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Namibia. Wirtschaft, Politik, Gesellschaft

Namibia. Wirtschaft, Politik, Gesellschaft

Wirtschaftliche Veränderungen zehn Jahre nach der Unabhängigkeit Namibias
Halbach, Axel
14030
99916-40-15-0
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Autor: Axel Halbach
Namibia Wissenschaftliche Gesellschaft
Windhoek, 2000
ISBN: 99916-40-15-0 (Namibia)
ISBN: 3-936858-66-7 (Deutschland)
Broschur, 15x21 cm, 246 Seiten, einige Kartenskizzen


Verlagsankündigung:

Deutsche Kolonialverwaltung, südafrikanische Apartheidspolitik und ein langer Unabhängigkeitskrieg haben tiefe Spuren in Namibia hinterlassen: Das Nebeneinander einer modernen und einer marginalisierten Wirtschaft, Wohlstand und Massenarmut, vor allem aber eine zersplitterte Gesellschaft. Dieses Buch beinhaltet viele wichtige Informationen hinsichtlich der wirtschaftlichen Veränderungen, des Staatshaushaltes, des regionalen und internationalen Handels zehn Jahre nach der Unabhängigkeit.


Inhaltsverzeichnis:

1 DAS ERBE DER VERGANGENHEIT
1.1 Politisch-historische Entwicklung im Überblick
1.1.1 Frühgeschichte, Kolonial- und Mandatszeit
1.1.2 Die, Übergangszeit 1978 bis 1990
1.1.3 Südafrikas Apartheidspolitik in Namibia
1.1.4 Die Sonderrolle von Walvis Bay
l .2 Wirtschaftliche und soziale Lage vor der Unabhängigkeit
1.2.1 Gesamtwirtschaftliche Strukturen und Probleme
1.2.2 Die sektorale Situation
1.2.2.1 Landwirtschaft
1.2.2.2 Fischereiwirtschaft
1.2.2.3 Bergbau
l .2.2.4 Verarbeitende Industrie
1.2.2.5 Tourismus
1.2.2.6 Infrastruktur
1.2.2.7 Staatshaushalt
1.2.3 Die soziale Situation
1.2.4 Zur Rolle und Bedeutung der Deutschstämmigen

2 DER POLITISCHE NEUBEGINN
2.1 Durch den Unabhängigkeitsprozeß geschaffene Ausgangssituation
2.2 Neue staatsrechtliche Grundlagen und politischer Prozeß
2.2.1 Verfassung und Verfassungskritik
2.2.2 Struktur der politischen Ebenen
2.2.3 Regionale Neugliederung: Strukturen und Probleme
2.3 Wahlen, Regierungsbildung und Opposition
2.3.1 Parlaments- und Präsidentsehaftswahlen
2.3.2 Regional- und Kommunalwahlen
2.3.3 Parteien, Regierung und Opposition
2.4 Innenpolitische Entwicklungen und Demokratieverständnis
2.5 Zur Situation von Menschenrechten und Minoritäten
2.6 Außenpolitische Aspekte
2.6.1 Internationale Repräsentanz und Mitgliedschaften
2.6.2 Außenpolitische Allianzen und Konflikte

3 DIE WIRTSCHAFTLICHE UMGESTALTUNG
3.1 Entwicklungspolitische Strategien, Aufgaben und Pläne
3.2 Wahrung des makroökonomischen Gleichgewichts
3.3 Sektorale Entwicklungen
3.3.1 Potentiale und Probleme der Landwirtschaft
3.3.1.1 Grundlegende Strukturen und Tendenzen
3.3.1.2 Probleme und Alternativen der kommerziellen Farmwirtschaft
3.3.1.3 Kommunale Landwirtschaft und ländliche Entwicklung
3.3.1.4 Die Landreform - ein Lösungsansatz?
3.3.1.5 Potentiale der Forstwirtschaft
3.3.2 Hoffnungsträger Fischereiwirtschaft
3.3.3 Unterschiedliche Signale im Bergbau
3.3.3.1 Bedeutung, Strukturen und Entwicklungen
3.3.3.2 Förderung, Planung und Exploration wichtiger Mineralkomplexe
3.3.3.3 Zur Bedeutung des Kleinbergbaus
3.3.4 Stagnation der verarbeitenden Industrie
3.3.4.1 Struktur und Entwicklung im Überblick
3.3.4.2 Export Processing Zones als Ausweg?
3.3.4.3 Probleme des informellen/ kleinindustriellen Bereichs
3.3.5 Aspekte der Energieversorgung
3.3.5.1 Strukturen, Potentiale und Pläne
3.3.5.2 Kudu-Erdgas und/ oder Epupa-Wasserkraft?
3.3.5.3 Erneuerbare Energien: mit oder ohne Zukunft?
3.3.6 Wasser - die knappste Ressource
3.3.7 Aufschwung des Fremdenverkehrs
3.3.7.1 Touristische Anziehungspunkte
3.3.7.2 Nationale Entwicklungsstrategie
3.3.7.3 Gesamtwirtschaftliche Bedeutung
3.4 Außenwirtschaftliche Abhängigkeiten und regionale Kooperation
3.4.1 Entwicklung der Handelsbilanz
3.4.2 Regionale Kooperations- und Handelsvereinbarungen
3.4.3 Regionale Abhängigkeiten
3.4.4 Ausbau zum regionalen Dienstleistungszentrum?
3.4.4.1 Verkehrsinfrastruktur und Verkehrspolitik
3.4.4.2 Namibia als Transitland?
3.5 Entwicklung und Umwelt

4 DIE UMGESTALTUNG DER SOZIALPOLITIK
4.1 Soziale Strukturen und Indikatoren
4.2 Bevölkerung, Migration und Verstädterung
4.3 Strukturen und Probleme des Arbeitsmarkts
4.4 Erziehung und Ausbildung
4.5 Neue Schwerpunkte und Probleme im Gesundheitswesen

5 DIE FINANZIERUNG DER UMSTRUKTURIERUNG
5.1 Der Staatshaushalt - Strukturentwicklung und Probleme
5.1.1 Ausgangslage
5.1.2 Entwicklungspolitische Vorgaben
5.1.3 Reale Entwicklung der Staatsfinanzen
5.2 Das internationale Engagement
5.2.1 Strukturen und Probleme der Entwicklungszusammenarbeit
5.2.2 Deutschland als wichtigster bilateraler Geber

6 BILANZ NACH ZEHN JAHREN UNABHÄNGIGKEIT
LITERATURVERZEICHNIS

VERZEICHNIS DER TABELLEN
1 Wirtschaftsstruktur und -entwicklung 1980 bis 1989
2 Außenhandel und Zahlungsbilanz, 1980 bis 1989
3 Erzeugung ausgewählter Produkte, 1980 bis 1989
4 Strukturdaten der neuen Regionen Namibias
5 Wahlen in Namibia im Zeitvergleich
6 Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts, 1990 bis 1998
7 Wichtige gesamtwirtschaftliche Indikatoren
8 Entwicklung des Viehbestandes, 1990 bis 1997
9 Agrarproduktion nach Preisen und Mengen, 1990 bis 1997
10 Entwicklung des Fischereisektors, 1990 bis 1998
11 Produktion ausgewählter Mineralien, 1990 bis 1998
12 Eckdaten der Erschließung des Kudu-Erdgasfeldes
13 Vergleichsdaten zum Epupa/Baynes Wasserkraftprojekt
14 Entwicklung des Fremdenverkehrs nach Herkunftsländern
15 Außenhandelsentwicklung 1990 bis 1998
16 Technische Daten der Häfen Walvis Bay und Lüderitz
17 Soziale Indikatoren im Überblick
18 Strukturdaten der Bevölkerung 1991
19 Entwicklung und Ziele im Bildungsbereich
20 Entwicklung des Staatshaushalts 1992/93 bis 1999/2000
21 Externe Hilfeleistungen an Namibia, 1990 bis 1997
22 Internationale Entwicklungshilfe 1990 bis 1998
23 Externe Entwicklungshilfe nach Gebern, 1994 bis 1997
24 Externe Entwicklungshilfe (Auszahlungen) nach Sektoren,
1994 bis 1997
25 Überblick über die bilateralen Hilfeleistungen Deutschlands,1990 bis 1997

TABELLEN IM ANHANG
AI Überblick Investitionsanreize

VERZEICHNIS DER KARTEN
1 Regionale Gliederung vor der Unabhängigkeit
2 Die neuen Regionen und Kommunalverwaltungen Namibias


Entwicklung und Umwelt:

In einem Land wie Namibia mit besonders fragilen naturgeographischen Grundlagen kann wirtschaftliche Entwicklung zu einer starken Belastung der sich in einem prekären Gleichgewicht befindlichen Umwelt führen. Die empfindlichen natürlichen Gegebenheiten, die sich in diesem Randgebiet wirtschaftlicher Existenz im Verlauf von Jahrmillionen herausgebildet haben, sind durch den Eingriff des Menschen stetig wachsenden Belastungen ausgesetzt. Wie schon im Vorangegangenen immer wieder angesprochen, hängen insbesondere Landwirtschaft, Fischerei und Tourismus stark von der Aufrechterhaltung des natürlichen Gleichgewichts, der sensibel reagierenden Umweltbedingungen ab und auch der Bergbau kann zu einer Quelle der Umweltverschmutzung und -veränderung werden. Ein sorgfältiges Management der natürlichen Ressourcen ist deshalb in Namibia wichtiger als in vielen anderen Ländern. Das Ziel muss sein, ein nachhaltiges Gleichgewicht zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Ressourcenerhalt zu finden.

Namibias relevante Gesetzgebung trägt diesem Erfordernis weitgehend, aber noch nicht in jedem Fall ausreichend Rechnung. Ratifiziert wurde eine Reihe von internationalen Vereinbarungen, die nachhaltigen Umweltschutz zum Ziel haben. So verpflichtet die United Nations Convention on the Law of the Sea (1982) das Land, über entsprechende Gesetze für den Erhalt einer gesunden marinen Umwelt zu sorgen. Dem Schutz der in Namibia besonders spezifischen, oft endemischen Fauna und Flora dient u. a. die Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora (1973). Verschiedene internationale Abkommen haben den Erhalt der lebenswichtigen Ozonschicht zum Ziel. Für Namibia besonders relevant ist die United Nations Convention to Combat Desertification (1994).

Schon in der Verfassung festgelegt ist das Importverbot von toxischen und Nuklearabfällen entsprechend der Basel Convention on the Control of Trans-boundary Movements of Hazardous Wastes and their Disposal (1989). Weltweite, regionale und nationale Bedeutung hat schließlich die United Nations Framework Convention on Climate Change von 1992.

Trotz aller Bemühungen um Umweltschutz konnte jedoch nicht ausbleiben, dass das Wachstum von Bevölkerung und Wirtschaft und der damit verbundene unvermeidliche Eingriff in natürliche Abläufe bereits regional zu einer nicht unerheblichen Beeinträchtigung der Umwelt geführt haben. Im kommunalen wie auch kommerziellen Agrarsektor sind diese Folgen am deutlichsten sichtbar und ein wachsendes Problem.

Mit Blick auf die ungelöste Landreformfrage stellen die Vereinten Nationen eindeutig fest, dass Landhunger und Bevölkerungswachstum in den kommunalen Gebieten im Norden unter Umweltgesichtspunkten andere Lösungen verlangen als die Umverteilung semi-ariden Farmlandes in den südlicher gelegenen Landesteilen. Entsprechende Maßnahmen der Vergangenheit haben schnell zu irreparablen Schäden, stark rückläufiger Tragfähigkeit und einem Vordringen der Wüste geführt. In Namibia ist der sogenannte "reiche Süden" ökologisch viel verwundbarer als der "arme Norden", der von den natürlichen Grundlagen her über das beste primäre Produktionspotential und eine wesentlich widerstandsfähigere Umwelt verfügt. Gerade der Norden ist aber als Folge der dort vergleichsweise hohen Siedlungsdichte und einem über die natürliche Tragfähigkeit hinausgehenden Viehbesatz einer besonders starken Umweltbelastung ausgesetzt. Kommunales wie kommerzielles Farmgebiet leiden in unterschiedlichem Ausmaß an Überweidung, Überstockung, zunehmender Verbuschung, Bodenerosion und einem allmählichen Vordringen der Wüste.

Zunehmende Desertifikation ist eine der größten Bedrohungen Namibias. Sie äußert sich in sinkendem Grundwasserspiegel, Bodenerosion, rückläufigem Baumwuchs, Verlust an Grasnarbe, abnehmende Vorkommen bevorzugter, nahrhafter Gräser und Büsche, in der undurchdringlichen Verbuschung ehemaliger Weideflächen sowie in einer Zunahme des Salzgehalts im Boden; alles zusammen lässt die Fruchtbarkeit und damit Tragfähigkeit spürbar zurückgehen. Hier macht sich die Abwesenheit eines effektiven und wirksamen, rechtlich abgesicherten Landnutzungssystems schmerzlich bemerkbar. Auf weiten Flächen gibt es praktisch keinerlei Nutzungskontrolle oder ein den Erfordernissen Rechnung tragendes Nutzungsmanagement.

Die zunehmende Verbuschung (deren Auslösung immer noch nicht definitiv geklärt ist) betrifft heute bereits etwa 14 Mill. Hektar kommerziellen Farmlandes mit einem dort bereits um 30 % rückläufigen Produktionspotential. Zu diesen direkten Produktions- und damit Einkommensverlusten kommen noch die indirekten Kosten tatsächlicher und/oder potentiell notwendiger Rehabilitierungsprogramme hinzu.
Abnehmende Wasserreserven sind ein weiterer Faktor. Zwei Trends sind hier zu beobachten:

- Am Oberlauf von Rivieren gelegene (Farm- )Dämme führen zu geringerem Abfluss und sinkendem Grundwasserspiegel für Farmer, Wild und Natur am Unterlauf. Zunehmend findet deshalb bereits ein Grundwasserabbau statt, so dass es immer zwingender wird, Dammbauten am Oberlauf einzustellen, zurückzustellen oder entsprechende Pläne ganz aufzugeben, um eine noch größere Störung des ökologischen Gleichgewichts am Unterlauf zu vermeiden. Große Grundwasserreservoire an der Küste wie die alluvialen Kuiseb- und Omaruru Aquifere können deshalb den Wasserbedarf der Küstenorte und der Uranmine Rössing schon heute nicht mehr befriedigen. In den Einzugsgebieten von Kuiseb und Omaruru ist die Vegetationsdecke schon teilweise so stark geschädigt und die Bodenoberfläche durch harte Sedimente versiegelt, dass selbst bei guten Niederschlägen eine ausreichende Wiederauffüllung verhindert wird.

- Die Übernutzung des Grundwassers bedroht nicht nur die Wasserversorgung bestimmter städtischer Gebiete, sondern macht auch zunehmend in Verbindung mit der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung des Landes überregionale Wassertransfers über weite Entfernungen hinweg notwendig. Die deshalb irgendwann nicht mehr zu umgehende Wasserentnahme aus den Grenzflüssen im Norden birgt deshalb nicht nur die große Gefahr unvermeidlicher und bleibender Umweltschäden in sich, sondern wird auch unweigerlich mit einer Verschlechterung der Beziehungen zu den Nachbarländern verbunden sein.

Eine Messung von bereits eingetretenen Veränderungen in der biologischen Vielfalt Namibias gibt es bislang nicht. Auf manchen Farmen und vor allem in den kommunalen Gebieten ist aber im Hinblick auf die Vielfalt der Fauna schon ein zum Teil deutlicher Rückgang zu beobachten; auch für die weniger auffälligen Pflanzen und Kleintiere dürfte dies durch die Reduzierung von Wald- und anderen unberührten Naturflächen zutreffen. Um so wichtiger wird heute die von immer mehr Farmern verfolgte komplementäre Nutzung von Landwirtschaft und Wild. Durch den Tourismus gefördert, für dessen weitere positive Entwicklung die Aufrechterhaltung einer unzerstörten Natur eine - entscheidende Voraussetzung ist, scheint es, dass in den vergangenen Jahren und dieser Trend hält an - die gemeinschaftliche und gleichgewichtige Landnutzung durch Viehhaltung und Wild an Bedeutung gewonnen hat.

Die Zahl des Wildes und der Wildarten hat nach Jahren des Rückgangs wieder zugenommen. Insgesamt hat es den Anschein, dass die aufeinander abgestimmte Nutzung des Landes durch kommerzielle Viehzucht, Wildpflege und Tourismus zu einem Erhalt der biologischen Vielfalt beiträgt.

Was den Fischereisektor betrifft, so sind die überaus negativen Folgen jahrzehntelanger Überfischung bekannt und nur noch teilweise wieder reparabel. Das Fischereimanagement hat sich aber inzwischen (wie weiter oben angeführt) so dramatisch verbessert, dass eine gewisse Ressourcenerholung schneller als erwartet eintrat. Geblieben sind natürlich die nicht beeinflussbaren negativen Umwelteinflüsse durch das El-Ninjo verwandte Phänomene. Hinzugekommen sind mit einer gewissen, aber noch nicht gravierenden Bedeutung die Umweltfolgen wachsender Hafenaktivitäten, der Abwässer und Abfälle der Fischfabriken und anderer industrieller Einrichtungen auf die Küstenzone und deren natürliche Lagunenlandschaften mit ihrer reichen Vogelpopulation. Auch illegales Ölablassen der Schiffe und Baggerarbeiten im Schelf tragen zu einer lokalen Verschmutzung der Küste bei. Welche langfristigen Effekte die sich rasch ausbreitende Offshore-Diamantengewinnung haben wird, lässt sich heute noch nicht absehen.

Den Umweltfolgen des Bergbaus ist erst in jüngster Zeit größere Aufmerksamkeit gewidmet worden. Dabei geht es unter anderem um die Problematik von Abraumhalden, Veränderungen des Grundwasserspiegels und der Landform, Landdegradierung wegen unzureichender Rehabilitation etc. Insgesamt gibt es heute in Namibia aus früherer Zeit 240 alte, nicht rehabilitierte Minen. Heute sind alle Bergbauunternehmen zu Umweltschutzprogrammen verpflichtet. Problematisch ist, dass gerade die von der Umwelt her besonders empfindliche Namib- und Küstenregion zu den bedeutendsten Bergbaugebieten gehört. Heute sind die in Namibia tätigen Bergbaukonzerne einem gesunden Umweltmanagement gegenüber sehr aufgeschlossen und arbeiten eng mit der Regierung zusammen.

Ein letzter wichtiger, umweltrelevanter Bereich sind die Quellen der Energiegewinnung. Generell kann gesagt werden, dass in den ausgedehnten Gebieten geringer ländlicher Siedlungsdichte die Holznutzung zu Feuerzwecken noch keinen negativen Einfluss auf die Umwelt gehabt hat, da üblicherweise nur abgestorbene Bäume und Äste zu Feuerungszwecken genutzt werden. Ausgenommen sind davon jedoch Regionen mit starker ländlicher Bevölkerungsdichte und die peri-urbanen Randzonen, wo durch erhebliche Wanderungsbewegungen eine starke Zunahme armer Haushalte und informeller Siedlungen stattgefunden hat. Dort ist ein deutlicher und dramatischer Druck auf nahegelegene Baumbestände und Forsten festzustellen, die sich immer mehr einer fast vollständigen Abholzung nähern. Davon abgesehen aber hat die Energiegewinnung - vor allem auch durch den preiswerten Strom Import aus Südafrika - kaum negative Effekte auf die Umwelt des Landes. Eine Realisierung des Epupa-Staudammprojekts wäre anders zu beurteilen, doch scheint dieses Großprojekt inzwischen kaum noch eine wirkliche Chance zu haben. […]