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Keibeb

Keibeb

Erinnerungen an das Leben auf der Farm Keibeb im Bezirk Grootfontein
Hülsmann, Kurt L. F.
13548
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Keibeb

Untertitel: Geschichten, Begebenheiten und Erlebnisse
Autor: Kurt L. F. Hülsmann
Selbstverlag
Namibia, o. O., 2008
Broschur, 15x21 cm, 200 Seiten, zahlreiche sw-Abbildungen


Über den Autoren:

Kurt L.F. Hülsmann wurde am 28. Juni 1928 auf der Farm Otjikoko-Süd, im Bezirk Omaruru in Südwestafrika, in einem Hartebeesthaus geboren.

Er wuchs bei Onkel und Tante auf und zog mit ihnen auf die Farm Keibeb im Bezirk Grootfontein, wo sich die meisten, in diesem Buch wiedergegebenen Ereignisse und Begebenheiten zutrugen.

Nach Abschluß der Schule mit dem Matrik (Abitur) in Swakopmund, trat der junge Hülsmann zum l. März 1948 in den Dienst der Standard Bank in Grootfontein.

Es folgten abwechslungsreiche, interessante Jahre und er wurde, wie es damals bei den Banken üblich war, öfter von einem Ort an einen anderen versetzt. Im Verlauf von 40 Dienstjahren erlebten er und seine Familie 16 Ortsveränderungen.

Hierdurch lernte der Autor einen großen Teil des Landes kennen und kam mit Menschen aller Bevölkerungsschichten und unterschiedlicher Berufsrichtungen in Berührung.

Das rege Interesse seiner Kinder und Enkel an den Erzählungen aus seiner Jugendzeit inspirierte ihn seine Erlebnisse auf der weitab gelegenen Grenzfarm - ohne Telefon, Auto und unmittelbaren Nachbarn - aufzuzeichnen.

Dem geneigten Leser wird es eine Vorstellung vermitteln, unter welch widrigen Umständen so manch ein Farmer damals versuchte eine Existenz aufzubauen und wie bescheiden auf fernab gelegenen Farmen gelebt werden mußte.


Inhalt:

EINLEITUNG
DER ANFANG HIER IM LANDE
KEIBEB - DAMALS
DER TREUE HUND „PIEFKE“
DAS DICKMILCH-BAD
DER SCHWARZE HENGST „HENGST“
POLIZEI-PATROUILLEN
MIT GIFTPFEILEN AUF DIE POLIZEI
DIE JAGD AUF DEN „MÖBELWAGEN“
DIE LÖWENJAGD
KAKTUSFEIGEN UND LÖWENKRALLEN
REIT- UND ÄHNLICHE ERLEBNISSE
EINE ECHTE „SCHWEINEREI“
WEISSE GESTALT IM MONDSCHEIN
DER AFFE „MATZI“
UNVERHOFFTES FERNWEH
WILDHUNDE
GRASBRAND
JAGDPECH
„KAMBAMBIJONA“
HEUSCHRECKEN
Keibeb - SPÄTER


Auszug „Keibeb damals“:

Am 1. Januar 1933 zog unser Vater mit seinen Tieren von „Ilmenau“ auf die Grenzfarm Keibeb, die an der Nordgrenze des Bezirks Grootfontein gelegen war. Die Farm lag ungefähr 65 Meilen (104 Km) nordöstlich von dem nächsten Ort Grootfontein - hieß zur Deutschen Zeit Neu-Desenberg - und gehörte zu der Zeit Mr. Courtney-Clarke, Resident Manager der South West Africa Company Limited, eine Minengesellschaft, die damals die Abenab-Mine betrieb.

Etliche Jahre nachdem wir auf die Farm gezogen waren, wurde diese an die Continental-Gesellschaft - eine Tochtergesellschaft der Metje & Ziegler Gruppe - mit den Herren Metje, Behnsen, Albrecht und andere als Anteilhaber - verkauft. Diese Gesellschaft bot die große 10.000 Hektar Farm dann 1946/47 wieder zum Verkauf an, wurde sie allerdings nicht los, woraufhin beschlossen wurde sie in drei Teile vermessen zu lassen und einzeln zum Kauf anzubieten.

So kaufte unsere Mutter (Vater war bereits 1945 gestorben) dann die oberen 3.000 Hektar, auf dem das Farmhaus war und wo nachstehende Geschehnisse sich größtenteils abspielten. Die Farm Keibeb war rechteckig vermessen - mit der Längsachse Nord/Süd gelegen - ursprünglich 10.000 Hektar groß, und in drei Teile von je ca. 3.000 Hektar unterteilt.

Sie war ringsum mit Stacheldraht eingezäunt und grenzte mit der Nord- und einen Teil der Ostseite an Kron- oder Niemandsland - das sogenannte Sandveld (Sandfeld). Der „Omuramba-Ovambo“ lief in der Länge von Südost nach Nordwest quer durch die Farm in Richtung Etoschapfanne. Auf dem mittleren Teil („Goabis“) war der Omuramba durch einen großen Staudamm (Erdwall, mit einem aus Zement gemauerten Überlauf) abgedämmt.

Auf dem unteren/südlichen Teil Gobis befand sich eine sogenannte artesische Quelle (wie man sie, beispielsweise, in der Etoschapfanne bei Klein-Namutoni und Goas antrifft). Daneben war - wenn ich mich recht erinnere - ein flacher Brunnen und eine aus Kalksteinen gemauerte Viehtränke. Ich meine mich zu erinnern, daß über dem Brunnen eine sogenannte Diaphragmapumpe auf langen Baumstämmen, die quer über die Brunnenöffnung gelegt waren, montiert war.

Es könnte jedoch sein, daß ich diese Pumpe mal woanders gesehen habe. Woran ich mich jedoch noch gut erinnere ist, daß erst Wasser auf die Ledermanschette gegossen werden mußte, bevor man mit einem Hebebalken das Wasser pumpen konnte. Hierzu mußte das Wasser mit einer, an einem Stück Draht befestigten kleinen Blechdose, aus dem Brunnen gezogen werden.

Man mußte das Gefäß zwischen den Baumstämmen hindurch lavieren und dann das Wasser in das Saugbecken auf die Manschette gießen. Die Manschette mußte ganz mit Wasser bedeckt sein -besonders, wenn für längere Zeit nicht gepumpt worden war - denn sonst saugte die Pumpe Luft anstatt Wasser.

Der westliche Teil dieses 3.000 Hektar „Kamps“ war sehr steinig, mit schwerem, ziemlich unfruchtbarem Lehmboden, wo hauptsächlich niedriges, für Rinder weniger geeignetes Gras wuchs. […] Dieser Kamp war später der Ochsenposten für die großen Schlachtochsen.

Auf dem mittleren Teil, Goabis, befand sich auch eine artesische Quelle mit einem flachen Brunnen daneben. Auf diesem Teil war - außer dem östlichen Teil - noch mehr steiniger Torfboden, da hier das Flußbett des „Omuramba-Ovambo“ sehr breit war und - wenn er mal lief - große Flächen wochenlang 10-25 cm unter Wasser standen.

Hier war auch, wie schon erwähnt, zwischen zwei Kalksteinkuppen der große Erddamm gebaut mit einem zementiertem Überlauf. Um den Damm herum waren viele, dicht bewachsene Kalkformationen, die als Weide von wenig Nutzen waren. Auf diesem mittleren Teil der Farm wurden die Jungochsen gehalten. Nachdem die Farm in den Besitz der „Continental“ Gesellschaft übergegangen war, wurden Jungochsen (Absetzer) im Bezirk Windhoek/Okahandja gekauft und mit der Bahn nach Grootfontein geschickt, um auf Keibeb schlachtreif zu werden.

Manche dieser mageren und halb verhungerten Tiere waren dermaßen schwach, daß sie sich während der langen Bahnfahrt hingelegt hatten und nicht wieder aufstehen konnten. Wir mußten sie dann aus den Waggons ziehen. Sie brauchten danach einige Tage um sich für den drei Tage Fußmarsch von Grootfontein bis nach Keibeb zu stärken.

Auf dem dritten, oberen/nördlichen Teil befand sich auch eine artesische Quelle, „Auuns“, mit einem flachen Brunnen und einer alten Blechtränke. Auf dem Brunnen war eine große Damm-Baggerpumpe mit Eimerketten aufgebaut, womit das Wasser, durch das Drehen eines großen Schwungrades - mit der Hand - heraus gepumpt wurde. Dieser Teil der Farm war in 5 Kamps unterteilt und das Farmhaus stand in der nördlichen Ecke. Am Haus war ein Brunnen mit Windmotor und einem, aus Zementsteinen gemauertem, rundem Bassin mit einer schmalen Tränke drum herum.

Das Wohnhaus war ein aus ungebrannten Lehmsteinen gemauerter, ebenerdiger, rechteckiger Bau mit flachem Wellblechdach. Das Wellblech muß wohl irgendwo mal abgebaut und wieder verwendet worden sein, denn die Platten waren so voller Löcher, daß es - obwohl es ständig nachgesehen und repariert wurde - bei starkem Regen überall dermaßen durchregnete, daß Eimer und Schüsseln untergestellt werden mußten.

So konnten wir jedenfalls dann immer - ohne Regenmesser - ungefähr ermessen wieviel es geregnet hatte; so nach der Feststellung:- „tropfte es im Schlafzimmer, waren es 10-15 mm; tropfte es aber im Wohnzimmer vor dem Kamin, dann waren es schon an die 20- 30 mm“; leckte das Dach überall im Haus, waren es an die 50 mm“.

Als wir auf die Farm zogen, bestand das Haus aus einem geräumigen Wohnzimmer mit Kamin, der aber in der ersten Zeit so stark qualmte - da er verkehrt gemauert worden war - daß man sich gar nicht in dem Raum aufhalten konnte. Der Schornstein wurde dann später neu gemauert, der Rauch zog danach besser ab und der Kamin spendete an den kalten Winterabenden mit dem knisternden Feuer eine herrliche Wärme.

Angrenzend befanden sich:- ein Zwischenraum (das sogenannte „Vestibül“), zwei Schlafräume und ein kleines Badezimmer in dem stand eine große, verzinkte Badewanne stand - wofür das Wasser allerdings mit Eimern von draußen rein und nach dem Baden auch wieder raus getragen werden mußte.

Entlang der ganzen Vorder-, d.h. Südseite des länglichen Gebäudes, befand sich eine offene Veranda mit Boden aus Flachklippen. (In den anderen Zimmern war der hierzulande übliche Zementboden). Zwischen den das Dach stützenden Pfeilern waren große, mit Moskitogaze bespannten Holzrahmen eingesetzt, die mit den Jahren allerdings den Termiten zum Opfer fielen.

An der ganzen Vorderseite der Veranda wuchs eine, fast das ganze Jahr hindurch lila blühende Ranke (Winde). Diese hielt nachmittags die starke Westsonne ab und die Veranda - die nur ein Wellblechdach (ohne Verschalung) hatte - blieb dadurch einigermaßen luftig und kühl. Die eine Hälfte der Veranda wurde später abgeteilt und in zwei Schlafzimmer umgebaut - eines für meine älteren Schwestern und das andere, mit separatem Seiteneingang, wurde mein Zimmer.

Etwa 10 Meter hinter dem Wohnhaus befand sich die separat stehende Küche mit Speisekammer und kleinem Abstellraum (Kostkammer). Die ganze Anlage war höchst unpraktisch für die Hausfrau, da man immer treppauf, treppab zwischen Haus und Küche hin und her laufen mußte und auch alle Speisen über den offenen, dazwischen liegenden Hof in das Esszimmer getragen werden mußten.

Die Küche hatte keine verschalte Decke und die Hitze war - durch den Herd mit Holzfeuerung - in den Sommermonaten tagsüber schier unerträglich. Etliche Jahre später wurden sämtliche Räume im Haus und auch die Küche mit „Cellotex“ Decken versehen. Hinter der Küche stand - im Schatten eines großen Tambuti-Baumes - ein Holzkühler, wie sie zu der Zeit allenthalben in Gebrauch waren.

Das war gewöhnlich ein aus vier 15-20 cm starken Holzpfosten gefertigter Holzrahmen, der an der Innenseite mit feinmaschigem Maschendraht oder durchlöchertem Blech ausgeschlagen war. Außen herum war der Rahmen mit engmaschigem Maschen/Kükendraht bespannt und der Raum zwischen der Innen- und Außenwand mit Holzkohle, oder porösen, Wasser absorbierenden Steinen, gefüllt.

Die Unterseite, d.h. der Boden bestand aus starken Brettern und befand sich ungefähr 50 cm über dem Boden. Die vier Beine standen, entweder in einem gemauerten Wasserbecken, oder in vier größeren Blechbehältern, die immer mit Wasser gefüllt sein mußten, um zu verhindern, daß Ameisen in den Kühler krabbeln konnten.

Im Innern des Kühlers waren ein paar Regale und Haken zum Aufhängen von Rauchfleisch, Wurst und dergleichen angebracht. Auch eine verschließbare Türe war vorhanden, die allerdings immer klemmte, da das Holz von der ständigen Nässe gequollen war. Die Tür war, genau wie die Seitenwände, auch doppelwandig und mit Holzkohle oder Steinen gefüllt. Oben auf dem Kühler stand ein mit Wasser gefülltes Blechbecken, in dem entlang der Seiten - direkt über dem mit Holzkohle oder Steinen gefüllten Wandungen - mit einem Nagel in etwa 10 cm Abständen Löcher geschlagen waren.

In jedes Loch wurde ein Nagel gesteckt und so konnte Wasser langsam auf die Holzkohle oder Steine tropfen und diese ständig naß halten. Durch die Verdunstung des Wassers kühlte der Kühler - und Inhalt -zu einer Temperatur ab, die ausreichte, um weniger verderbliche Nahrung für längere Zeit eßbar zu halten. Fleisch und dergleichen leichter verderbliche Eßwaren wurden meistens nur in gekochtem, gebratenem oder geräuchertem Zustand für längere Zeit im Kühler aufbewahrt.

War auf dem Kühler kein Wasserbecken vorhanden, mußten die Kühlerwände mehrmals am Tag von außen mit Wasser begossen werden um die Verdunstung in Gang zu halten. Hinter dem Küchengebäude, wo zwei große „Tambuti“ Bäume Schatten spendeten, befand sich - direkt an die Rückwand der Küche gebaut - der „Sahnekühler“.

Dieser war aus Holzpfählen gebaut, die mit Maschendraht und Mais-/Jutesäcken bespannt waren und hatte ein Wellblechdach, das mit Palmenwedel gedeckt war, um die Hitze abzuhalten. Drinnen war ein aus Zementsteinen gebautes, flaches Wasserbecken, worin die mit Maissäcken umwickelten Sahnekannen ca. 10 cm im Wasser standen.

Die Säcke mußten mehrmals am Tag mit Wasser übergossen werden und kühlten durch die Verdunstung des Wassers - da um die Hausecke immer ein leichter Luftzug wehte - genügend ab, um die Sahne verwendbar zu halten bis sie an die Molkerei geliefert werden konnte.

Neben den mächtigen „Tambuti“ Bäumen war ein großer Termitenhügel aus dessen Lehm wir die schönsten „Monokko“-0chsen modellierten mit den verschiedensten Hornstellungen, die es in Wirklichkeit geben konnte. Dann wurden sie mit Asche oder schwarzer Holzkohle angemalt und es war eine Freude die schönen Gespanne anzusehen. Wir haben uns tagelang damit beschäftigen können. [..]