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Kolonialismus

Kolonialismus

Kolonialdiskurs und Genozid
Dabag; Gründer; Ketelsen (Hg.)
al0446
neu

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Herausgeber: Mihran Dabag; Horst Gründer; Uwe-K. Ketelsen
Schriftenreihe "Genozid und Gedächtnis"
Wilhelm Fink Verlag
München, 2004
Broschur, 16x23 cm, 278 Seiten

Verlagsankündigung:

Gewalt und auch vernichtende Gewalt scheinen in den diskursiven Konstruktionen kolonialer Wirklichkeit grundsätzlich angelegt zu sein. Sind also, wie etwa Jean-Paul Sartre meinte, kollektive Gewalt und Genozid zwangsläufige Konsequenzen des modernen Kolonialismus? Oder ist koloniale Gewalt, wie beispielsweise die Vernichtung der Herero, die sich in diesem Jahr zum einhundertsten Mal jährt, situationale Rückfälle in Handlungsstrukturen vormoderner Eroberungspolitik? Im Blickpunkt der Beiträge des Bandes steht die Frage nach dem gewaltgenerierenden Potential kolonialer Diskurse, die im Kontext unterschiedlicher Beispiele der Kolonialgeschichte untersucht werden.

Welche sprachlichen Strategien der Exklusion lassen sich in kolonialen Diskursen erkennen? Welche Rolle spielen koloniale Konstruktionen des "Eigenen" und des "Fremden" - auch hinsichtlich der Übertragung auf andere Diskursfelder? Gehörte die Vernichtung des "Anderen", des "Fremden" explizit oder implizit zum kolonialen Programm? Welche Bedeutung kommt der Kategorie "Genozid" für das Verstehen kolonialer Gewalt, welche Bedeutung der Analyse kolonialer Gewaltakte für unser Verständnis von Genozid zu? Die Annäherungen des interdisziplinär angelegten Bandes eröffnen in der Fokussierung der Strukturen kolonialer Wirklichkeitskonstruktionen und ihrer Rückbindung an nationale Programme und Zukunftsentwürfe neue Blickwinkel für die Analyse von Gewaltprozessen in der Moderne.

Inhaltsverzeichnis:

Einleitung

KOLONIALISMUS UND GEWALT:

HERAUSFORDERUNGEN UND VERORTUNGEN
MIHRAN DABAG
National-koloniale Konstruktionen in politischen Entwürfen des Deutschen Reichs um 1900
UWE-K. KETELSEN
Der koloniale Diskurs und die Öffnung des europäischen Ostens im deutschen Roman
ALEXANDER HONOLD
Raum ohne Volk. Zur Imaginationsgeschichte der kolonialen Geographie
MICHAEL MANN
Das Gewaltdispositiv des modernen Kolonialismus

KOLONIALPOLITIK, GEWALT UND GENOZID: EINZELSTUDIEN

HORST GRÜNDER
Mission und Gewalt im kolonialen Kontext. Das Beispiel China
SABINE HOFMANN
Koloniale Diskurse in der Karibik. Strategien der Rechtfertigung CHRISTOPH MARX
Kolonialkrieg und rassistische Dämonologie. Das südliche Afrika im 19. Jahrhundert
MEDARDUS BREHL
»Ich denke, die haben Ihnen zum Tode verholten.« Koloniale Gewalt in kollektiver Rede
JAN BÖTTGER
»Günstige Rückwirkung auf das nationale Empfinden in Deutschland.« Zwei Quellen zur zeitgenössischen Wahrnehmung des »Hererokrieges«
LEONHARD HARDING
Mission und Gewalt. Zum Verhältnis von missionarischem Diskurs, Geschichtsbewußtsein und Gewalt in Rwanda
Auswahlbibliographie
Zu den Autorinnen und Autoren


Einleitung:

»Diese Schwarzen haben vor Gott und Menschen den Tod verdient, nicht weil sie die zweihundert Farmer ermordet haben und gegen uns aufgestanden sind, sondern weil sie keine Häuser gebaut und keine Brunnen gegraben haben.«

Mit diesem Satz, den ein keineswegs randständiger Autor eine seiner Figuren sprechen ließ, wird zeitgenössisch Stellung genommen zu dem in der Kolonie Deutsch-Südwestafrika geführten Krieg gegen die Herero - ein Krieg, der (ereignisgeschichtlich gesehen) damit begann, daß am 12. Januar 1904 die Herero 123 deutsche Kolonial-Siedler ermordeten, und fürs erste damit endete, daß die deutsche Kolonialarmee am 11. August desselben Jahres die Herero (im wahrsten Sinn des Wortes) vernichtend schlug und in die wasserarme Omaheke-Steppe trieb. Der Vernichtungspolitik der deutschen »Schutztruppe« fielen circa 80 Prozent der Herero und ein Großteil der Nama zum Opfer.2 Der vorliegende Band fragt nach den Herausforderungen, die die Aufarbeitung dieses Ereignisses an uns stellt, und versucht eine Neugewichtung in der Betrachtung der Gewalt der europäischen Kolonialgeschichte: denn sind spezifische Formen kolonialer Gewalt möglicherweise keineswegs nur als Ausklang des imperialen Zeitalters zu lesen? Weisen sie vielleicht sogar bereits darauf hin, daß um 1900 politische Einstellungen an Gültigkeit gewonnen haben, die jene gravierenden Norm- und Werteverschiebungen mit sich brachten, welche den Ersten Weltkrieg erst ermöglichten? Welche Perspektiven sind der »kolonialem Gewalt« an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert zuzuschreiben?

Die einzelnen Beiträge widmen sich konzentriert dem schwierigen Versuch, die spezifischen Formen »kolonialer Gewalt« erstmals systematisch zu analysieren. Dabei müssen die Einzelstrukturen der Ereignisse neu aufgearbeitet werden, sie müssen hinsichtlich der politischen Strategien hinterfragt und, dies ist der besondere Schwerpunkt des Bandes, hinsichtlich des umfassenden Kontextes politischer Strategien, Motivationen und Diskurse eingeordnet werden.

So steht im Mittelpunkt der Beiträge von Mihran Dabag, Uwe-K. Ketelsen, Alexander Honold und Michael Mann die Aufgabe, Kategorien bereitzustellen für die Analyse jener Schnittstelle, an welcher die Kolonialpolitik (Dabag) und das narrative Konzept »Kolonie« (Ketelsen) eine neue Gewichtung erfahren, mit neuen Vorstellungen von »Raum« (Honold) und neuen Kategorien kolonialer Ordnungspolitik (Mann) gekoppelt werden. In den sich anschließenden Einzelstudien werden dezidiert einzelne historische Ereignisse, die verwirklichten beziehungsweise diskutierten politischen Maßnahmen und ihre Akteure in einem interdisziplinären Methodenrahmen untersucht. Erörtert werden Motivationen, Strukturen sowie Legitimationsargumentationen der jeweiligen kolonialen Gewaltpolitik: die Frage nach der Rolle der Mission und Missionare in China (Gründer), die Diskurskonstruktion von kolonisatorischem Ego und kolonisiertem Alter in der Karibik (Hofmann), die Strukturen von Kolonialkrieg und »Cattle Killing« im südlichen Afrika (Marx), Diskursformen der Ausgrenzung (Brehl) und Diskursformen der Legitimation (Böttger) im Völkermord an den Herero, die Frage nach den Strukturen der Gewalt im Genozid in Rwanda (Harding).

Die mit dem vorliegenden Band vorgestellte interdisziplinäre Annäherung an »koloniale Gewalt« folgt zwei Grundgedanken: zum einen war es Ziel, über Ausweitungen durch sozialgeschichtliche, diskursanalytische und strukturanalytische Perspektiven einen neuen Blick auf die europäische Kolonialpolitik eingangs des 20. Jahrhunderts zu werfen; zum anderen sollte eine allgemeine, phänomenhafte Rede über »koloniale Gewalt« vermieden werden, es sollte hingegen auf die jeweils spezifischen Eingebundenheiten kolonialer Gewaltpolitik in nationale und internationale Politik aufmerksam gemacht werden.

Die besondere Rolle, die der Diskurstheorie in diesem Zusammenhang zukommt, erklärt sich aus dem Ansatz eines Forschungsprojekts, in dessen Rahmen auch die vorliegende Publikation konzipiert wurde. Von der Beobachtung ausgehend, daß »koloniale Gewalt« in der Forschung bisher kaum systematisch differenziert worden ist (Kolonialismus und Gewalt werden zumeist in einer ebenso untrennbaren wie hinsichtlich der Ursachenverwirklichungszusammenhänge unhinterfragten Beziehung gedacht), wurde in dem am Institut für Diaspora- und Genozidforschung an der Ruhr-Universität Bochum durchgeführten Projekt »Sprachliche Strategien der Exklusion in politischer Gewalt: Der Herero-Nama-Aufstand 1904/07 in der zeitgenössischen deutschen Literatur« nach Exklusionsmechanismen gefragt (Mechanismen der Codierung von Eigen und Fremd und der Ausschließung des Fremden). Ein Schwerpunkt war die Analyse der Eingebundenheit dieser Mechanismen in Kontexte politischen Wissens. Das Projekt wurde gefördert von der Fritz Thyssen Stiftung (Laufzeit November 2000 bis März 2003).

Welche Herausforderungen stellt also die Konfrontation mit der Ermordung der Herero und Nama 1904/06 heute an uns? Oder geht es in der Beschäftigung mit diesem Völkermord doch letztlich nur um ein weiteres Kapitel, vielleicht auch nur um eine weitere Fußnote zu jener Liste, auf die sich das globale Europa einigen könnte, um über eine »kollektive Erinnerungspolitik« zu einer Erneuerung im 21. Jahrhundert zu finden?3 »Jede der großen europäischen Natio-nen hat eine Blüte imperialer Machtentfaltung erlebt und, was in unserem Kontext wichtiger ist, die Erfahrung des Verlusts eines Imperiums verarbeiten müssen. Diese Abstiegserfahrung verbindet sich in vielen Fällen mit dem Verlust von Kolonialreichen. Mit dem wachsenden Abstand von imperialer Herrschaft und Kolonialgeschichte haben die europäischen Mächte auch die Chance erhalten, eine reflexive Distanz zu sich einzunehmen. So konnten sie lernen, aus der Perspektive der Besiegten sich selbst in der zweifelhaften Rolle von Siegern wahrzunehmen, die für die Gewalt einer oktroyierten und entwurzelnden Modernisierung zur Rechenschaft gezogen werden. Das könnte die Abkehr vom Eurozentrismus befördert und die kantische Hoffnung auf eine Weltinnenpolitik beflügelt haben«, schreiben Jacques Derrida und Jürgen Habermas.4

Wie groß ist der Abstand tatsächlich, den man der Gewalt des 20. Jahrhun-derts von der Gewalt Ausgang des 19. Jahrhunderts in den Kolonien zumessen kann? War die Kolonialpolitik - und die erfahrenen »Niederlagen« - ein »Lernfeld« der Abkehr von extremer, gewaltvoller Machtpolitik? Die nachfolgenden Artikel werden dies engagiert bestreiten. Doch woran liegt es, daß die Gewaltmaßnahmen der europäischen Kolonialpolitik bisher so ungenügend analysiert und in ihren Strukturen und Programmen derart unterschätzend diskutiert werden? Eine Antwort versuchte das erwähnte Projekt zu geben, in dem »Wissensbestände« typisiert wurden, denen die Legitimationen des »Hererokrieges« zuzuordnen sind. Dabei wurde davon ausgegangen, daß koloniale Gewalt keine »natürliche« Eskalation aus dem spezifischen Herrschaftsverhältnis von zivilisiert-technisiert und unzivilisiert-unterworfen ist, sondern daß koloniale Gewaltmaßnahmen entwickelt und geplant werden, daß ihnen bestimmte Motivationen zugeschrieben werden müssen und sie für die Öffentlichkeit mit Argumenten legitimiert werden mußten.

Welchen politischen Prioritätssetzungen sind die entworfenen kolonialen Gewaltmaßnahmen zuzuordnen? Wichtige Ausgangspunkte zur Bewertung stellen Muster dar, wie sie in dem eingangs vorangestellten Satz deutlich werden. Den Text, dem die Stellungnahme entstammt, kann man sicherlich nicht als abgelegen bezeichnen, vielmehr handelt es sich um eine jener Publikationen, die man in kulturidealistischen Zeiten »Volksbücher« genannt hat und heute gern mit dem Ehrentitel »Kultbücher« belegt, nämlich um den 1906 erschienenen Kolonialroman Peter Moors Fahrt nach Südwest. Ein Feldzugsbericht. Bis 1945 hatte dieses Buch immerhin eine Auflage von einer halben Million Exemplaren erreicht.5 Sein Autor Gustav Frenssen gehörte während der ersten Jahrzehnte des vorigen Jahrhunderts zu den meist gelesenen deutschen Dichtern und war sogar als aussichtsreicher Aspirant auf den Literatur-Nobelpreis gehandelt worden.

Das Zitat selbst stellt Frenssen heraus aus den Kreisen der »Hurra-Patrioten« um 1900. Dort, wo er sich unter einem Motto aus der Odyssee geriert,6 geht es ihm um Höheres. So wird im Roman betont, daß Deutschland in diesem Krieg opferwillig »the white man's bürden« schultern und das Nötige zur Erfüllung des Weltenplans beitragen müsse, wenn Frenssen seine Figur, einen Oberleutnant der sogenannten »Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika«, angesichts des menschlichen Elends, das des Kaisers Armee anrichtete, anschließend an die eingangs zitierten Sätzen fortsetzen läßt: »Gott hat uns hier [in Südwest-Afrika] siegen lassen, weil wir die Edleren und Vorwärtsstrebenden sind. [...] Den Tüchtigeren, den Frischeren gehört die Welt. Das ist Gottes Gerechtigkeit.«

Sicherlich beweist Frenssens Oberleutnant keine besondere Originalität: auf das Motiv vom Häuser bauenden und Brunnen anlegenden Siedler-Kolonisten greift er wie viele zurück, die sich um die Jahrhundertwende mit den (afrikanischen) Kolonien beschäftigen,7 und die Opposition zwischen wohl gefügtem Haus europäischer Bauweise und »luftiger« Hütte im Kral, zwischen gemauertem Brunnen und allenfalls ausgeschachteter Wasserstelle ist etwa im Bildrepertoire der zeitgenössischen Illustrationen zu Publikationen über die Kolonien geradezu notorisch. Der Redner bedient sich hier dessen, was man im synchronen wie diachronen Kontext eine »konventionalisierte Argumentationsstruktur« nennen könnte.8

Insbesondere dem »Landläufigen« solchen Redens muß Aufmerksamkeit zukommen, wenn man neben dem ereignisgeschichtlichen Sachverhalt (hier die Ermordung von Siedlern und die Vernichtung der Herero) auf die gültigen politischen Topoi aufmerksam machen will. Mit dem Verweis darauf, daß die Textoberfläche solcher Einlassungen komplex organisiert ist, daß sie sprachliche Verschaltungen sozialer, politischer und historischer Figurationen beweist, kann auch die Literaturwissenschaft einen integralen Beitrag zur Kolonialismusforschung leisten. Nicht erst die Vertreter des New Historicism haben mit Blick auf »Redeweisen« dazu aufgefordert, sprach- und darstellungsanalytische Verfahren in historiographische Kontexte zu integrieren.9 Die textanalytische Arbeit an einschlägigen Dokumenten (vor allem an Pressetexten, Reiseberichten, autobiographischen Schriften, [populär-] historiographischen Darlegungen und Belletristik) kann sprachliche Muster sichtbar machen, die auf kulturelle oder politische Codes schließen lassen, welche politisches Handeln motivieren oder legitimieren. Diskursive Strukturen und deren Regularitäten stellen nicht minder ein historisches Faktum dar wie die Vorkommnisse selbst. Sie verweisen darauf, daß und in welchem Maße das historische Geschehen in das Wissen der jeweiligen Zeit eingebunden ist: jedes soziale und politische Handeln muß denkbar, muß kommunizierbar sein, um initiierbar zu sein, um durchgeführt und schließlich überhaupt zu einem epochalen Ereignis werden zu können.

Im erwähnten Projekt wurde für diese Engführung sprachlicher Codes und sozialer (politischer und kultureller) Codes das Konstrukt einer »kollektiven Rede« zu Hilfe genommen, um mit einem diskursanalytischen Schwerpunkt eine Annäherung an das zeithistorisch gültige Wissen vorzunehmen. Ausgangspunkt war die Hypothese, daß in zeitgenössischen Texten - untersucht wurden Primärquellen (Böttger) ebenso wie zeitgenössische Literatur (Brehl, Ketelsen), die politischen Strukturen (Gründer) und die biographischen oder kommentierenden Stellungnahmen der politischen Entscheidungsträger (Dabag) - eine grundsätzliche Opposition von Schwarz/Weiß, Kolonisieren-dem/Kolonisierten geschaffen werde, die in weiteren antithetischen Konstruktionen wie beispielsweise »Kultur/Wildnis«, »Geschichte/Niedergang«, »Entwicklung/Stagnation« oder »Ordnung/amorphe Masse« deutliche Kristallisationspunkte findet und den extremen Entschluß zur totalen Vernichtung der Herero ermöglichte. [...]

Die Fußnoten:

1. Frenssen, Gustav: Peter Moors Fahrt nach Südwest. Ein Feldzugsbericht, Berlin 1906, S. 200.

2. Siehe allgemein zum historischen Hintergrund: Drechsler, Horst: Südwestafrika unter deutscher Kolonialherrschaft. Der Kampf der Herero und Nama gegen den deutschen Imperialismus (1884-1915), Berlin (Ost) 1966; Bley, Helmut: Kolonialherrschaft und Sozialstruktur in Deutsch-Südwestafrika 1894-1914, Hamburg 1968; Bridgman, Jon M.: The Revolt of the Hereros, Berkeley u.a. 1981; Siehe ferner auch die Aufsätze des Bandes Völkermord in Deutsch-Südwestafrika. Der Kolonialkrieg (1904-1908) in Namibia und seine Folgen, hrsg. von Jürgen Zimmerer und Joachim Zeller, Berlin 2003. Vgl. zur Einordnung in die europäische Geschichte: Melber, Henning: Kontinuitäten totaler Herrschaft: Völkermord und Apartheid in »Deutsch-Südwestafrika«, in: Jahrbuch für Antisemitismusforschung, Bd. l, Frankfurt am Main/New York NY 1992, S. 91-116; Krüger, Gesine: Kriegsbewältigung und Geschichtsbewußtsein. Realität, Deutung und Verarbeitung des deutschen Kolonialkriegs in Namibia 1904 bis 1907, Göttingen 1999, S. 62-68. Sowie Gründer, Horst: Genozid oder Zwangsmodernisierung? Der moderne Kolonialismus in universalgeschichtlicher Perspektive, in Genozid und Moderne. Strukturen kollektiver Gewalt im 20. Jahrhundert, hrsg. von Mihran Dabag und Kristin Platt, Opladen 1998, S. 135-151.

3. Vgl. dazu Dabag, Mihran: Globale Erinnerung. Neue Ordnungsvorschläge für die »historischen Irrtümer« der Geschichte der Moderne, in: Zeitschrift für Genozidforschung 4, 2, 2003,S.114-129.

4. Derrida, Jacques / Habermas, Jürgen: Unsere Erneuerung. Nach dem Krieg: Die Wiedergeburt Europas, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 31.05.2003.

5. Meyn, Rolf: Abstecher in die Kolonialliteratur, in: Gustav Frenssen in seiner Zeit. Von der Massenliteratur im Kaiserreich zur Massenideologie im NS-Staat, hrsg. von Kay Dohnke und Dietrich Stein, Heide 1997, S. 316-346.

6. »Grolle dem Sänger doch nicht, daß er singt von dem Leid der Achäer! / Solchem Liede ja geben den Preis vor andern die Menschen, / Welches, die Hörer umschwebend, das jüngst Gescheh'ne verkündet!« (Odyssee I, 350)

7. Vgl. hierzu folgende Quellenedition »... da und dort ein junges Deutschland gründen«. Rassismus, Kolonien und kolonialer Gedanke vom 16. bis zum 20. Jahrhundert, hrsg. von Horst Gründer, München 1999.

8. Vgl. dazu ausführlich Brehl, Medardus: Vernichtung als Arbeit an der Kultur. Kolonialdis- kurs, kulturelles Wissen und der Völkermord an den Herero, in: Zeitschrift für Genozidfor- schung 2,2, 2000,S.8-28.

9. Zur Einbeziehung sprachlicher und narrativer Aspekte in die Geschichtswissenschaft vgl.: Beiträge zur Historik. Bd. 3: Theorie und Erzählung in der Geschichte, hrsg. von Jürgen Kocka und Thomas Nipperdey, München 1979; Beiträge zur Historik. Bd. 4: Formen der
Geschichtsschreibung, hrsg. von Reinhart Koselleck, Heinrich Lutz und Jörn Rüsen, München 1982; White, Hayden: Die Bedeutung der Form. Erzählstrukturen in der Geschichts- schreibung, Frankfurt am Main 1990. Zum New Historicism siehe die Aufsätze des Sammelbandes: New Historicism. Literaturgeschichte als Poetik der Kultur, hrsg. von Moritz Baaßler, Frankfurt am Main 1996; sowie insbesondere Greenblatt, Stephen: Die Zirkulation sozialer Energie, in: ders.: Verhandlungen mit Shakespeare. Innenansichten der englischen Renaissance, Frankfurt am Main 1993, S. 9-33.