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Gold am Okoruso

Gold am Okoruso

Gold am Okoruso ist eine interessante und in realistischen Details reiche Erzählung aus der Zeit des Hereroaufstandes.
Klein, Herbert A.
05-0056_
gebraucht

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Buchtitel: Gold am Okoruso
Autor: Herbert A. Klein
Vermutlich Selbstverlag
Ohne Ortsangabe, vermutlich Windhoek
Druckort: Windhoek, Suidwes-Drukkery
Ohne Jahresangabe, evtl. 50er Jahre oder früher
Originalbroschur mit Deckelillustration des Autorst, 13x21 cm, 71 Seiten

Zustand:

1-2, gut, mit geringsten Gebrauchsspuren.
Sehr selten.

Inhalt:

Eine sehr interessante und in realistischen Details reiche Erzählung eines weißen Buschreiters aus der Zeit des Hereroaufstandes.

"Am Spätnachmittag eines heissen Dezembertages erreichte ich nach anstrengendem Ritt die Höhe, von der aus man die beiden Omatakokuppen weit im Norden in Sicht bekommt. Jetzt musste ich meine arabische Schimmelstute ein wenig ausruhen lassen. Mit meinem Pferd war ich äusserst zufrieden, obwohl ich beim Kauf Bedenken wegen der hellen Färbung hatte, denn die Gegend war sehr unsicher.

Der Stute lockerte ich nun den Sattelgurt und nahm ihr das Gebiss aus dem Maul. So konnte sie sich an den hier häufig vorkommenden, saftigen Futterbüschen gütlich tun. Mein Gewehr nahm ich aus dem Gewehrschuh, denn ich hatte mir angewöhnt, im Busch stets schussbereit zu sein. Hackiesbüsche und Kameldornbäume zeigten frisches Grün. Es war Regenzeit.

Als die Kegel des Omatako beim Sonnenuntergang glühten, setzte ich meinen Ritt fort. Dort, bei jenen hohen Bäumen, musste das Viel sein, dass mir von früher her bekannt war. Es galt, eine geschützte Stelle zum Lagern zu finden. Ausserdem brauchte mein Tier unbedingt Wasser. Gestern hatte ich es zum letzten Male getränkt. Daher hatte ich heute nur kurze Ruhepausen eingelegt, um dieses Vlei noch vor Anbruch der Nacht zu erreichen.
Zahlreiche Wildpfade zeigten mir eine geeignete Stelle, ans Wasser zu gelangen und nun konnten sich ROSS und Reiter laben.

Rasch brach die Dunkelheit herein; denn um diese Jahreszeit trifft die Sonne fast senkrecht auf den Horizont und so währt die Dämmerung nur ganz kurze Zeit. Nicht weit vom Wasser entfernt fand sich eine gegen Sicht gut geschützte Stelle. Für mein Tier hatte ich Hafer mit und konnte ihm den Futterbeutel umtun. Ich selbst verzehrte Bültong und Zwieback. Bei früheren Reisen hatte ich stets ein Lagerfeuer angezündet und Kaffee gekocht. Dieses Mal war ich vor den Hereros gewarnt worden, in deren Machtbereich ich mich hier befand. Darum verzichtete ich auf den wärmenden Trank, um ihre Aufmerksamkeit nicht auf mich zu lenken.

Leider war ich gezwungen, die weniger sichere und bekannte Richtung nördlich von Okahandja einzuschlagen, da mich schwere Regenfälle aufgehalten hatten und ich noch eine Verabredung mit einigen befreundeten Jägern in Okanjande, weit im Norden, einzuhalten hatte. So kam die angenehmere, westliche Route über Omaruru wegen Zeitmangel nicht mehr für mich in Frage. Aus dem gleichen Grunde hatte ich auch kein Packmaultier oder irgendwelche Begleiter mitgenommen. Im Busch fand ich mich durchaus alleine zurecht und konnte so auf jeglichen Führer verzichten. Natürlich war es nun besonders geraten, jede nur denkbare Vorsicht walten zu lassen.

Als ich mich, den Sattel als Kopfkissen beutzend, auf meiner Zeltbahn ausstreckte, glitzerten bereits die Sterne über mir und Schakale heulten in der Ferne. Den Revolver hatte ich griffbereit neben mir liegen. Vom Vlei her tönte das Konzert unzähliger Frösche. Auch der tiefe, unheimliche Ruf der Ochsenfrösche war zu vernehmen.

Buschleben war ich gewöhnt, doch noch nie hatte ich ein so beklemmendes Gefühl, wie seit Beginn des Rittes. Irgendein Unheil spürte ich in der Nähe. Es gelang mir nicht, diesen Gedanken abzuschütteln. Im Osten kündete mit milden Glanz der Mond sein Erscheinen an. Meine Stute hatte sich gelegt und zermalmte behaglich den Hafer. [...]