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Das ist Afrika! Dornen, Durst und Tsetsefliegen

Das ist Afrika! Dornen, Durst und Tsetsefliegen

Eine wunderbare, lange Jagdbiographie aus den Weiten Ostafrikas
Hecker, Anno
46003
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Das ist Afrika! Dornen, Durst und Tsetsefliegen

Untertitel: Dornen, Durst und Tsetsefliegen
Autor: Anno Hecker
Nimrod-Verlag
Hanstedt, 2003
Broschur, 15x21 cm, 192 Seiten, 80 sw-Abbildungen


Verlagsankündigung:

Wohl kaum ein anderer Autor hat soviel Veröffentlichungen in Jagdzeitschriften verfasst wie Anno Hecker; das Kürzel »AH« wird vielen Lesern sicher in lebhafter Erinnerung sein. Die berufliche Laufbahn des Försters aus Schleiden begann 1955 unter afrikanischer Sonne in Tanzania, wo er zunächst als »Field-Officier« und »Elefantenkontrolleur« in Tsetsefliegen-Gebieten tätig war, bis er Anfang der 60ziger Jahre die Projektleitung der Wildhüterschule in Mweka übernahm. Aber auch nach seiner Rückkehr in die Eifelwälder 1968 riss sein Kontakt zum afrikanischen Kontinent nie ab. Zahlreiche Reisen führten ihn nicht nur an alte Wirkungsstätten, sondern auch in andere Regionen Afrikas. In 36 Kapiteln beschreibt der Verfasser mit einfühlsamer Feder Begegnungen mit Tieren und Menschen in fünf Jahrzehnten. Dabei sind in jeder Zeile seine profunde jagdliche Erfahrung und seine Liebe zu Afrika zu spüren. Die Schilderungen beschränken sich aber wahrlich nicht nur auf die Jagd, sondern fangen die komplette Aura afrikanischen Lebens ein. Christopher Borten, Chefredakteur des britischen »Stalking Magazine«, hat einmal gesagt: »Ein Tag mit Mr. Hecker ist wie ein ganzes Jahr Afrika!«


Vorbemerkungen des Verfassers:

Patrick Hemingway erzählte mir einmal, wie er als Fünfzehnjähriger in die Fußstapfen seines damals schon berühmten Vaters zu treten gedachte und er ihm dieserhalb ein fünfseitiges Manuskript zur Begutachtung vorlegte. »Nicht schlecht«, so der alte Herr nach sorgfältigem Studium, aber »auf zwei Seiten wäre das Ganze gut gewesen.« Woran ich mich bei der Niederschrift nachfolgender Zeilen zu halten gesucht habe, wenngleich manchmal das jugendliche Jägerherz doch etwas zu sehr mit in die Feder geflossen ist.

Lange habe ich gezögert, dem Drängen von Familie und Freunden zu entsprechen, mit meinen Erlebnissen an die Öffentlichkeit zu treten. Wenn ich dies als »armchair hunter«, wie die Amerikaner den alten, ausrangierten Waidmann so nett bezeichnen, nun doch tue, so vor allem, um die damaligen Zeitumstände und ihre Menschen nicht dem Vergessen anheim fallen zu lassen - die Tiere sind ja dieselben geblieben.

Aus meinen Aufzeichnungen und Erinnerungen habe ich ohne chronologische oder fachliche Ordnung erzählt, was mir erwähnenswert schien und mich bewusst supergescheiter Rezepte für ein »zukunftsträchtiges Wildlife-Management« enthalten. Wohl habe ich einige aufschlussreiche Begebenheiten wie auch Erfahrungen großer Jäger aus frühester Kolonialzeit eingeblendet, die für Afrikafreunde von Interesse sein dürften.

Vor 20 Jahren geschrieben, hätten sicherlich häufigerer Kugelschlag und Abschusszahlen dem Geschmack erlebnishungriger Leser eher entsprochen und wären auch Trophäensammler, deren Messband so locker wie der Zeigefinger sitzt, auf ihre Kosten gekommen. Wobei ich mich selbst beileibe nicht von der Freude an ästhetisch schönen, seltenen oder schwer errungenen Beutestücken freisprechen kann, heute weniger aus selbstbestätigendem Erlegerstolz, sondern weil sie für mich Zeugnisse einer vergangenen Zeit sind, die Atmosphäre der Wildnis zurückrufen und mich Zwiesprache mit den schwarzen, braunen und weißen Gefährten halten lassen, die, meist lange tot, schemenhaft vor mir auftauchen, um schattengleich wieder zu verschwinden.

Als amtliches Dankeschön für meine Jahre in der Entwicklungshilfe besitze ich noch den Brief des zuständigen Staatssekretärs, der mir bescheinigt, mich »um die Bundesrepublik Deutschland verdient gemacht zu haben.« Eine nette und ehrenvolle Geste, die mir allerdings längst nicht so viel bedeutet wie die Worte eines »Mshensi« vom Luwegu River (Selous):

In den 80er Jahren hatte mein Freund einen Tembo krankgeschossen, der in einen dschungelartigen Wald eingewechselt war. Auf meine Bitte hin überließ mir der afrikanische Berufsjäger und Jagdführer »with pleasure« seine 458 FN-Mauser, um den Fangschuss anzutragen. Als ich in das Dickicht eindrang, bot sich Mfupa (Kisuaheli = »Knochen«), der zaundürre und schon sehr betagte Tracker, als Führer an. Was ich jedoch höflich und ohne ihn zu verletzen ablehnte, da ich auf dieser meiner wohl letzten Elefantenjagd allein sein wollte. Worauf Mfupa mit einem Aufleuchten in den Augen bemerkte: »Huyu, huyu ni Mzee ya zamani - der da, das ist noch einer der Alten von ganz früher!«


Vor 65 Jahren...

1938 schenkte ein vermögender Onkel meinem ältesten Bruder und mir Eintrittskarten zu einem »Naturfilm« im Kölner Ufapalast. Zu einer Zeit, in der es weder Fernsehen noch Tierillustrierte gab, beflügelten nie gesehene Szenen von Löwen und Elefanten in freier Wildbahn die Fantasie des naturhungrigen Großstadtjungen.

Als der Vorhang fiel, betrat der Filmemacher das Podium, bedankte sich freundlich für das Interesse der Zuschauer und lud Fragensteller nach vorn. Mein Bruder und ich waren die Einzigen, die klopfenden Herzens zur Bühne gingen, wussten wir doch, dass uns der berühmte schwedische Großwildjäger, Naturforscher und Schriftsteller Bengt Berg erwartete, dessen »Tiger und Mensch« oder »Meine Jagd nach dem Einhorn« als Bestseller die Auslagen der Buchhandlungen beherrschten. Ich kann mich noch gut erinnern, wie sich der große, hagere Mann zu dem zehnjährigen Dreikäsehoch herunterbeugte, ihm die Hand reichte und fragte, wie mir seine Vorstellung gefallen habe.

Der Titel seines Films: »Sehnsucht nach Afrika« Ein Jahr später erstickte der Zweite Weltkrieg alles Fernweh. Mit 15 Jahren musste ich zur Heimatflak und 16 Monate lang als Kanonier an der »8,8« Kölns Feuerstürme und Bombenhagel überstehen, was ich als geborener Pessimist nie geglaubt hätte. Es folgten entbehrungsreiche Nachkriegsjahre ohne Zukunftsperspektiven; symptomatisch der ernstgemeinte Rat eines Bonner Professors, den ich wegen eines Zoologiestudiums aufsuchte: »Werden Sie Maurer!« Keine Zeit, an die uns damals verschlossene »große weite Welt« zu denken. Doch es sollte anders kommen, schneller als erwartet... [...]


Afrika!

Nairobi - November 1955 Violett blühende Jacaranda-Alleen wuchsen in ungewohnt tropischer Beleuchtung beim Landeanflug auf uns zu; 22 Stunden nach dem Start vom neblig-tristen Frankfurt über Athen, Kairo und Khartoum mit viermotoriger Propellermaschine - schneller ging's damals nicht.

Meine Frau und ich in jugendlicher Euphorie überwältigt von dem verwirrenden Wechsel völlig neuer Eindrücke und Empfindungen, die Vielfalt fremdartiger Gerüche unter gleißender Sonne und Hitze, der ungewohnte Anblick von Schwarzen und Indern im Straßengewühl; der anscheinend ungeordnete Verkehr mit seinen auffälligen, rötlich verstaubten Safaricars der White Hunter. Die heute üblichen Zebrabusse und die Heerschar der Fototouristen gab es damals noch nicht.

An fast jeder Straßenecke bewaffnete schwarze Polizisten, deren Bedeutung uns zum Glück nicht bewusst war, nicht ahnend, dass nur einige Häuserblocks weiter die letzten Prozesse der Kolonialmacht gegen die »Feldmarschälle« der Mau Mau stattfanden, deren tragischer, auf finsterstem Aberglauben basierender Freiheitskampf 13.000 Menschen das Leben gekostet hatte.

In welch anderer Welt dagegen die Atmosphäre der vornehmen Hotels mit ihrer lautlos auf dicken Teppichen dahingleitenden Kellnerschar, den roten Fez auf schwarzem Krauskopf; die Gäste im obligatorischen Dinnerjackett und Krawatte oder Abendkleid; die dem Europäer der Nachkriegszeit so ungewohnt reichhaltige Speisefolge bei Dinner und Supper. Dann das geradezu zeremonielle Maßnehmen bei Ahamed Brothers, dem indischen Safarischneider, der die nötige Khakikleidung bis zum folgenden Morgen anfertigte.

Endlich die Übernahme unseres Landrovers zur Fahrt über Arusha, Kondoa, Dodoma und Iringa zu unserem Ziel, den Southern Highlands von Tanganjika. Drei Tage über wellblechartige Erdpisten mit ihren zahlreichen, unter senkrechter Sonne nur spät erkennbaren Schlaglöchern; ein echt körperlicher Stress, zumal die hunderte Meter langen Staubfahnen der Lkw ein gefahrloses Überholen erschwerten. Man konnte kaum ein Auge riskieren für die so neuartige Landschaft links und rechts, so dass bald schon Verständnis aufkam für die gängige englische Redensart: »miles and miles of bloody Africa.«

100 km südlich Iringa sollte ich für einen Österreicher Leitung und Aufforstung einer 2.600 ha großen Ödlandfarm mit Eukalyptus und südamerikanischen Kiefern übernehmen; eine Aufgabe, die ich mit verständlichem Enthusiasmus anging, wenngleich mir ein wohlmeinender Nachbar gleich zu Anfang riet: »Langsam mit den jungen Pferden, Sie sind hier in Afrika. Vergessen Sie, was Sie daheim gelernt haben und gebrauchen Sie Ihren gesunden Menschenverstand!«

Allmählich wurde unser noch unfertiges Domizil bewohnbar. Mangels Strom gewöhnten wir uns an das Licht heller Petroleumlampen, wir stellten schwarze Boys ein für Küche, Garten und Wasser - letzteres aus einem Bach in 18-Liter-Kanistern hochzutragen. Das Wort Boy entbehrte damals jeglicher Diskriminierung und wurde auch von den Afrikanern nicht als solche verstanden. Sogar der Koch, der Mpichi, bediente sich eines Kitchenboys, auf den er alle niederen Arbeiten wie Kartoffelschälen, Abwaschen, Holz holen etc. »delegierte«.

Während meiner Anfänge hatten sogar noch manche Europäer einen »Taniboy« (Turnboy), der in Ermangelung eines zuverlässigen Starters die vorn angesetzte Kurbel zum Anlassen des Motors drehen musste. Mehrere Boys zu haben, war nicht etwa kolonialer Snobismus, sondern eine soziale Verpflichtung gegenüber den vielen arbeitslosen Afrikanern. Erst mit fortschreitender Entkolonialisierung erhielt diese Anrede einen diffamierenden Beigeschmack - so wie in Deutschland die Putzfrau nicht mehr hoffähig, durch einfallsreiche Wortschöpfungen ersetzt wurde.

Indes, wir hatten uns gerade eingelebt, da traf uns wie ein Hammerschlag der Besuch eines Regierungsbeamten mit der Eröffnung, dass der Transfer der Farm mangels getilgter Hypotheken unrechtmäßig und somit nichtig sei. Nach erstem Schock aufgeregte Telegramme - Telefon gab es nicht - nach Österreich, Bonn, Dar es Salaam. Alle Bemühungen, die Sache gerade zu biegen, selbst die Einschaltung Adenauers, scheiterten; wie ich heute weiß, aus politischen Gründen. Was nun? Reumütig mit eingekniffenem Schwanz nach Hause - nie und nimmer. Noch klangen mir die Worte des Landforstmeisters von Arnsberg beim Überreichen der Revierförsterurkunde in den Ohren: »... und viel Glück in Deutsch-Ost!«

Das Schicksal hatte mir weder einen silbernen noch einen grünen Löffel in die Wiege gelegt: Keine Jäger unter meinen zumeist kleinbürgerlichen Vorfahren und vor meiner schwer erkämpften Zulassung zur Forstlaufbahn die so häufige Bemerkung: »Ihnen fehlt die grüne Tradition!« Jetzt erst recht! Ich wollte, ich musste in dem herrlichen Land bleiben, aber wie? Ich bewarb mich bei der Forstbehörde, der Jagdverwaltung, bei größeren Landbesitzern. Überall höfliche Absagen; ob man so kurz nach dem Krieg noch Ressentiments gegenüber Deutschen hatte?

Dann der entscheidende Tipp: Im Tsetse-Department sucht man Forstleute, aber es wolle sich kaum jemand den Strapazen in Sümpfen und Schlafkrankheitsgebieten zur Bekämpfung des todbringenden Insektes aussetzen. Ich bewarb mich und erhielt eine Zusage - es sollte die schönste Zeit meines Lebens werden! […]


Inhaltsverzeichnis:

Vorbemerkungen des Verfassers
Zum Geleit (Klaus Freund)
Vor 65 Jahren
Afrika!
Jagdliche Anfänge und Büffel
BigTuskers
Elefantenjagd im Wandel der Zeiten
Schwarze Magie, Aberglaube und Jagd
Missionare, Sklaven und Elfenbein
Polo Peppermint
Brian Stronach
Von Bynes Kilanga bis Martha Gellhorn
Ugolo und Pombe
Leoparden und Krokodile
Tandala - die große Liebe
Mein »beinahe« Weltrekord
Schicksale
Buchengera und Lake Tanga
»Unakula kila siku?«
Vom Sitatunga zum »Beef in tree«
Tasama Nyoka
Kuchinja
»Tiefkühltruhen« am Äquator
Lebensretter
Malagarassi ahoi!
Der Büffel vom Manyarasee
Irritationen um einen Unimog
Saa ngapi - wie spät ist es
Kazuramimba
Simba ananguruma
Am Tanganjikasee
Pili Pili
Im Sudan
Unverdienter Dusel
Okavango - »In München«
Ausklang - Zeitloses Afrika
Epilog
Glossar