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Kammi der Kameldornzwerg

Kammi der Kameldornzwerg

Entzückende Kindergeschichte aus Namibia
du Plessis, Hadi
16916
neu

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Kammi der Kameldornzwerg

Autorin: Hadi du Plessis
Illustration: Irmela Reif
Selbstverlag
Tulbagh (RSA), 1998
Broschur, 28x21 cm, 40 Seiten, 18 farbige Abbildungen


Unsere Beschreibung:

Mit Kammi dem Kameldornzwerg lernen die kleinen und großen Leser durch neun entzückende Geschichten die landschaftliche Umgebung mit seinen Pflanzen, Tieren und Menschen und deren Lebensgewohnheiten kennen. Die großformatige naive Malerei von Irmela Reif ist kindgerecht und gefällt. Die Autorinnen stammen aus Okahandja.


Aus „Vater Baum“:

Der alte, dicke Kameldornbaum guckt die kleine Farmpad entlang und über das weite Grasfeld. Er freut sich heute, denn jeder, der vorbeigeht, sagt: "Guck nur den wunderschönen Baum." Seine vielen tausend gelben Blümchen sind nämlich heute aufgeblüht. Kameldornblümchen nennt man Kätzchen, weil sie so schön weich und wollig sind. Alle Blümchen sind rund und gelb und duften herrlich süß. Darum sind auch schon die ersten Bienchen zu Besuch gekommen.

Aber was ist das? Hier ist ja ein weißes Kätzchen zwischen all den gelben? Ein kleines Bienchen sieht es zuerst. Schnell ruft es seine Freundinnen: "Kommt, guckt mal, hier oben links, da ist ein schneeweißes Käizchen am Baum!" So etwas hat noch keine von ihnen gesehen. "Summ-summ-komisch!" singen die Bienchen. "Aber kommt, wir müssen unsere Hosentaschen fleißig voll Blütenstaub machen, sonst wird der Honig nicht beizeiten fertig." Und weiter schwirren die Bienen, jede auf eine andere Blüte.

Nach zwei Wochen hat der Baum fertig geblüht, und aus jedem Kätzchen wächst eine klitzekleine grüne Bohne. Diese Bohnen heißen Schoten. Aus dem weißen Kätzchen oben links kommt eine ganz kleine, krumme, dicke. Jetzt kommt die Regenzeit. Dicke, dunkelblaue Wolken schieben sich vor die Sonne. Bald blitzt und donnert es, und der Regen strömt durch den Baum. "Wie schön!" freut sich der Baum. "Da kriegen meine Wurzeln genug zu trinken, und meine Blätter und Babyschoten können giün und saftig werden. Wenn mich bloß kein Blitz trifft!" Der Blitz trifft den alten Baum zum Glück nicht.

Bald ist der Regen vorbei, und die Sonne guckt wieder durch die Wolken. Und nun brennt sie für viele, viele Wochen auf den Baum und seine Schotenkinder. Die kleine krumme Schote oben links ist nun schon richtig groß und hat einen ganz dicken Bauch. Alle anderen Schoten sind breit und flach, nur diese eine ist rund wie eine Wurst, und der alte Baum wundert sich über dieses komische Schotenkind.

Als die Nächte schon kühler werden, ziehen die Schotenkinder alle graue Jäckchen an, und nach ein paar Tagen lassen die ersten reifen Schoten die Äste von Vater Baum los und fallen "plop" auf die Erde. Auch die dicke Wurstschote oben links ist reif, und eines Abends, als gerade der Mond aufkommt, läßt sie los. "Plop", da liegt sie auf der Pad.

Gerade kommt Elisabeth, die Elandkuh, unter dem großen Baum an. "Ach guck mal." spricht sie zu sich selber, "ich hätte gar nicht gedacht, daß die Schoten schon reif sind!" Und sofort fängt sie an, mit Appetit zu essen. Gerade als sie die dicke Wurstschote mit ihren Lippen aufheben will, fängt diese an zu wackeln, zu knacken und zu brechen. Elisabeth springt erschreckt einen Schritt zurück und ruft: "Oh!" Aber sie bleibt doch in der Nähe stehen um zu sehen, was mit dieser Schote los ist. "Kakrax!" Da springt die Wurstschote in zwei Teile. Und was denkt ihr, was da herausklettert? Ein ganz kleiner Kerl, mit Haaren so braun wie Kameldornholz, mit einer Hose so grün wie die Blätter, und einer kleinen Mütze, die aussieht wie ein Kameldornkätzchen.

"Hallo!" sagt er zu Elisabeth, die ihn mit großen erschrockenen Augen anstarrt, "ich bin Kammi, der Kameldornzwerg, und du?" "Eh, eh ... ich bin Elisabeth ... eh ... und weißt du, ich hätte dich beinah gefressen! Wir Elande essen gerne solche herrlichen, frischen Schoten. Und deine war gerade so schön dick. Aber... grrr ...." und Elisabeth schüttelt sich bei dem Gedanken, "habe ich jetzt etwa lauter Zwerge gekaut und runtergeschluckt?" "Aber nein!" lacht Kammi.

"Hahaha! Das sind doch alles ganz gewöhnliche Schoten aus gewöhnlichen, gelben Kätzchen. Meine Schote, in der ich gewohnt habe, ist aus einer weißen Blüte gewachsen. Das kommt nur alle siebenhundertsiebenundsiebzig Jahre einmal vor! Iß nur mal ruhig weiter, guten Appetit! Ich will mir solange mal die Welt besehen." Und Kammi winkt Elisabeth nochmal fröhlich mit seinem Mützchen und macht sich auf die Pad. "Viel Spaß!" ruft Elisabeth, und guckt ihm mit ihren großen Augen noch lange nach, während sie ein Maulvoll Schoten kaut. [...]