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Die kaiserliche Schutz- und Polizeitruppe für Afrika

Die kaiserliche Schutz- und Polizeitruppe für Afrika

Felduniform, Ausrüstung, Bewaffnung - ein lang erwartetes Kompendium!
Schneider, Reinhard
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neu

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Untertitel: Felduniform, Ausrüstung, Bewaffnung
Autor: Reinhard Schneider
Druffel & Vowinckel-Verlag
Stegen am Ammersee, 2005
Kartoneinband, 19x27 cm, 125 Seiten, zahlreiche sw- und Farbfotos, Abbildungen und Karten


Verlagsankündigung:

Erneut steht die Kaiserliche Schutz- und Polizeitruppe für Afrika wieder im Mittelpunkt des militärgeschichtlichen Interesses. Oft wird behauptet, sie sei eine glänzend ausgerüstete Einheit gewesen, oft wird - hemmungslos übertrieben - gar von einer Kolonialarmee geschrieben. Unabhängig davon umgibt die deutsche Schutztruppe ein Mythos, der sich nicht zuletzt auf die großartigen Leistungen des Generals Lettow-Vorbeck während des Ersten Weltkrieges im ehemaligen Deutsch-Ostafrika gründet. Über Strategie und Einsätze der deutschen Einheiten in Afrika ist viel berichtet worden. Jetzt wird erstmals eine gründliche Arbeit über den inneren Zustand der Schutztruppe und der Polizeitruppe vorgelegt. In langjähriger Arbeit hat der Verfasser alle Einzelheiten über Felduniform und Bewaffnung sowie über die Ausrüstung dieser legendären Truppe gesammelt und zusammengetragen. Er beschränkt sich dabei nicht nur auf die beiden großen Schutzgebiete, sondern hat auch Togo und Kamerun in seine Arbeit einbezogen, so daß ein einmaliges Kompendium der verschiedenen Truppen erarbeitet wurde. Hier schließt der Verfasser eine wesentliche Lücke im Rahmen der Heereskunde und der Militärgeschichte.


Vorwort:

Der § 1 der Schutztruppenverordnung vom 25. Juli 1898 lautet: »Die Schutztruppen dienen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit in den afrikanischen Schutzgebieten, insbesondere zur Bekämpfung des Sklavenhandels.« Die Aufgabe der Schutztruppen war ausschließlich die innere Sicherung des Kolonialraums gegen Eingeborenenaufstände, gelegentliche Polizeiaufgaben und Hilfe bei der kulturellen Erschließung des Landes, Landvermessung und dergleichen. Ein Kampf gegen Truppen europäischer Kolonialmächte war weder vorgesehen noch in Stärke, Bewaffnung und Vorratshaltung an Waffen und Munition vorbereitet, da das Deutsche Reich sich auf die Innehaltung der Kongoakte verließ. Vergebens sind Kommandeure und Gouverneure für eine Verstärkung und Reorganisation ihrer Schutztruppen eingetreten. Vergebens haben sie darauf hingewiesen, daß die Truppen in Übersee auch einmal berufen sein könnten, gegen eine europäische Macht kämpfen zu müssen. Die Auffassung, »das Schicksal der Kolonien entscheidet sich in der Nordsee«, hat die Frage einer Betätigung der Schutztruppen in einem europäischen Kriege überhaupt nicht aufkommen lassen.

Von einer Militarisierung der Kolonien kann somit nicht gesprochen werden. Es sind keine Befestigungen an den Grenzen angelegt worden, die zum Schutze des Landes oder als Ausgangstore zu Einfällen in das Nachbargebiet hätten dienen können. Nicht ein Flottenstützpunkt entstand für die Auslandsflotte. Der Verfasser hat versucht die Schutztruppe, so genau wie möglich, darzustellen. Sicherlich hat dieses Werk keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es war äußerst schwierig, die vielen Einzelsegmente, zu einem Ganzen zusammenzufassen. Als Quellen für die Uniformierung dienten zum großen Teil Angaben aus Afrikawerken, herausgegeben von verschiedenen Schutztruppenoffizieren, welche sämtlich neben der Schilderung der eigenen Erlebnisse, auch einen kurzen Abschnitt über Organisation und Uniformierung der Schutztruppe enthalten. Ferner einige Mitteilungen aus der zeitgenössischen Kolonialliteratur. Jedoch hofft der Verfasser, daß es ihm gelungen ist, ein ausführliches Bild der Schutz- und Polizeitruppe wiederzugeben.


Entstehung der Schutztruppe in Deutsch-Südwestafrika:

Die südwestafrikanische Schutztruppe hat im Laufe der Zeit mancherlei Wandlungen durchgemacht. Im Jahre 1888 wurde sie als Gesellschafts-Truppe der deutschen Kolonialgesellschaft für Südwestafrika ins Leben gerufen. Ihre Stärke bestand aus zwei ehemaligen deutschen Offizieren, fünf früher aktiven deutschen Unteroffizieren und zwanzig eingeborenen Bastards und Hottentotten. Diese spärliche Truppe, die in Otjimbingwe am Swakopflusse, ca. 100 Kilometer westlich von Windhuk, stationiert wurde, sollte der Kern für eine später zu schaffende größere Eingeborenen-Truppe bilden. Ihre Aufgabe war lediglich der Schutz der Goldfunde, die auf dem Gebiet der Deutschen Kolonialgesellschaft für Südwestafrika 1887 gemacht worden waren. Da diese Goldfunde sich aber nicht als abbauwürdig erwiesen, wurde die Truppe, die auch auf Grund ihrer Schwäche absolut nicht geeignet war, irgendwelche militärische Machtentfaltung zu zeigen, im Oktober 1888 bereits wieder aufgelöst.

Im Jahre 1889 erhielt der damals gerade in Togo mit Grenzvermessungen beschäftigte Hauptmann C. v. Francois den Auftrag, zusammen mit seinem Bruder, dem Leutnant H. v. Francois vom 26. Infanterie-Regiment, eine Schutztruppe zu schaffen, und zwar zunächst nach der Art der ostafrikanischen Wissmanntruppe in der Form einer Söldnertruppe, d.h. einer Privattruppe unter staatlicher Führung und Disziplinargewalt. Die Mitglieder, einundzwanzig Mann, von denen 8 dem aktiven Heere und 13 dem Beurlaubtenstande entnommen waren, und die sämtlich als Gemeine freiwillig in die Truppe eintraten, waren durch Privatvertrag auf drei Jahre zur Dienstleistung verpflichtet worden. Ihre Uniform, die nach Anordnung des Missionsdirektors Büttner hergestellt war, bestand aus gelbbraunem, samtartig gerippten Manchester-Kord-Rock und ebensolcher Hose, grauem Filzhut mit aufgeschlagener Krempe, rechts die deutsche Kokarde, langschäftigen braunen Stiefeln mit Sporen, braunem Koppel und ebensolchen Patronentaschen. Mantel, wollene Decke, Brotbeutel und Feldflasche vervollständigten die Ausrüstung, zu der noch das aus Kandare, Bocksattel, Marschhalfter und Filzschabracke bestehende Reitzeug gehörte.

Während sich die Bekleidung sehr gut bewährte und in ihren Grundzügen dieselbe blieb, war die aus Mauserkarabiner, Revolver und kurzem Dolchmesser bestehende Bewaffnung weniger praktisch. Die Karabiner wurden daher sofort durch das Infantrie-Gewehr Modell 71/84 ersetzt, das Hauptmann v. Francois in genügender Zahl aus Togo mitbrachte, um 1890 dem Modell 88 und zur Aufstandszeit dem Modell 98 Platz zu machen, das dann die gesamte südwestafrikanische Schutztruppe führte. An Stelle der Dolchmesser trat das Infantrie-Seitengewehr. Als Gründungsjahr der Schutztruppe ist durch AKO vom 16.9.1911 der 16. April 1889 festgelegt. Es fällt noch in die Zeit der sogenannten »kaufmännischen Verwaltung«, die 1891 in eine Art »militärische Verwaltung« umgewandelt wurde. Die Truppe war zunächst eine Privattruppe aus Freiwilligen, die sich auf die Person des Kommandeurs verpflichteten, und hatte zunächst nur eine Stärke von dreißig bis fünfzig Mann. 1893 mußte sie auf 350 Mann verstärkt werden. Als bald darauf eine weitere Verstärkung nötig wurde, war dieser Vertragszustand nicht mehr tragbar.

So wurde diese Truppe des Reichkommissars v. Francois »Kaiserliche Schutztruppe« und damit neben der Kaiserlichen Marine die einzige Reichstruppe. Sie wurde 1894 auf einen Stand von vier Feld-Kompanien mit fünfzehn Offizieren und 500 Mann gebracht, zu denen 1896 noch eine Feld-Batterie hinzutrat, ferner eine Handwerker-Abteilung und ein Kommando der Eisenbahntruppe. Sie unterstand noch bis 1896 dem Reichsmarineamt, um dann unter das oben genannte Kommando der Kaiserlichen Schutztruppen zu treten. Sämtliche Dienstgrade ergänzten sich durch freiwillige Meldungen aus den Kontingenten der deutschen Bundesstaaten. Bei besonderem Bedarf konnten in der Kolonie wohnende Wehrpflichtige des Beurlaubtenstandes eingezogen werden. Die Stärke hielt sich in den kommenden Jahren je nach Lage im Schutzgebiet steigend auf 700 bis 900 Mann für ein Gebiet, das eineinhalbmal so groß war, wie das damalige Deutsche Reich.


Aus "Uniformierung der Schutztruppe":

Der Feldrock hat eine jacketartige Form und ist aus gelbbraunem Khaki-Drell gefertigt, er hat an der hinteren Seite unten einen 12 cm langen Einschnitt. Der Umlegekragen und die schwedischen Aufschläge des Feld-rocks sind von gleichem Stoff und haben Vorstöße aus kornblumenblauem Tuch, auch befindet sich ein solcher Vorstoß am Feldrock vorn herunter. Am Umlegekragen befindet sich eine Öse mit einem Schließhaken. Das Schließen des Rocks geschieht durch sechs Knöpfe aus weißem Metall mit Kaiserkrone, bei Offizieren auf gekörntem, bei Unteroffizieren und Mannschaften auf glattem Grund. An beiden Seiten des Rocks ist vorn in der Höhe des zweiten und dritten Knopfes je eine äussere Brusttasche etwas schräg zur Mitte abfallend aufgenäht.

Dieselben sind mit eckig geschnittenen Klappen und einer senkrechten Mittelfalte versehen. Nochmals zwei Taschen ohne Mittelfalte befinden sich unten am Rock und schließen mit diesem gerade ab. Zum Verschließen sind kleine Kaiserkronenknöpfe angebracht. Auf den Schultern ist eine vierfach zusammengenähte schwarz-weiß-rote Mohairschnur (Schulterklappen), für Unteroffiziere und Mannschaften. Diese sind mit einem kleinen Kaiserkronenknopf befestigt. Der Kordwaffenrock gleicht im Schnitt dem hellgrauen Heimatwaffenrock und ist aus sandgrauem Kord gefertigt. Alle Abzeichen gleichen denen am Heimatwaffenrock. Durch vieles Waschen wird die Farbe immer heller, also ist der Farbton nicht einheitlich. Geschlossen wird der Rock durch acht Kaiserkronenknöpfe.

Der Kordrock (ursprünglich Kordlitewka genannt) ist aus samtartig geripptem Manchester-Kord und gleicht im Schnitt der Heimatlitewka, hat eingeschnittene Brusttaschen und Seitentaschen mit einfachen Taschenklappen ohne Knopf, auch gibt es keine Kragenplatten. Man findet den Rock auch ohne die Brusttaschen sowie mit verdeckter Knopfleiste. Der Kordfeldrock sollte den Kordwaffenrock ersetzen.

Die Feldhose ist ebenfalls aus Khaki-Drell und hat an den äußeren Seitennähten Vorstöße von kornblumenblauem Tuch. Stege werden zu diesen Beinkleidern nicht getragen. Die Kordreithose besteht aus demselben Material wie der Kordrock und besitzt keinen Vorstoß. Offiziere mit Stegen.

Der Mantel ist ein langer Reitermantel aus hellgrauem Tuch. Er hat einen breiten Umlegekragen aus Grundtuch darauf. Außerdem schwedische Aufschläge sowie hinten einen ca. 60 Zentimeter langen Schlitz, dieser kann durch zwei verdeckte Knöpfe geschlossen werden. Der Mantel ist vornherunter mit 6 metallenen Kaiserkronenknöpfen zu schließen. Am Umlegekragen befinden sich zwei Ösen mit den dazugehörigen Schließhaken. Außerdem ist ein Haken oben am linken Vorderteil, der unter dem Kragen mit einer handgeschürzten Öse geschlossen wird. Hinten in Taillienhöhe ein Stoffgürtel aus zwei Teilen der durch einen Kaiserkronenknopf geschlossen ist. Vorn unter dem letzten Knopf befinden sich zwei etwas schräg abfallende Taschen ohne Klappen. Auf dem Mantel blaue Schulterklappen, diese sind mit kleinen Kaiserkronenknöpfen befestigt. Mannschaften tragen einen blauen Kragenspiegel mit einer kurzen weißen Litze wie preußische Grenadiere, die Unteroffiziersabzeichen sind weiße schmale wollene waagrechte Borten, schwarz und rot durchzogen, darüber. Feldwebel haben außerdem noch eine zweite Borte. Die Offiziere tragen den Paletot nach Heeresschnitt mit hell-blauem Kragen, dazu seit 1903 Schulterstücke. Im Felde wurde von Offizieren vielfach auch der Reitermantel getragen.

Die Stiefel sind aus naturfarbenem Leder. Die Schäfte gerade, fest und bis zum Knie hinaufreichend. Die Anschnallsporen haben ca. 4-5 cm. Breite Sporenriemen aus braunem Leder. Der Sporen ist waagerecht und 3 cm lang, er hat am Ende ein nach oben zeigendes Sporenrad. Es gab die Stiefel mit und ohne Benagelung.

Der Hut auch Südwester genannt, ist aus grauem Haarfilz, der ovale Kopf desselben hat eine Höhe von 15 cm, um den unteren Teil liegt ein 3,5 cm breites Band aus kornblumenblauem Seidenrips, welches an der linken Seite eine Schleife bildet. Die Krempe des Hutes ist 12 cm breit und mit einer kornblumenblauen Einfassung aus Seidenrips versehen. Die rechte Seite der Hutkrempe ist aufgeschlagen und wird durch eine große Offizierskokarde, Durchmesser 5,5 cm, in den Farben schwarz - silber - rot, an dem Kopfteil des Hutes festgehalten. Bei den Unteroffizieren und Mannschaften ist das Band und die Einfassung aus Wollrips, der Haarfilz nicht so hochwertig. Die Kokarde ist flach und in den Reichsfarben lackiert. Die Portepee-Unteroffiziere tragen die Offizierskokarde. Der Hut ist zum Teil innen mit Seidenfutter ausgestattet, durch längeres Tragen in den Tropen geht dieses aber sehr schnell verloren. Das Band und die Einfassung bleichen mit der Zeit aus, und erhalten eine türkisartige Farbe. Es gibt Ausfertigungen diese besitzen im Kopfteil zwei kleine Lüftungssiebe auf der linken Seite. Auch findet man Kokarden die im Innenbereich siebartig durchlöchert sind, es handelt sich um 2,5 cm. Dieser Durchmesser ist sowie aus dem Kopfteil als auch aus der Krempe ausgestanzt. An beiden Stellen befindet sich eine Messingringeinfassung, darunter ein Druckknopf um die Krempe noch besser zu fixieren. [...]


Inhaltsverzeichnis:

Vorwort
Deutsch-Südwestafrika
Entstehung der Schutztruppe
Die Uniformierung
Die Ausrüstung
Die Bewaffnung
Die Organisation der Schutztruppe 1914
Entstehung der Landespolizei
Die Uniformierung
Die Ausrüstung
Die Bewaffnung
Die Polizeidiener
Schutztruppenlied
Deutsch-Ostafrika
Entstehung der Schutztruppe
Die Uniformierung
Die Ausrüstung
Die Bewaffnung
Die Organisation der Schutztruppe 1914
Die Uniformierung, die Ausrüstung und die Bewaffnung der Poizeitruppe
Schutztruppenlied
Kamerun
Entstehung der Schutz- und Polizeitruppe
Die Uniformierung, die Ausrüstung und die Bewaffnung der Schutztruppe
Die Organisation der Schutztruppe 1914
Die Uniformierung, die Ausrüstung und die Bewaffnung der Polizeitruppe
Schutztruppenlied
Togo
Die Entstehung der Polizeitruppe
Die Uniformierung, die Ausrüstung und die Bewaffnung der Polizeitruppe
Die Organisation der Polizeitruppe 1914
Lied
Auszeichnungen und Gefechtsspangen
Erinnerungen an die Dienstzeit
Gedenkblatt
Nachtrag
Impressionen
Quellenverzeichnis