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Dinteria Nr. 19

Dinteria Nr. 19

Beiträge zur Flora und Vegetation von Südwestafrika
Giess, Willy
12052
neu

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12,50 €
inkl. 7% MwSt., zzgl. Versandkosten

Herausgeber: Wilhelm Giess
Verlag: S.W.A. Wissenschaftliche Gesellschaft
Windhoek, 1987
Broschur, 17x24 cm, 82 Seiten, zahlreiche Abbildungen


Inhaltsangabe:

- Die Gräsergattungen Rhynchelytrum und Tricholaena in SWA/Namibia. Georg Zizka

- A contribution to the flora of the Northern Namib. N.H.G. Jacobsen and H. Moss

- Injury and recovery of Welwitschia mirabilis. E. Brinckmann and D.J. von Willert

- Hydnora johannis in Southern Africa. L.J. Musselman und J.H. Visser


Aus "Die Gräsergattungen Rhynchelytrum und Tricholaena in SWA/Namibia":

Georg Zizka

Im Rahmen der Untersuchungen für eine Revision der Tribus Melinideae, zu der auch Rhynchelytrum NEES und Tricholaena SCHRADER ex SCHULTES & SCHULTES gehören, wurden auf einer Sammelreise nach SWA/Namibia Pflanzen und keimfähige Früchte gesammelt sowie Untersuchungen am natürlichen Standort vorgenommen. Das geschah vor allem im Hinblick auf die Variabilität taxonomisch wichtiger Merkmale innerhalb einzelner Populationen. Darüber hinaus wurde das Herbarmaterial dieser Gattungen in den Herbarien Pretoria (PRE) und Windhoek (WIND) bearbeitet. Im folgenden soll auf die Biologie (Anatomie, Morphologie, Mikromorphologie und Verbreitung) der in SWA/Namibia vorkommenden Arten beider Gattungen eingegangen und sollen einige taxonomische Fragen erörtert werden.

Die taxonomischen Ergebnisse und nomenklatorischen Folgen der eigenen Untersuchungen sowie vergleichende Untersuchungen aller Arten der Tribus sollen demnächst in einer Revision der Melinideae veröffentlicht werden. Es kommt daher hier die Nomenklatur von CLAYTON & RENVOIZE (1982) zur Anwendung. Ebenso wurde auf ausführliche Beschreibungen und das Erstellen eines kompletten Bestimmungsschlüssels verzichtet, da dies Gegenstand der Bearbeitung der Gruppe für die „Flora of Southern Africa" sein wird.

MATERIAL UND METHODE:

Morphologie: Die morphologischen Untersuchungen wurden an Herbarmaterial durchgeführt. Insgesamt beträgt die Zahl der ausgeliehenen und in Herbarien bearbeiteten Belege etwa 3000.

Anatomie: Es wurden Handschnitte von Herbarmaterial angefertigt. Die Blattspreiten waren zuvor einige Stunden lang in mit Spülmittel versetztem Wasser eingeweicht worden. Eingebettet wurden die Schnitte ebenso wie die Epidermispräparate in einem Medium aus Gummi arabicum, destilliertem Wasser, Chloralhydrat, Glucose und Eisessig. Diese Präparate sind mehrere Jahre haltbar. Eine Färbung erfolgte zum Teil mit Phloroglucin/Salzsäure, Jodjodkalium, Chlorzinkjod oder Safranin.

Die Epidermispräparate wurden durch einfaches Abkratzen der übrigen Gewebeteile gewonnen. Die Präparate wurden im Lichtmikroskop untersucht und photographiert. An Hand dieser Photographien wurden die Zeichnungen detailgenau angefertigt. Bei Querschnitten wurde mit einer Ausnahme (R. repens) auf die Wiedergabe des grünen Parenchyms verzichtet, da dies bei allen Arten den prinzipiell gleichen Aufbau zeigt. Von jeder Art wurden mindestens 10 Pflanzen anatomisch untersucht.

Mikromorphologie: Obere Blütchen wurden von Herbarbelegen entnommen und ohne weitere Vorbehandlung auf Präparatetellern befestigt, anschließend 3-4 Minuten lang mit Gold bedampft und mit einem Rasterelektronenmikroskop des Typs Hitachi S-500 untersucht.

SYSTEMATISCHE STELLUNG:

Tricholaena und Rhynchelytrum werden mit Melinis und Mildbraediochloa zur Tribus Melinideae (oder Subtribus Melinidinae) zusammengefaßt. Sie stellen eine gut umgrenzte Gattungsgruppe dar, die sich durch die Konsistenz des oberen Blütchens, Größe der unteren Hüllspelze, Spelzenform, Art der Begrannung (BUTZIN 1969, 1971) sowie Merkmale der Blattanatomie (radiär angeordnetes grünes Parenchym, Mestom- und Parenchymscheide vorhanden) gut von anderen Triben der Panicoideae unterscheiden läßt. Die Abgrenzung der Gattungen und Arten bereitet jedoch sehr große Schwierigkeiten. Tricholaena einerseits sowie Rhynchelytrum und die übrigen Gattungen andererseits lassen sich noch eindeutig an Hand der Symmetrie und Konsistenz des oberen Blütchens unterscheiden. Dieses ist bei Tricholaena vom Rücken her zusammengedrückt (Abb. l) und knorpelig verdickt, bei den übrigen Gattungen jedoch von der Seite zusammengedrückt und häutig, höchstens an der Basis schwach knorpelig verdickt.

Die Bedeutung dieses Merkmals wird durch mikromorphologische Untersuchungen am Rasterelektronenmikroskop unterstrichen (Abb. 2). Während sich die Tricholaena-Arten durch das Fehlen von Haarbildungen und durch nur schwach gewellte Längswände der Epidermiszellen auszeichnen und eine homogene Gruppe bilden, zeigen die Arten der anderen Gruppe stark sinusförmig gewellte Längswände und verschiedene Haarbildungen (Makrohaare, 2-zellige Mikrohaare, Stachelhaare) in unterschiedlichen Verteilungsmustern. Die Abgrenzung der Arten ist auf Grund der extremen Variabilität einzelner Sippen sehr schwierig. Dies ist sicherlich z.T. auf besondere Fortpflanzungsmechanismen zurückzuführen [...]