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![]() Untertitel: Afrikanische Nachtgespräche
Als "afrikanischer Stamm deutscher Zunge" leben die Namibia-Deutschen in einem Land, das von ihren Großvätern vor mehr als hundert Jahren ungebeten betreten wurde. Ihr heutiges Leben vollzieht sich in einem kulturellen Umfeld, das von widersprüchlichen Traditionen und von der afrikanischen Variante eines Aurbruchs in die Moderne gezeichnet ist. Jürgen Leskien hat sich auf die Suche nach dem Erbe dieser vergessenen Geschichte gemacht und ist auf bewegende Geschichten von einstigen deutschen Aussiedlern in Namibia gestoßen. Als Ausgangspunkt des Erzählens wird dabei immer wieder auf die Niederschlagung des Herero-Aufstandes am Waterberg, den grausamen Feldzug der Deutschen Schutztruppen gegen das Volk der Hereros im Jahr 1904, Bezug genommen.
Sie stellen zunächst fest, dass sie es nicht schätzen, wenn über sie gesprochen wird. Fast immer sagen sie das. Zu oft sind wir verraten worden, behauptet Arthur, der Lüderitzer Diamantfischer deutscher Zunge. Und nach zwei Wochen fließt die Kohle. Das ist mein Leben, verstehst du. Mehr gibt es nicht zu sagen. Keine Zeit für tiefsinnige Betrachtungen über Tage und Nächte im Flaschenhals Lüderitz. Warum wer hier bleibt und warum andere bei Nacht verschwinden. Schwarze, Weiße, Bunte. Schluss und weg. Obwohl hier alles begonnen hat. Und die alten Verträge rechtens sind, was ihr Deutschländer natürlich bestreitet. Oder?! Alles klar? Zum Wohl! Nicht selten zählen sie zu den Abkömmlingen deutscher Missionare. Erwiesen sich jene Männer in Schwarz nicht als Vortrupp betrügerischer Händler und Landräuber? An Plätzen mit gutem Wasser sesshaft geworden, verkündeten sie die Botschaft Gottes, tauften Schwarze im Dutzend, steckten Hereroweiber, damit sie ihre Blöße bedecken mögen, in weit ausladende, viktorianische Kleider, hämmerten Kindern das Alphabet ein. Und ließen Schnapshändler, Mädchenschänder, Viehdiebe ziehen. Dieses im Kopf, springen dem eiligen Gast Zeichen rückwärts gewandter Gesinnung heutiger Südwester sogleich ins Auge. Das über der Stadt thronende Denkmal des deutschen Reiters in Windhoek, die Brötchen aus der Dampfbäckerei Maier Omaruru, mit Schmucknarben verziert - Hakenkreuze auf der Morgenschrippe zu Hitlers Geburtstag -, das Antiquariat, das schon immer Hans Grimm führte, und den Raubdruck "Mein Kampf". |


