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Zwiegespräche in der Wüste. Briefe und Aquarelle aus dem Exil 1935-1946

Zwiegespräche in der Wüste. Briefe und Aquarelle aus dem Exil 1935-1946

Hermann Korns Leben, seine vielseitige Persönlichkeit und die Zeit in Südwestafrika, einschließlich der Wüstenjahre, ist hier dokumentiert
Korn, Hermann
13553

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Zwiegespräche in der Wüste. Briefe und Aquarelle aus dem Exil 1935-1946

Autor: Hermann Korn
Klaus Hess Verlag
2. Auflage, Göttingen; Windhoek 2001
ISBN 978-3-9804518-9-5
Broschur, 15x21 cm, 158 Seiten, 2 Karten, 24 sw-Fotos. 25 Aquarelle


Beschreibung:

Hermann Korn, einer der begabtesteten jungen Geologen Deutschlands, emigrierte 1935 zusammen mit Henno Martin nach Südwestafrika, dem heutigen Namibia.

Um einer nach Kriegsausbruch befürchteten Internierung zu entgehen, entschiedlen sich die Freunde zu ihrem einzigartigen Robinsonleben in der Namib-Wüste von 1940-1942, das Henno Martin in seinem Buch "Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste" beschrieben hat.

Hermann Korn starb 1946. Dieses Buch schildert einfühlsam sein Leben und seine vielseitige Persönlichkeit und dokumentiert die Zeit in Südwestafrika einschließlich der Wüstenjahre in einer Anzahl von Briefen. Besonderen Ausdruck findet Korns Afrika-Faszination in seinen hier erstmals farbig wiedergegebenen Namibia-Aquarellen.


Vorwort von Peter v. Egan-Krieger:

Am 9. August 1946 endete in Windhoek das Leben eines wissenschaftlich wie musisch gleichermaßen hochveranlagten Einzelgängers, der zu den größten Begabungen der deutschen geologischen Forschung zählte, aber sofort nach seinem Studienabschluß Hitlers Machtbereich den Rücken gekehrt hatte.

Hermann Korn starb im Alter von 38 Jahren, als er gerade aus dem Exil nach Deutschland heimkehren sollte, wo ihm eine glänzende Universitätskarriere vorgezeichnet schien. Er hatte sich abermals eigene Wege gesucht und stürzte mit dem Auto von einer Brücke - einer Eisenbahnbrücke.

Hermann Korn ist in Deutschland so gut wie vergessen und wäre es wohl ebenso in Namibia, hätte nicht sein Studienfreund Henno Martin mit seinem Buchbericht "Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste" dem gemeinsam während des Krieges geführten Flüchtlingsleben am Kuiseb ein Denkmal gesetzt.

Das immer wieder neu aufgelegte Buch behandelt jedoch nur die zweieinhalbjährige Wüstenrobinsonade von 1940-42, ohne auf Vorgeschichte und Persönlichkeit der beiden Akteure näher einzugehen. Das vorliegende Buch sollte daher aus Anlaß des 50. Todestages Hermann Korns 1996 über die Stationen seines eigenwilligen Lebens Auskunft geben und ihn gleichzeitig in Selbstzeugnissen einem interessierten Leserkreis nahebringen.

Eine Würdigung seiner wissenschaftlich-geologischen Leistung ist dem Herausgeber mangels eigener Fachkompetenz leider nicht möglich, zumal das von Hermann Korn in über zehnjähriger Zusammenarbeit mit Henno Martin angehäufte riesige Forschungsmaterial infolge seines frühen Todes größtenteils unfertig liegen blieb.

Da diese Aufzeichnungen wegen der darin verwendeten speziellen Indizes und Abkürzungen praktisch nur mit Hilfe Henno Martins hätten bearbeitet werden können, der aber das wissenschaftliche Material für veraltet hielt, wird es durch dessen Tod 1998 keine qualifizierte Auswertung mehr geben.

Es gibt auch keine Tonbandaufnahmen vom Musiker Hermann Korn, der mindestens fünf Instrumente spielte und in Windhoek vor allem durch seine Violinsoli in Erinnerung blieb. Nur von der künstlerischen Qualität des Malers Hermann Korn kann man sich noch anhand seiner wenigen erhaltenen Aquarelle überzeugen und von der Persönlichkeit des Briefeschreibers.

Die Briefe aus dem Exil sind meist an Familienangehörige und Freunde in Deutschland gerichtet, teilweise aber auch in Form einzigartiger Zwiegespräche in der Wüstenisolation verfaßt, ohne jede Aussicht, mit dem angesprochenen Adressaten real in Verbindung treten zu können. Ihre Sprache ist einfach, spontan und schnörkellos; aber wenn Korn schildert, in welchem Szenarium er sich gerade befindet, fühlt man sich in seiner Welt gefangen wie beim Betrachten seiner Bilder.

Er konnte malen mit Farben und mit Worten. Die vorhandenen Aquarelle, in denen er seine Eindrücke von der namibischen Wüstenlandschaft und Tierwelt festgehalten hat, sind zwar nur noch ein Bruchteil der ursprünglich existierenden - da er mehrfach in selbstzerstörerischen Aufwallungen schönste eigene Werke vernichtete -, sie vermitteln aber dennoch eine Vorstellung davon, wie er die „lebensfeindliche" Wildnis als Zuflucht gesehen hat und sehen wollte. Beide persönliche Hinterlassenschaften, Briefe und Wüstenaquarelle, sollen daher als Selbstzeugnisse hier in Auswahl vorgestellt werden.

Die nachfolgende biografische Einführung kann das Leben Hermann Korns nur oberflächlich skizzieren, weil die archivierten Materialien über größere Zeiträume allzu lückenhaft sind. Der Herausgeber verdankt hier besonders Prof. Dr. Henno Martin wichtige ergänzende Informationen für die Exilzeit sowie Hermann Korns früheren Studienfreunden, den Professoren Dr. Erhard Voigt, Dr. Willi Laatsch und Dr. Karl Mägdefrau für die Jahre 1928-34.

Ebenso seien alle in Namibia und Südafrika lebenden Freunde Hermann Korns für ihre Erinnerungsbeiträge bedankt und Herr J. Kutzner und seine Mitarbeiter vom Windhoeker Nationalarchiv für ihre tätige Unterstützung. Im Exilarchiv der Frankfurter Deutschen Bibliothek bedeutete das persönliche Interesse von Frau Marie-Luise Hahn am Leben und Wirken Hermann Korns eine wesentliche Arbeitserleichterung, für die ich mich an dieser Stelle bedanken möchte.

Die vorliegende Arbeit wäre jedoch nicht möglich gewesen ohne Mithilfe der Schwestern Hermann Korns, Dr. Katharina Seifert und Dr. Charlotte Romberg, sowie die selbstlose Förderung durch seinen Schwager Prof. Dr. Dr. Herbert Seiten. Ihnen gilt mein besonderer Dank auch dafür, daß keine Einflußnahme von selten der Angehörigen auf den Buchinhalt versucht wurde. Daraus folgt aber ebenso, daß in diesem Buch enthaltene persönlichkeitsdeutende Aussagen über Hermann Korn im Zweifelsfall nur die Meinung des Herausgebers wiedergeben und von ihm allein zu vertreten sind.


Inhaltsverzeichnis:

Vorwort

Teil A: Hermann Korn 1907-1946 - Eine biografische Skizze

I. Kindheit und Schulzeit
II. Studienjahre in Greifswald und Halle
III. Bruch mit J. Weigelt
IV. Studienabschluß und Aurbruch nach Afrika
V. Vorkriegsjahre in SW-Afrika
VI. Kriegszeit
VII. „Seele geht ins Dunkle"

Anmerkungen

Teil B: Briefe Hermann Korns

Zur Auswahl und Edition der Vorlagen
Liste der (auszugsweise) abgedruckten Briefe

Teil C: Aquarelle Hermann Korns
Zu den Bildern
Verzeichnis der Bild-Nummern

Übersichtskarte am Ende des Buches