Springe zum Hauptinhalt »

Seiten durchsuchen

0 Artikel, 0,00 €
zum Warenkorb »

Your Shopping cart is empty.

 

Afrikanischer Heimatkalender 2003

Afrikanischer Heimatkalender 2003

Seit 1930 Botschafter christlicher Werte mit vielen interessanten landeskundlichen Beiträgen
DELK
ah03
neu

sofort lieferbar

16,50 €
inkl. 7% MwSt., zzgl. Versandkosten
Afrikanischer Heimatkalender 2003

Autoren: Wechselnd, siehe Aufstellung
Herausgeber: DELK / Informationsausschuss der Ev.-Luth. Kirche in Namibia
Verlag: Afrikanischer Heimatkalender
Windhoek, 2003
Broschur, 17x24 cm, 156 Seiten, zahlreiche sw- und Farbfotos, 8 Karten


Hinweis des Namibiana Buchdepots:

Schon seit 1930 erscheint der Afrikanische Heimatkalender jährlich ohne Unterbrechung und ist, abgesehen von einer relativ kurzen Phase äußerlicher Änderung, sich selber treu geblieben und versteht sich als ein Träger der christlichen Botschaft in Namibia und nimmt zeitgeistliche Strömungen bislang ausgewogen auf. Der Afrikanische Heimatkalender bietet seinen Lesern, traditionell den Deutschsprachigen im Lande, Erbauendes und Besinnliches als Lebenshilfe im Alltag, aber auch seit eh und je interessante und oft nur dort erschienene historische und aktuelle Beiträge zu Land und Leuten.

Wir haben viele der letzten aber auch seltenen frühen Jahrgänge auf Lager und würden uns freuen, wenn Sie den Afrikanischen Heimatkalender einmal kennenlernen wollten. Es ist kein Geheimnis, daß auch eine Institution wie der Afrikanische Heimatkalender die Existenz seinen regelmäßigen Lesern und Anzeigenkunden verdankt und wir hoffen sehr, daß uns dieses so weit in die Geschichte zurück reichende Periodicum noch lange erhalten bleibt.


Inhaltsverzeichnis:

- Autorenverzeichnis
- Zum Geleit
- Kalendarium: Texte und Fotos von Dieter und Adelheid Esslinger
- Burkhard Guntau, Hannover: Rechtliche Rahmenbedingungen der Instrumente der ökumenischen Partnerschaft mit der Evangelischen Kirche in Deutschland
- Bernd Jacobs, Hermannsburg: Kirchliche Partnerschaften bauen Brücken
- Henning Melber, Uppsala: Zur Aktualität von Albert Camus - eine Betrachtung auch aus namibischer Perspektive
- Dieter Esslinger, Windhoek: Deutsche Tanne oder namibischer Dornbaum. Zum Stellenwert von deutscher Sprache und Kultur für die kirchliche Arbeit im südlichen Afrika
- Ruth Kühhirt, Windhoek: Hochzeitsreise einer Missionsbraut 1909 -Auszüge aus dem Tagebuch von Helene Kühhirt durch Ruth Kuehhirt
- Imre Josef Demhardt, Wiesbaden: „Große unbekannte Seen, mächtige Gebirge oder gar Vulkane sind dort nicht mehr neu aufzufinden" - Anfang und Ende der deutschen Kartographie des südwestlichen Afrika (1858-1923)
- Walter Moritz, Werther: Gespenstische Gestalten (Gedicht)
- Gunter von Schumann, Windhoek: Straßennamen in Alt-Windhoek und im Wandel der Zeit
- Wolfgang Reith, Neuss: 350 Jahre Kapstadt
- Statistik


Aus "Straßennamen in Alt-Windhoek und im Wandel der Zeit":

Gunter E. von Schumann, Windhoek

Seit der Unabhängigkeit wurde die Bevölkerung Namibias wiederholt durch Zeitungsberichte über plötzliche Straßenumbenennungen informiert und dadurch verbittert und empört. Auch Protestversammlungen führten zu keinem Erfolg. Bei der Umbennenung der Peter-Müller-Straße in Fidel Castro Ruz wurde z.B. nicht berücksichtigt, dass damit der erklärte Marxist Castro und eine Straße, die auf die evangelisch-lutherische Christuskirche zuführt und an der der Bischofssitz der Lutheraner liegt, in einen Topf geworfen wurden.

Aufrufe aus der Bevölkerung an den Stadtrat von Windhoek, die tiefgründige Unzufriedenheit darüber zu diskutieren, wurden ignoriert (Keding/Staby - The Namibian 28.3.02:12). Auch Dr. Jeremy Silvester von der Universität Namibia vertrat die Ansicht, dass man Personen aus der kolonialen Vergangenheit - wie Leutwein, von Francois oder Müller - in einer toleranten Weise in der Erinnerung lebendig erhalten könne, indem man ihre Namen in Form von Straßenschildern für die Bevölkerung bewahrt. - Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, wie früher das Bezirksamt in Windhoek und später die Stadtverwaltung unter der Mandatsverwaltung die Straßenbenennungen handhabten.

Die ältesten Straßen Windhoeks:

Wenn man die Handelswege von Jonker Afrikaner in Betracht zieht, schlängelten sich die ältesten Straßen Windhoeks, in erster Linie von Rehoboth kommend, an der Revierpad (seit 1905 Talstraße) entlang in Richtung Otjiseva. Eine weitere Querverbindung aus dem Khomashochland führte im Anschluss an den heutigen Jan-Jonker-Weg nach Klein-Windhoek und weiter durch die Avispforte in Richtung Osten (Dierks 1985:25-34). Durch die heißen Quellen hatte Windhoek damals viel offenes Wasser zum Tränken der Zugtiere und somit bisweilen einen regen Durchgangsverkehr (Schinz 891:128-129). Die Entwicklung Windhoeks und seine wechselhafte Ortsbezeichnung im Laufe der Zeit wurde in verschiedenen Publikationen geschildert (v.Schumann 1989:153-180 u. v. Schumann 995:22-23).

Alte Stadtkarten von 1892, 1895, 1902, 1906, 1912 und alte Aufzeichnungen ermöglichen es uns, die Entwicklung des Straßennetzes von Groß- und Klein-Windhoek nachzuvollziehen. Laut der ältesten Stadtkarte Windhoeks von 1892 haben wir es der Weitsicht des Hauptmanns Curt von Francois (1852-1931) zu verdanken, dass die ersten vier Straßen, die er anlegte, noch heute als Hauptdurchgangsstraßen von Windhoek benutzt werden. (Architekt Meyer 1953/54:14-19). Korrekte deutsche Beamte bezeichneten sie als Straßen a, b, c, etc., doch die Bevölkerung Windhoeks erfand geschwind passende Namen.

So bezeichnete man z. B. die Bergstraße als die Straße der Regierungsgebäude. Es ist die spätere Leutweinstraße und die heutige Robert Mugabe Avenue. Die Rehobother Straße und ihre Verlängerung, die Store-Straße, die 1900 amtlich in Kaiser-Wilhelm-Straße umbenannt wurde und ab 1911 verkürzt als Kaiserstraße bekannt war, wurde nach der Unabhängigkeit als erste Straße in Independence Avenue umgetauft. An ihrer alten Bezeichnung Storestraße hängen die alten Windhoeker jedoch immer noch. Die Revierstraße wird 1905 in Talstraße umbenannt. Heute erinnert ein Teil der Straße in ihrem Namen an den Kwanyamahäuptling Mandume Ndemufayo.

Auf der Stadtkarte von Gärtner 1895 zeichnet sich schon eine anwachsende Tendenz der Hauptstadt des Landes ab. Von Anfang an hatte man für die Beamtenkolonie und für die Militärstände die Grundstücke östlich der Storestraße reserviert. Im Volksmund waren sie als das „Mandarinviertel" bekannt. So liest man dann auch, dass die imponierenden Veranden der Beamtenhäuser entlang der Straße (Leutwein) meist mit prächtigen Antilopengehörnen von jeder Größe und Gattung geschmückt waren (Seiner 1904:39).

Im Januar 1893 erwarb der Kaufmann August Schmerenbeck (1853-1930) das erste private Grundstück auf der Westseite der Storestraße. Im März 1893 erwarben Mertens & Sichel ihre Geschäftsgrundstücke und 1895 folgten Wecke & Voigts. Ernst Heyn (1856-1903) eröffnete 1893 eine Hütte neben dem später angrenzenden Grundstück des Hotels Großherzog. Er taufte sie zum Trotz gegen die Obrigkeit „Gasthof zum Kaiser". Bei seiner Eröffnungsrede versäumte er es nicht, spitzzüngig auf die fehlende aber geladene Verwaltung hinzuweisen, indem er sagte: „Die Herren von da oben werden schon zum Kaiser kommen". Recht bekam er, denn sein Unternehmen entwickelte sich rasch zum florierendsten am Platze (v. Schumann 1989: 156-158).

Erste amtliche Straßenbenennungen Windhoeks im Jahr 1905:

Die Herero- und Nama-Aufstände hatten zur Folge, dass Windhoek zum Mittelpunkt des Durchgangsverkehrs der verschiedenen Militär- und Versorgungsgüter wurde. Das Bezirksamt, unter Leitung des Distrikt-Chefs, unternahm es 1905 zum ersten Mal, im Verkehrswesen Ordnung zu schaffen und die Straßen Windhoeks amtlich zu benennen (Stern & Harper 1977:108-109). Abgesehen von den ursprünglichen Straßennamen (Kaiser-Wilhelm, Berg, Jan Jonker und Rivier), die durch Hauptmann von Francois angelegt oder verbessert worden waren, wurden weitere 25 Straßen benannt. Dies geschah auf amtlicher Ebene und ohne die Bevölkerung zu befragen. Folgende Persönlichkeiten wurden damals durch Straßennamen geehrt: Bismarck, von Francois, Göring, Leutwein, Lüderitz, Major Müller, Moltke und Stübel. [...]