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Die Helden der Naukluft

Die Helden der Naukluft

Nachdruck der bekannten Romans über die Kämpfe im Naukluftgebirge während des Hereroaufstandes
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Untertitel: Eine Erzählung aus Deutsch-Südwest
Autor: Maximilian Bayer
Ursprung: Potsdam: Ludwig Voggenreiter, 1931
Verlag: Peter's Antiques
13. Auflage, Swakopmund 1998
Broschur, 11x18 cm, 189 Seiten, zahlreiche Federzeichnungen, 1 Kartenskizze


Verlagsankündigung:

Der Verfasser dieses Werkes, Maximilian Bayer, wurde 1872 in Karlsruhe geboren. Mit 19 Jahren wurde er zum Leutnant befördert und einige Jahre später zum Großen Generalstab kommandiert. 1904 betrat Bayer den Boden von Deutsch-Südwest. In den Kämpfen gegen die Hereros nahm er an allen großen Kampfhandlungen teil.

Im Jahre 1905 kehrte er nach Deutschland zurück; seine Erfahrungen im afrikanischen Feldzug waren ihm in den folgenden Jahren angestrengter und erfolgreicher Arbeit als Offizier und Jugendführer eine wertvolle Grundlage. Aus der Erinnerung an die unvergeßlichen Jahre in Afrika schrieb er mehrere Werke, darunter das vorliegende und die im gleichen Verlag erschienene Südwesterzählung „Ist Okowi treu?"

Im Weltkrieg wurde Bayer der erste deutsche Kommandant Lüttichs. Später gründete und führte er das aus Finnen bestehende Jäger-Bataillon 27. Am 25. Oktober 1917 fiel er als Major und Führer eines Reserve-Infanterie-Regiments bei Nomeny in Lothringen. 1937 wurde dieses Werk auf den Kampfplätzen der Naukluft unter Beihilfe alter Naukluftkämpfer neubearbeitet von Arthur Ehrhardt.


Aus "In der Falle":

Langsam bahnte sich die Reiterstreife ihren Weg über die Gesteinstrümmer, die den Boden der tiefeingeschnittenen, schmalen Schlucht erfüllten. Keuchend sprangen die müden Pferde von einem Block zum anderen oder suchten mit tastendem Huf einen Halt auf losem Schotter. Mitunter mußten die Männer sogar rasch aus dem Sattel springen, wenn eine große Felsklippe, die sich nicht umgehen ließ, den Weitermarsch sperrte.

Den Schutztrupplern voran kletterte ein halbnacker Eingeborener über das Geröll. Es war ein sehniges, braunes Kerlchen, ein Zwerg von jener seltsamen Buschmannsrasse, die man für die aussterbende Urbevölkerung Südafrikas hält. Der nur mit Bogen und Giftpfeilen bewaffnete Wilde hielt den Kopf meistens zum Boden geneigt, wo sein scharfer Blick auf dem harten Gestein eine breite Spur verfolgte.

Plötzlich blieb der Buschmann stehen und deutete rechts an der unbewachsenen, zerklüfteten Felswand empor, und zwar nach einer schmalen Rinne, die von einem Sturzbach der Regenzeit gebildet sein mochte, jetzt aber völlig trocken dalag.

„Was? Dort sollen sie hinauf sein, Ururib?" fragte der vorderste Reiter, indem er den breitkrempigen, graubraunen Hut in den Nacken schob, um besser in die Höhe blicken zu können. Auch die anderen verhielten die Pferde und spähten unter der vorgehaltenen Hand gegen den blendenden Himmel.

Der Buschmann heftete seine listig glitzernden Augen auf den Streifenführer. „Ja, Mister!" sagte er kurz. „Mit all ihrem Vieh, und den Weibern und Kindern?" „Alle dort hinauf!" bestätigte Ururib nochmals und schlug mit dem Arm einen halben Bogen, um anzudeuten, daß die Spur, die bisher dem Tale gefolgt war, nun auf einmal scharf rechts gegen die Wand emporlief.

Der Reiter schüttelte den Kopf. „Das erscheint mir unmöglich! Menschen können da vielleicht hinaufklimmen; aber die Rinder, Ziegen, Schafe und Lämmer, und gar die Pferde? Du mußt dich irren!"

Der Buschmann grinste geringschätzig. Konnten denn diese Weißen nicht sehen? Statt aller Antwort deutete er auf einen kleinen, dunklen Fleck, der sich einige Meter über ihm von der Felswand abhob.

„Die Sache stimmt!" meinte ein anderer Reiter. „Das dort ist trockener Ochsenmist. Außerdem ist das Gestein links davon durch Pferdehufe verkratzt."

„Wenn du meinst, Kolling, dann wird es schon richtig sein," entgegnete der erste Reiter. „Im Spurenlesen hast du mehr Übung als wir. Aber ich verstehe nicht, was die Witbois dort oben wollen, wo es doch kein Wasser gibt?"

Kolling blickte ihn mit seinen klugen Augen ruhig an und sagte: „Wasser werden sie schon irgendwo finden, die Hottentotten sind ja hier zu Hause und kennen die Naukluft besser als wir."

„Das weiß der Kuckuck!" mischte sich da der Streifenführer, der Gefreite Tann, in das Gespräch. „Kunststück, wenn sie es besser kennen! Denn wir sind wohl überhaupt die ersten Weißen, die durch diese verteufelten Schluchten reiten. Ich glaube, wir holen die verwünschte Bande nie ein! Seit vier Tagen ziehen wir nun schon hinterher, so schnell es geht, und kommen doch nicht näher an sie heran!"

„Vielleicht unser Glück!" meinte Kolling, indem er das Gewehr aus dem ledernen, langen Gewehrschuh zog, der vor seinem rechten Schenkel am Sattel befestigt war. „Wenn Hendrik Witboi ahnte, daß nur ein paar Mann hinter ihm herreiten, um sein Versteck zu erkunden, so wären wir bald erledigt. Einige Schützen dort oben hinter den Felswänden könnten eine Armee aufhalten, und wir fünf Reiter gegen Hendriks ganzen Orlog könnten wenig ausrichten. Ihr wißt, ich halte überhaupt unsern ganzen Erkundungsritt für zwecklos."

„Unsinn!" erwiderte der Streifenführer eigensinnig. „Ich will feststellen, wo die Kerle geblieben sind. Also abgesessen! Dann wollen wir einmal sehen, ob wir nicht ebensogut an der Felswand hinauf können wie das Hottentottenvolk. [...]