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Stella. Ein belletristisches Lehrbuch zu Namibia und dem südlichen Sternenhimmel

Stella. Ein belletristisches Lehrbuch zu Namibia und dem südlichen Sternenhimmel

Ein belletristisches Lehrbuch zu Namibia - ehemals Deutsch-Südwestafrika - und dem südlichen Sternenhimmel
Rixen, Elmar
16043
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Stella. Ein belletristisches Lehrbuch zu Namibia und dem südlichen Sternenhimmel

Autor: Elmar Rixen
Verlagshaus Monsenstein & Vanerdat
Münster, 2007
Broschur, 12x19 cm, 370 Seiten, zahlreiche Farb- und sw-Abbildungen


Kurzbeschreibung:

Die zwölfjährige Stella macht Ferien bei ihrem Onkel Karl in Namibia, ehemals Deutsch-Südwestafrika.

Der Autor Elmar Rixen, Grundschullehrer, Musikpädagoge und Hobbyastronom, vermittelt jungen Lesern durch eine mitreissende Rahmenhandlung gleich drei interessante Komplexe: den südlichen Sternenhimmel, die Tier- und Pflanzenwelt Namibias und das Leben in der ehemaligen deutschen Kolonie, mit entsprechenden geschichtlichen Rückblicken.

Ansprechender lässt sich Wissen der Schulfächer Erdkunde, Geschichte, Biologie und Physik in einem Buch kaum vermitteln.

Und Fotos des Autors, die dieser auf zahlreichen Namibia-Reisen gemacht hat, illustrieren anschaulich das Gelesene.


Auszug:

[...] Karl konnte Stella keine Hoffnung auf einen klaren Nachthimmel machen. Er gab ihr ein Album mit Landschaftsfotos mit, das sie nun am Vormittag in ihrem Zimmer durchblätterte. Am Nachmittag wollte Karl ihr zu einigen Bildern Erklärungen geben.

Stella war fasziniert von den grandiosen Landschaften, die die Fotos zeigten. Einsame Wüstenflächen, riesige Sanddünen, dunkle Schluchten, aber auch dichte Wälder, Flussauen und blumenübersäte Grasflächen waren auf einigen Bildern zu sehen. Und herrliche Tieraufnahmen.

"Ob wir bei unserem Ausflug auch viele Tiere sehen werden?", dachte sie und blätterte weiter im Album. Auf einigen Bildern waren schwarze Frauen mit Lederschurz und nackten Brüsten zu sehen, auf anderen kleine hellhäutige Männer mit Pfeil und Bogen. Leider waren die einzelnen Bilder nicht weiter erklärt, sondern nur unter Überschriften wie "Im Kaokoveld" oder "In der Kalahari" geklebt.

So hatte Stella am Nachmittag viele Fragen an Karl. Sie hatte sich auf das Sofa im Salon gesetzt und trank Cola und knabberte Kekse. Als Karl hinzukam, zeigte sie ihm eine Seite im Album und sagte:

"Ich habe in deinem Album Frauen gesehen mit Lederschurz und nackten Brüsten. Die hatten auch so merkwürdige Zöpfe. Leben diese Leute hier in Namibia?"
"Ja, Stella, das sind die Ovahimba oder kurz Himba. Die leben oben im Kaokoveld. Das ist ganz hoch im Norden am Kunene. Der bildet die Grenze zu Angola. Wir werden sie besuchen. Das hatte ich dir vor einigen Tagen schon angekündigt. Wenn wir dort sind, erkläre ich dir alles."
"Die werden wir wirklich besuchen? Toll!"

"Und dann den Etoscha-Nationalpark. Die meisten Tierbilder im Album habe ich dort gemacht. Anschließend werden wir noch zum Nationalpark Mahango im Caprivizipfel fahren."
"Caprivizipfel? Was ist das?"

"Das ist der schmale Landstreifen im Osten unseres Landes, der seinen Namen von dem deutschen Reichskanzler Graf von Caprivi, einem Nachfolger Bismarcks, hat. 1890 erhielt das Deutsche Reich im sogenannten Helgoland-Sansibar-Abkommen diesen Landstreifen als Zugang zum Sambesifluss. Ebenfalls bekam es die Insel Helgoland, erkannte dafür aber Großbritanniens Herrschaft über Sansibar an."

"Mensch, ist das kompliziert", meinte Stella. "Und ungerecht. Da werden einfach bei einem Glas Whiskey Grenzen gezogen, ohne die Bewohner im Geringsten zu befragen."

"Diese kleinen Männer mit Pfeil und Bogen, sind das Buschmänner?", fragte Stella.

"Ganz recht. Diese Buschmänner oder San* habe ich in der Kalahari fotografiert. Die Kalahari ist eine riesige Halbwüste im Osten von Namibia und erstreckt sich bis nach Botswana und Südafrika hinein. Es gibt aber in Namibia kaum noch Buschleute, die ausschließlich vom Jagen leben. Der Lebensraum ist ihnen genommen worden. Viele ihrer Jagdreviere sind heute Nationalparks mit Jagdverbot. Etliche San leben als Farmarbeiter. Andere nehmen an Projekten teil, um in die moderne Gesellschaft integriert zu werden. Sie gehen dann zu Schulen, lernen Englisch und Lesen und Schreiben. Den Touristen zeigen sie auf Farmen ihr traditionelles Leben, zum Beispiel wie sie Fallen stellen oder mit Pfeil und Bogen umgehen."

"Kommen wir auch zu den Buschleuten?"
"Nein, Stella, dazu haben wir keine Zeit. Auch den Süden des Landes werden wir nicht besuchen. Ich kann dir ja im Album einige wichtige Orte und Landschaften zeigen."

"Ovahimba, Buschleute. Gibt es noch andere Gruppen?"
"O ja, sehr viele. Die größte Bevölkerungsgruppe sind die Owambo*. Sie leben vor allem im Norden des Landes. Dann gibt es die Herero*, zu denen auch die Ovahimba gehören. Die Buschleute nennt man San. Im Süden findest du viele Nama*. Die Kolonialherren nannten sie früher Hottentotten. Dann gibt es noch die Damara*, Kavango*, Tswana* und Rehoboth Baster* und nicht zu vergessen die Weißen. Du siehst, Namibia ist ein Vielvölkerstaat. Und die alle unter einen Hut zu bekommen ist eine riesige Aufgabe.

Bei der Unabhängigkeit hat man in die Verfassung den Begriff "Reconciliation" geschrieben. Das bedeutet Versöhnung. Die neuen Herren wollen bewusst auf Rache für Unrecht, das sie unter der weißen Herrschaft erlitten haben, verzichten. Die Probleme sind hier nicht ganz so dramatisch wie in anderen Ländern Afrikas, da Namibia nur 1,8 Millionen Einwohner hat. Das ist so viel wie die Einwohnerzahl von Hamburg."

Karl blätterte im Album und sagte:
"Hier siehst du die Spitzkoppe, ein wunderschöner, wilder Gebirgszug. Man nennt diesen spitzen Berg auch das Matterhorn Namibias."
"Ist das der höchste Berg hier?", wollte Stella wissen.
"Nein, der Brandberg ist mit 2.728 Metern der höchste Berg."
"Kommen wir auch dorthin?"
"Für die Spitzkoppe und den Brandberg haben wir leider keine Zeit. Dafür werden wir aber viele andere Sehenswürdigkeiten besuchen."
"Sind das Köcherbäume?", fragte Stella und zeigte ihm ein Bild, auf dem Bäume in der Abenddämmerung zu sehen waren.
"Richtig. Das hier ist der Köcherbaumwald bei Keetmanshoop. Diese Bäume hast du ja schon auf unserer Farm kennen gelernt. Keetmanshoop ist eine verschlafene Stadt im Süden. Ganz in der Nähe befindet sich aber der grandiose Fishriver-Canyon."
"Der sieht ja wie der Grand Canyon in Arizona aus", bemerkte Stella.
"Richtig. Aber er ist bei weitem nicht so groß. Immerhin ist er der zweitgrößte Canyon der Welt und es ist atemberaubend, vor dem Abgrund zu stehen und hinunter zu blicken."

"Oh, da würde ich auch gerne einmal hin", rief Stella.
"Du wirst in diesem Jahr sicher nicht das letzte Mal in Namibia sein. Wenn du noch einmal kommst, fahren wir in den Süden."
"Hier sind Häuser, da wohnt die Wüste drin!", rief Stella.

"Das hast du gut ausgedrückt", versetzte Karl. Das ist Kolmanskoop oder Kolmanskuppe, heute eine Geisterstadt in der Nähe von Lüderitz. Dort hatte man 1908 Diamanten gefunden. In kurzer Zeit bauten die Deutschen einen Ort mit Wasser- und Stromversorgung und mit prachtvollen Häusern. Erst 1930 wurde die Diamantenförderung eingestellt. Die Wüste hat seitdem vieles zerstört und ist bis in die Häuser eingedrungen. Heute ist Kolmanskuppe eine Museumsstadt. Hier auf dem nächsten Bild siehst du die kleine Stadt Lüderitz. Oben auf dem Hügel steht das Wahrzeichen der Stadt, die Felsenkirche. Die meisten Häuser stammen noch aus deutscher Zeit und sind wunderbar restauriert. Du kommst dir vor, wie in einem Freilichtmuseum."

"Lüderitz, das klingt so deutsch", sagte Stella. "Woher kommt der Name?"

"Der kommt von dem Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz. Er erwarb im Jahre 1883 von einem damaligen Namahäuptling für 250 Gewehre und 600 englische Pfund ein Stück Küstenstreifen. Dort wollte er Handelshäuser errichten. Auch glaubte er an Erzvorkommen im Hinterland. Aber es gab Schwierigkeiten mit den Nama. Sie fühlten sich von ihm betrogen. Außerdem wollten die Engländer, die Kolonialmacht Südafrikas, diesen Landerwerb nicht hinnehmen und versuchten die Wasserversorgung für Lüderitz-Bucht, wie die Siedlung damals noch hieß, zu blockieren. Adolf Lüderitz bat deshalb das Deutsche Reich um Hilfe. Es schickte Schutztruppen mit zwei Kriegsschiffen. Das war der eigentliche Beginn der deutschen Kolonie. Später kaufte die Deutsche Kolonialgesellschaft dem verarmten Lüderitz das Land ab.

Allmählich zogen immer mehr Siedler in das Gebiet, das sich durch so genannte Schutzverträge mit den Einheimischen weiter vergrößerte. 1884 wurden auf einer Konferenz in Berlin viele Kolonialgrenzen in Afrika festgesetzt. Das Deutsche Reich ließ sich dort Südwestafrika als "Schutzgebiet" bestätigen. Nach der Gründung von Windhoek 1890 kamen noch mehr Siedler ins Land. Die bauten dann auch die schönen Häuser, die du überall im Lande noch sehen kannst. Als man 1908 in der Nähe von Lüderitz bei Kolmannskuppe Diamanten fand, wurden große Teile des Landes zum Sperrgebiet erklärt. Übrigens gab es von Seiten der Nama und der Herero mehrere Aufstände gegen die Besatzer, die aber blutig niedergeschlagen wurden. Im Ersten Weltkrieg besetzte die Südafrikanische Union das deutsche Gebiet und zwang die Schutztruppen zur Kapitulation. So ging diese Kolonie den Deutschen verloren. Südafrika wurde Mandatsmacht. Hier wurde dann auch die Apartheid eingerührt."

Apartheid? Das habe ich schon einmal gehört."
"Das war die gesetzliche Rassentrennung. In der neuen Verfassung ist die aber offiziell abgeschafft. Leider gibt es im Land aber immer noch Weiße, die sich so verhalten, als gäbe es sie noch."
"Gut, dass du mir die Kolonialgeschichte ein bisschen erklärt hast. Ob ich das alles behalten kann?", fragte Stella. [...]