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Herero

Herero

Dies ist ein breit angelegter und detailreicher Roman über den Hereroaufstand in Deutsch-Südwestafrika.
Seyfried, Gerhard
herero-9783746620268
978-3-7466-2026-8
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Titel: Herero
Autor: Gerhard Seyfried
Verlag: Aufbau Verlag
5. Auflage, Berlin 2009

ISBN 9783746620268 / ISBN 978-3-7466-2026-8
Broschur, 12x19 cm, 640 Seiten

Beschreibung:

Roman: Aus dem turbulenten Berlin macht sich Ende 1903 der Kartograf Carl Ettmann nach Swakopmund in Südwestafrika auf. Er lernt dort bald Cecilie Orenstein kennen und als die beiden gemeinsam die Reise fortsetzen wollen, bricht 1904 der Aufstand der Hereros aus. Ettmann schließt sich der Schutztruppe an und eilt den belagerten Deutschen in Okahandja zur Hilfe, während Cecilie gemeinsam mit einem Pfarrer in das umkämpfte Gebiet reist, um einen Hererohäuptling von der Teilnahme an dem Aufstand abzuhalten. Den Leichtsinn Ihres Entschlusses muß sie jedoch bald erkennen. Derweil erlebt der Herero Petrus beim Versuch, den Aufstand mit seinen Mitteln zu verhindern, die Vorgänge aus der Sicht der Aufständischen.

Textauszug: Hauptmann Franke

In dieser Nacht hat es zum erstenmal nicht geregnet. Wecken um vier Uhr. Hauptmann Franke wäscht sich Gesicht und Oberkörper mit kaltem Wasser aus dem Brunnen, zieht das Hemd an und streift die Hosenträger über die Schultern. Otto steht schon mit dem Waffenrock bereit, und Benjamin kommt mit der dampfenden Emailletasse mit schwarzem Kaffee, Morpheus samt Morphium zum Teufel zu jagen. Der Hauptmann nimmt nur einen kleinen Schluck, dann läßt er die Tasse stehen. Sein Magen verkrampft sich schmerzhaft und will das bißchen Kaffee ausstoßen, Franke würgt die gallebittere Brühe wieder hinunter, kalter Schweiß bricht ihm aus. Mit zusammengebissenen Zähnen knöpft er sich den Rock zu und klappt sich die Mütze auf den Kopf. Ben und Otto sehen ihm mit besorgten Mienen zu. „Los, brecht das Zelt ab“, sagt der Hauptmann mit kratziger Stimme, „und steht nicht 'rum und haltet Maulaffen feil!“

Allmählich wird die Kompanie laut, Gemurmel, Husten und Geraunze, die Pferde schnauben und treten, da klirrt es und dort klappert es. Grau ist der Morgen und kühl, Kaffeefeuer flickern gelb im Dunst. Sprechfetzen fliegen hin und her: „... mal halblang!“ und „Ist denn das vermaledeite Ding hin?“ Schon drängen die Unteroffiziere zur Eile: „Nu mal hopp!“ und „Fertigmachen, habt ihr nicht gehört!“ Die 1. Feldkompanie rückt um 5 Uhr 45 aus Okahandja ab und marschiert mit beiden Geschützen nach Norden, vorbei am abgebrannten Haus der Diekmanns, die hier zwei Wochen zuvor von den Hereros erschlagen wurden. Hinter dem Kaiser-Wilhelm-Berg geht die Sonne auf. Der Berg selbst ist noch dunkel, beinahe schwarz. Sein gezackter Umriß glüht in den Strahlen wie flüssiges Feuer. Die Kompanie, noch im Schatten, reitet Trab, schweigend, Reiter hinter Reiter. [...]