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Koloniale Entwicklung und Ausbeutung

Koloniale Entwicklung und Ausbeutung

Wirtschafts- und Sozialgeschichte Deutsch-Ostafrikas 1885-1914
Tetzlaff, Rainer
04-0070
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Untertitel: Wirtschafts- und Sozialgeschichte Deutsch-Ostafrikas 1885-1914
Autor: Rainer Tetzlaff
Reihe: Schriften zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Band 17
Verlag: Duncker & Humblot
Berlin , 1969
Originalbroschur, 16x23 cm, 309 Seiten, 1 Faltkarte


Zustand:

3. Ordentlich. Aus der Sammlung Prof. von Albertini. Einband mit Lichtverfärbungen, innen leichte Bleistiftanstreichungen.
Sehr selten.


Inhalt:

Die vorliegende Arbeit über Deutsch-Ostafrika soll als ein Beitrag zur allgemeinen Kolonialhistoriographie angesehen werden, die sich heute am Ende der Dekolonisationsphase, befreit von alten Vorurteilen, um die Aufdeckung charakteristischer Phänomene und Praktiken der europäischen Kolonisation und ihrer Auswirkungen auf die afrikanische Bevölkerung bemüht.

Das Thema dieser Studie ist die Darstellung der wirtschaftlichen und sozialen Vorgänge in Ostafrika unter dem dreißigjährigen Einfluß der deutschen Kolonialherrschaft, wobei den sozialen Konflikten zwischen der von ökonomischen Bedürfnissen bestimmten weißen Minderheit und dem Gouvernement sowie auch zwischen ihr und der afrikanischen Bevölkerung besonders nachgegangen wird. Die Ereignisse wurden unter zwei verschiedenen Aspekten zu betrachten versucht: einmal in ihrer Bedeutung für die Kolonisierenden und zum anderen in ihren Konsequenzen für die Kolonisierten.

Da Selbsterzeugnisse von Afrikanern zu dieser nun mehr als 50 Jahre zurückliegenden Geschichtsepoche leider sehr spärlich sind, war es nicht zu unigehen, größtenteils von Europäern überlieferte Berichte und Statistiken auszuwerten und daraus Rückschlüsse zu ziehen. Da es aber auch in der Zeit vor dem ersten Weltkrieg bereits Kritiker und Gegner der deutschen Kolonialpolitik gab und sich verschiedene koloniale Interessengruppen herausbildeten und bekämpften, ergab sich doch ein relativ scharf konturiertes Bild über die Zustände in Deutsch-Ostafrika.

Mein Anliegen war es dabei, den gesamten Zeitraum der deutschen Kolonialherrschaft in Deutsch-Ostafrika, der historisch eine Einheit ist, auch als Ganzes zu erfassen und wesentliche Gesichtspunkte nicht künstlich auszuklammern.

Diese Aufgabenstellung impliziert bereits, daß bei weitem nicht alle Aspekte und Probleme erschöpfend behandelt werden konnten. Zum Beispiel habe ich mich bei dem großen Fragenkomplex der Kolonialadministration auf grundsätzliche Tendenzen und paradigmatische Fälle beschränken müssen. Der umfangreiche Arbeitsstoff wurde nicht historisch-chronologisch gegliedert, sondern nach Themen- und Problemkreisen geordnet, wobei sich Teil III, soziale Probleme in der Kolonie, hauptsächlich als Folge der kolonialwirtschaftlichen „Erschließung" (Teil II) ergab. Teil I bringt einen historischen und zugleich problemorientierten Überblick über die Ereignisse bis zum Jahr 1902, als nämlich die Pazifierung des Landes beendet war und eine intensive Nutzung der Kolonie einsetzte.

Um die uns heute oft fremd anmutende Mentalität der Kolonialherren unverblümt zu vermitteln, habe ich zahlreiche Originalzitate in den Text eingefügt, was auch dem Informationswert der Arbeit zugute kommen mag.

Die Ermutigung zu vorliegender Untersuchung verdanke ich meinem Lehrer, Prof. Dr. Richard Dietrich. Herrn Prof. Dr. Fritz Fischer danke ich für Anleitung und großzügige Hilfe, die die Anfertigung der Arbeit überhaupt ermöglicht hat. Für die Vermittlung wirtschafts- und sozial-geschichtlicher Fragestellungen weiß ich mich Prof. Dr. Dr. Wolfram Fischer verpflichtet. Wertvolle Hinweise zur Einschätzung afrikanischer Probleme erhielt ich von Prof. Dr. Franz Ansprenger.

Für Hilfe bei der Materialbeschaffung danke ich besonders Archiv-direktor Prof. Dr. Lötzke vom Deutschen Zentralarchiv Potsdam sowie den Betreuern des Preußischen Geheimen Staatsarchivs, des Hambur-gischen Welt-Wirtschafts-Archivs und des Kolonialarchivs Witzenhausen. Fräulein Berthild Kögler schulde ich Dank für mühselige Korrekturarbeiten.