Afrikanischer Heimatkalender 2002

Afrikanischer Heimatkalender: Seit 1930 Botschafter christlicher Werte mit vielen interessanten landeskundlichen Beiträgen.
DELK
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Afrikanischer Heimatkalender 2002

Autoren: siehe Aufstellung
Herausgeber: DELK/Informationsausschuss der Ev.-Luth. Kirche in Namibia
Verlag: Afrikanischer Heimatkalender
Windhoek, 2002
Broschur, 17x24 cm, 144 Seiten, zahlreiche sw- und Farbfotos


Hinweis des Namibiana Buchdepots:

Schon seit 1930 erscheint der Afrikanische Heimatkalender jährlich ohne Unterbrechung und ist, abgesehen von einer relativ kurzen Phase äußerlicher Änderung, sich selber treu geblieben und versteht sich als ein Träger der christlichen Botschaft in Namibia und nimmt zeitgeistliche Strömungen bislang ausgewogen auf. Der Afrikanische Heimatkalender bietet seinen Lesern, traditionell den Deutschsprachigen im Lande, Erbauendes und Besinnliches als Lebenshilfe im Alltag, aber auch seit eh und je interessante und oft nur dort erschienene historische und aktuelle Beiträge zu Land und Leuten.

Wir haben viele der letzten aber auch seltenen frühen Jahrgänge auf Lager und würden uns freuen, wenn Sie den Afrikanischen Heimatkalender einmal kennenlernen wollten. Es ist kein Geheimnis, daß auch eine Institution wie der Afrikanische Heimatkalender die Existenz seinen regelmäßigen Lesern und Anzeigenkunden verdankt und wir hoffen sehr, daß uns dieses so weit in die Geschichte zurück reichende Periodicum noch lange erhalten bleibt.


Inhaltsverzeichnis:

- Kalendarium, Texte von Helmut Kirsch, Simone Schickner, Roland Dürmeier, Klaus-Peter Tietz, Reinhard Keding, Roland Knöll, Jens Hauschild, Erich Rust, Michael Schlage und Sonja Weyermüller. Fotos von Helmut Kirsch
- Manfred O. Hinz, Windhoek – Afrikanisches Gewohnheitsrecht zwischen Tradition und verfassungsrechtlichen Forderungen
- Bience Gawanas, Windhoek – Frauenrechte in Namibia
- Theo Sundermeier, Heidelberg – Christliche Riten in Afrika
- Adolf Thelen, Kenilworth – African Symphonics, das etwas andere Orchesterkonzert.
- Maria Fisch, Windhoek – Geschichte der Missionierung des Ostcaprivi
- Uwe U. Jäschke, Dresden – Wie die Kamele nach Namibia kamen
- Wolfgang Reith, Neuss – Aus den Anfängen deutscher Luftfahrt in Afrika. Teil III...Deutsch-Ostafrika und Kamerun
- Henning Melber, Uppsala- Ist der Ruf erst ruiniert... Eine (selbst) kritische Standortsuche im zwölften Jahr der Republik Namibia
- Joachim Zeller, Berlin – Afrika ist vielleicht das Land der Bildhauer – Der Tierplastiker Fritz Behn


Aus "Wie die Kamele nach Namibia kamen":

Uwe U. Jäschke, Dresden

Kamele in Namibia? Ein Blick in „Brehms Tierleben"' zeigt, dass die Kamele zur Unterordnung der Schwielensohler (Camelidae) gehören, Höcker tragen, wiederkäuen und kein Gehörn besitzen. Die eigentlichen Kamele sind nur als Haustiere, besonders als Last- und Reittiere bekannt. Das einhöckerige Kamel, das Dromedar (Camelus dromedarius), hat seinen Ursprung in Vorderasien, das zweihöckerige Kamel, das Trampeltier (Camelus ferus), in Innerasien. Eine höckerlose Gattung, das sogenannte Neuwelt- oder Kleinkamel, lebt in den Anden Südamerikas und wird Lama genannt.

Die Ägypter kannten das Kamel erst ab dem „Neuen Reich", denn auf altägyptischen Kunstwerken wurde es nicht abgebildet. In der Bibel werden 3000 Kamele als Besitz des Hiob genannt, und auch die Chaldäer kannten sie. In Nordafrika erschien das Kamel erst nach dem 3. oder 4. Jahrhundert unserer Zeitrechnung und verbreitete sich in den Ländern Nordafrikas vom Mittelmeer bis zu 12°, in Somalia bis zu 5° nördlicher Breite.

Die Vorteile des Kamels als Reit- und Lasttier liegen in seiner Genügsamkeit. Es stellt keine großen Ansprüche an seine Nahrung und frisst am liebsten Baumlaub. Bei saftiger Pflanzennahrung kann es wochenlang ohne Wasseraufnahme leben; in Dürrezeiten muss man es regelmäßig tränken und ruhen lassen. Trotz dieser Genügsamkeit ist es in der Lage, mit Lasten bis zu 150 kg mehrere Tage ohne Ruhepause zu marschieren. Reitkamele legen am Tag bis zu 140 Kilometer, Lastkamele zwischen 25 und 40 Kilometer zurück. Aus diesem Grund wurde immer wieder versucht, Kamele in anderen Gebieten der Erde anzusiedeln. So gab es in Südeuropa mehrere Kamelgestüte, kurzzeitig auch im Minendistrikt von Arizona sowie an der australischen Westküste während des Goldrausches.

Humides Klima verträgt das an aride Verhältnisse angespasste Tier nicht. Der tropische Regenwald um den Äquator war ein natürliches Hindernis für die Ausbreitung nach Süden. So waren Kamele im südwestlichen Afrika etwas Neues, und der bewundernde Blick des jungen Herren zu dem unbekannten Riesentier in Abb. 3 wird verständlich.

Die ersten Kamele in der Kolonie DeutschSüdwestafrika sind wohl zur Postbeförderung eingeführt worden, denn Hptm. Schwabe berichtete im Mai 1893: „Das Vieh, Groß- und Kleinvieh, Pferde und Kamele, welche früher zur Postbeförderung zwischen Windhoek und der Küste benutzt worden waren, jetzt aber ein beschauliches, arbeitsloses Dasein führten, weidete auf der ... Fläche, die sich von Windhoek bis zu den Auasbergen hinzieht... ."

Im Deutschen Kolonialblatt wird in einem Bericht, allerdings erst 1896, erläutert, warum diese Kamele in Windhoek arbeitslos sind: „Die aus Teneriffa eingeführten Kamele endlich waren zur Überwindung großer Sand- und Durststrecken, wie der Bayweg bietet, nicht widerstandsfähig genug."' Ob das die tatsächlichen Gründe für die Pensionierung dieser Tiere waren oder ob die Erfahrung mit der Betreuung von Kamelen fehlte, lässt sich im Moment nicht klären, denn an anderen Orten im Schutzgebiet wurden sie mit Erfolg einge setzt: „Hierbei will ich nicht unerwähnt lassen, daß im September 1897 die Firma Seidel & Mühle sechs Kamele beschafft und mit günstigem Erfolge zum Transport von Lasten (je 300 Pfd. Mehl) zwischen Lüderitzbucht und dem etwa 135 km entfernten Kubub [Aus] benutzt hat."

Auch der Landeshauptmann Curt von Francois benutzte in seiner Schutztruppe Kamele. Eines davon soll, so Missionar Vedder, 1889 für den Tod des Hererohäuptlings Maharero verantwortlich sein, weil der Schatten seines ungehörnten Kopfes auf das Ahnenfeuer des Häuptlings gefallen war. Erst 1906 wurde wieder über Kamele im südwestafrikanischen Schutzgebiet berichtet: „Ende des Jahres 1905 wurde zum ersten Male ein größerer Posten Kamele, nämlich etwa 1000 Stück, durch Vermittlung der Firma Burmester in Kapstadt über Lüderitzbucht in das Schutzgebiet eingeführt." Die ersten Erfahrungen mit diesen Tieren entsprachen nicht ganz den Erwartungen der Schutztruppe, weil bei der Auswahl der Tiere nicht die besonderen klimatischen Bedingungen in Südwestafrika berücksichtigt worden waren. [...]