines Großvaters habe ich hauptsächlich Auszüge aus seinen Tagebüchern übernommen. Bei dem Zweiten Teil der Geschichte meines Vaters mußte ich mich an überliefertes und zum Teil gemeinsam Erlebtes halten, und bei dem dritten Teil habe ich selbst erzählt. Ich habe mich bemüht, alles so wiederzugeben, wie es im praktischen, wirklichen Leben passiert ist, also den Stil der Reisebeschreibungen weiter beibehalten. [...]

Mein Großvater, Hermann von Wissmann, heiratete 1894 Hedwig Langen, die er auf einem Nildampfer kenneglemt hatte. Nach seiner Pensionierung kaufte er sich in der Steiermark einen Gutshof, wo meine Mutter Hidegard von Wissmann, Hilla genannt, geboren wurde und aufwuchs. Mein Vater, Brami Valentin Andreae, Sohn von Lisbeth Andreae, geb. Langen, wuchs in Darmstadt auf, er meldete sich nach dem Abitur 1911 zur Marine. Als der Erste Weltkrieg 1918 vorbei war, versenkte er sein U-Boot, dessen Kommandant er war, um es nicht den Engländern ausliefern zu müssen, wie der Befehl gelautet hatte. Da die neue Räteregierung die Verantwortlichen vor Gericht zur Rechenschaft ziehen wollte, ging mein Vater zu der verwandten und befreundeten Familie von Wissmann nach Österreich.

1920 heiratete er dann dort meine Mutter, Hildegard von Wissmann. 1921 bekamen sie einen Sohn, der Brami Halim getauft wurde. 1924 ließen sich meine Eltern scheiden, und 1926 wanderte mein Vater nach Südwestafrika aus, um sich eine neue Existenz als Farmer aufzubauen. Ich selbst verbrachte meine erste Jugend hauptsächlich bei meiner Großmutter Wissmann in Österreich, die mir auch den Kontakt zu meinem verstorbenen Großvater und Afrika vermittelte.

Mit 9 Jahren besuchte ich meinen Vater das erste Mal und mit 14 Jahren folgte ich ihm endgültig nach Südwestafrika. [...]