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![]() Untertitel: Die Bilder aus der Zigarrenkiste
„Das ist für Sie, solche Kistchen sind immer brauchbar." Mit diesen Worten überreichte mir der Maler Adolph Jentsch eine alte Zigarrenkiste. Dies geschah während der Räumung seiner „Absteige" 1977. Wie manch ein Farmer besaß Jentsch so eine „Absteige" in der Stadt für Besorgungen, die längere Zeit in Anspruch nahmen. Dreißig Jahre hatte Jentsch die Kammer bei Oskar Tückmantel in Klein Windhoek. Da der Meister nun selbst in Windhoek wohnte, erfüllte sie keinen Zweck mehr. Bei diesem Aufklaren kam so manches ans Licht, was verschwunden war unter Angesammeltem. Die Aktion war für den Autor nicht gerade ein Sonntagsvergnügen; so fand auch das Kistchen erst keine Beachtung. „Aguüa Tinerfena" Der stolze Titel auf der Kiste: Sie war leer - was die Zigarren anbetraf, enthielt aber stattdessen folgenden Inhalt: - Eine Postkarte aus Chemnitz vom 7.8.1938, Geburtstagswünsche an Jentsch zum Fünfzigsten von Familie und Freunden. - Ein Kuvert von Ferdinand Stich aus Swakopmund datiert 1947. - Ein Kuvert von H. von Fischer aus Maltahöhe aus dem Jahre 1947. - Ein Kuvert aus Kapstadt, 1947. - Zwölf Pappschildchen mit Bildtiteln zu Ölbildern, die Anfang 1939 im Hotel Kaiserkrone Windhoek zum Verkauf hingen. (Vier davon mit Preisangaben) und dann: Achtundfünfzig Postkarten nach Ölbildern von Jentsch. Neun Karten mit seinem Namenszug „Ad. Jentsch" in schwarzer Tusche am vorderen Kartenrand nachträglich angebracht. Eine hinten gezeichnet. Neun mit handschriftlichen Bildtiteln und eine mit Bildtitel und einem Gedicht von Jentsch auf der Rückseite.Ob der Meister den Inhalt überhaupt in Augenschein genommen hatte, war unklar; fragen konnte man ihn zu diesem Zeitpunkt nicht mehr. Ein Teil der Postkarten wurde anlässlich der Gedenkausstellung 1997 zu Jentschs 20. Todestag in der Kleinen Galerie in Windhoek zum ersten Mal gezeigt und fand ein reges Interesse. Dies ließ den Gedanken reifen, sie einem größeren Publikumskreis zugänglich zu machen in Form der vorliegenden Veröffentlichung. Etliche der abgebildeten Ölbilder sind dem großen Brand in Brack zum Opfer gefallen. Von anderen ist der Verbleib unbekannt, von wenigen der Standort bekannt. Dieser indirekte „Fund" stellt eine einmalige Bestandsaufnahme von einem Teil der Jentsch-Ölbilder dar. Es wäre wünschenswert, wenn diese Veröffentlichung dazu beitragen würde, Bilder zu identifizieren, die noch existieren. Es ist ja zu befürchten, dass die meisten dem Brand zum Opfer gefallen sind. [...] |


