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| Autor: Trevor T. Tramp
2. Gut, kleinere Gebrauchsspuren.
Trevor T. Tramp beschreibt in seinem spannenden Roman die dramatische Begegnung der Kulturen in Afrika. Im Auftrag eines undurchsichtigen Magnaten der amerikanischen Hochfinanz übernimmt ein junger Wissenschaftler mit einer Gruppe Experten die Leitung eines ehrgeizigen Entwicklungsvorhabens in Afrika. Mit ihm und seinen Freunden erlebt der Leser den dramatischen, oft gewaltsamen Zusammenstoß der Kulturen, Ideologien und Interessen, die über das Schicksal des Dunklen Kontinents zwischen Verzweiflung und Hoffnung, Krieg und Frieden, wahrer Menschlichkeit und äußerster Grausamkeit entscheiden. Denn das auf den ersten Blick harmlose und menschenfreundliche Projekt steht im Mittelpunkt verschiedener Interessenkonflikte. Bald müssen die Freunde nicht nur um ihr Vorhaben, sondern ihr eigenes Leben kämpfen. Wohlmeinende Friedenstruppen und skrupellose Konzerne, Entwicklungshelfer und Berufskiller, Guerrilleros und Missionare, Geldwäscher und Diplomaten, Geheimagenten und Journalisten, Söldner und Rebellen, Häuptlinge und Fetischeure, „Blutdiamanten” und Großbanken – und ein geheimnisvoller internationaler Drahtzieher mischen die Karten im großen Spiel um die kulturelle, wirtschaftliche und politische Zukunft des dunklen Kontinents. Die Schauplätze wechseln von sumpfigen Dschungelpfaden zum Parkett der Hochfinanz, von Lastenträger zu Luxusjets, von Lehmhütten zu karibischen Trauminseln. Zu den Mitteln der Auseinandersetzung gehören raffinierte Börsenmanöver, journalistische Manipulationen, militärische Operationen, geheimdienstliche Intrigen und primiver Mord. Diese spannende, auf wahren Begebenheiten beruhende Erzählung eines afrikanischen Insiders eröffnet dem Leser einzigartige Einblicke in kulturelle, wirtschaftliche und politische Realitäten und Hintergründe und regt nicht zuletzt zu kulturkritischem Nachdenken an. Auf fünfhundert Seiten voller Spannung und Information enthüllt sich dem Leser ein vielfältiges und realistisches Bild Afrikas, wie es nur ein Einheimischer schreiben kann, der auch in Europa und Amerika zu Hause ist und selbst aktiv an den geheimen und offenen Konflikten um seine Heimat teilgenommen hat. Hinter Trevor T. Tramp verbirgt sich ein afrikanischer Firmenberater, der mit seiner Erzählung seine Leser mit den Realitäten und Träumen der Gegenwart und Zukunft seiner Heimat und dem Schicksal seiner Menschen im Kontext der übrigen Welt vertraut macht.
Der Wächter kannte den Busch und die Ordnung, die in dieser grünen Welt herrschte. Jedes schiefe Blatt, jede unnatürliche Bewegung wäre ihm aufgefallen. Sogar jetzt, im nassen Dunkel der afrikanischen Urwaldnacht, bemerkte er die verdächtige Bewegung der Schatten, irgendwo hinter dem Gesträuch. Er bewegte seine Waffe, aber er sah nur unbestimmte Bewegungen, kein Ziel, das das Visier seines Gewehrs hätte erfassen können. Er erhob sich, nahm sorgfältig Sichtdeckung hinter einem Busch und spähte in die Dunkelheit, aufmerksam, gespannt: Tier oder Mensch? Plötzlich erschrak er. Rechts, hinter den Büschen, hatte er für einen Augenblick einen grünen Schimmer gesehen, viel zu hell für einen Glühkäfer, gespenstisch, konturlos. Er hob das Gewehr, stellte auf Dauerfeuer um, da blitzte es vor ihm auf. Ein leiser Schlag ertönte, als die Kugel sein Gehirn zerfetzte. Auf der anderen Seite des Gesträuchs, fast 200 Meter weiter weg, setzte der Kommandant der Söldnertruppe, den seine Kameraden alle Rex nannten, sein schallgedämpftes Scharfschützengewehr ab. Der grüne Schimmer auf seinem Gesicht war von seinem Nachtsichtzielfernrohr gekommen, er hatte es eine Viertelsekunde zu früh angeschaltet. Im Übrigen war es alles Routine den Wächter ausmachen, das kleine Dreieck im Zielfernrohr auf die deutlich sichtbare Schläfe ansetzen, durchatmen, Druckpunkt nehmen, langsam durchziehen, nachsehen, befriedigt das Gewehr absetzen. Befriedigt wegen der technischen Vollkommenheit und Professionalität seines Tuns: Gelernt ist gelernt. Der Gedanke, dass er einen Menschen getötet hatte, kam ihm gar nicht in den Sinn, das war irrelevant, gehörte zum Job. Er hatte ein Hindernis aus dem Weg geräumt. Greg selbst hatte die Operation mit ihm durchgeplant. Er sollte vier Geiseln lebend aus dem Hauptquartier der Rebellen herausholen. Bislang der heikelste, aber auch bestbezahlte Einsatz seiner Laufbahn. Während seine Linke noch die Waffe ablegte, dieses kostbare und empfindliche Handwerkszeug – “behandle es nicht wie deine Frau, behandle es wie deine Freundin!” – war die Rechte schon am Funkgerät, eigentlich überflüssig, seine Männer kannten ihre Aufgabe. Aber Ordnung muss sein “Forward now.” Der Befehl war raus, schon tauchten die ersten Leuchtgranaten das Lager der Rebellen in helles Licht. Dann ratterte eine AK 47 los, eine Granate blitzte auf, ein Schrei, neues Abwehrfeuer, einer der Rebellen brüllte Befehle, aber schon stürmten die Söldner den offenen Platz in der Mitte des Lagers und besetzten die MG Stellung. Es fielen keine Schüsse mehr. Das Gebäude, in dem die Geiseln nach ihren Informationen festgehalten wurden, war bereits umstellt, zwei Wachen lagen erschossen auf der Erde. Man konnte sich Zeit lassen. Die Tür wurde von drinnen geöffnet, zwei von Rex Männern sprangen hinzu, packten den Mann in der Tür und schoben sich mit ihm, einem lebenden Schild, in den Eingang. Lichter blitzten auf, drei weitere Männer drangen nach, Rex blieb mit seinem Adjutanten draußen. Der Rest seiner Einheit sicherte den Platz, aber er konnte die Männer nicht sehen, weil die Hütte davor stand. Eine Ewigkeit - fast eine Viertelminute - passierte nichts. [...] |

