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Dinteria Nr. 20

Dinteria Nr. 20

Beiträge zur Flora und Vegetation von Südwestafrika
Giess, Willy
12053
neu

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12,50 €
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Herausgeber: Wilhelm Giess
Verlag: S.W.A. Wissenschaftl.Gesellschaft
Windhoek, 1989
Broschur, 17x24 cm, 32 Seiten, etliche sw-Abbildungen


Inhaltsangabe:

- Lichens of the Namib Desert, South West Africa/Namibia. I. The chasmoendolithic habitat. D.C.J. Wessels

- Diatomeen als „Fensteralgen" in der Namib-Wüste und anderen ariden Gebieten von SWA/Namibia. U. Rumrich, M. Rumrich, H. Lange-Bertalot

- Einiges zu unserer Flechtenflora. W. Giess


Aus "Diatomeen als „Fensteralgen" in der Namib-Wüste und anderen ariden Gebieten von SWA/Namibia":

U. Rumrich, M. Rumrich, H. Lange-Bertalot

ZUSAMMENFASSUNG: Selbst in extremen Wüstengebieten wie der Namib läßt sich an bestimmten Stellen immer wieder ein erstaunlich üppiger Bewuchs von Blau- und Grünalgen feststellen. Man findet solche Kolonien auf der Unterseite von Quarzkieselsteinen, die partiell in die Erdoberfläche eingebettet sind. Trotzdem sind die hier vorkommenden Algen-Arten zum überwiegenden Teil den obligatorischen Hygrophyten zuzurechnen. Die Ansiedlung der Algen wird offensichtlich sowohl durch das Mikroklima unterhalb der Kiesel, als auch durch die Lichtfilterwirkung des Kiesels selbst ermöglicht. Bisher konnten wir in der Literatur keinen Hinweis darauf finden, daß sich unter solchen Bedingungen auch Diatomeen ansiedeln.

Die vorliegende Untersuchung weist unter den Quarzkieseln eine in Anbetracht der Extrembedingungen unerwartet reichhaltige Vergesellschaftung unterschiedlicher Diatomeen-Arten nach. Neben Arten, die bekanntermaßen als aerophile Elemente kosmopolitisch auftreten, sind es vor allem auch solche, die mit ihrem ökologischen Schwerpunkt eindeutig in stehenden oder fließenden Gewässern vorkommen.

EINLEITUNG: Die Bezeichnung „Fensteralgen", die schon von Vogel (1955) benutzt wurde, stellt eine begriffliche Verbindung zu den „Fensterpflanzen" her. Dies sind z.B. Fenestraria-, Lithops-, und Haworthia-Arten in Süd- und Südwestafrika. Bekanntlich besitzen diese blattsukkulenten Xerophyten eine erhöhte Speicherfähigkeit für Wasser und besondere Schutzmechanismen gegen eine zu rasche Verdunstung. Hinzu kommt als wesentlicher Teil ihrer Anpassungsleistung an die meist extremen Wüstenstandorte eine weitere Besonderheit in Form sogenannter „Fenster".
Die Pflanzen nehmen ausschließlich über diese „Fenster" Licht in ihre stark verdickten und oft nur wenig aus dem Boden herausragenden Blätter auf.

Das Licht wird beim Eintritt in das Mesophyll von einer Wassergewebs-Schicht so weit abgeschwächt, daß das weit in die Tiefe verlagerte Assimilationsgewebe vor einer zu intensiven Sonneneinstrahlung geschützt ist. Daß in diesen Regionen auch eine hydrophytische oder drosophile, jedenfalls nichtxerophile Flora existiert, ist auf den ersten Blick nicht erkennbar. Hebt man jedoch die an vielen Stellen verstreut liegenden und meist teilweise in den Boden eingebetteten Quarzkiesel auf, erkennt man bei vielen von ihnen an der Unterseite deutlich sichtbar einen schmutziggrünen Belag, der vornehmlich aur Blau- und Grünalgen besteht. [...]