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Abenteuer in Südwestafrika 1894-1898

Abenteuer in Südwestafrika 1894-1898

Die spannenden Reisen des Schweden Rosenblad in Südafrika und Südwestafrika in den Jahren 1894-1898
Rosenblad, Eberhard
13546
978-99916-40-81-5
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Abenteuer in Südwestafrika 1894-1898

Autor: Eberhard Rosenblad
Namibia Wissenschaftliche Gesellschaft
Windhoek, 2008
ISBN 978-99916-40-81-5 (Namibia)
ISBN 978-3-936858-07-5 (Deutschland)
Broschur, 15x21 cm, 184 Seiten, zahlreiche sw-Fotos


Beschreibung:

Dies ist das letzte von fünf Büchern, das sich mit den frühen schwedischen Reisenden und Pionieren im 19. Jahrhundert im südlichen Afrika befasst.

Es wurde von dem verstorbenen Jalmar Rudner und seiner Frau Ione vor einigen Jahren aus dem Schwedischen ins Englische übersetzt.

Mit diesem Buch liegt nun erstmalig eine deutsche Übersetzung des Reisetagebuches von Eberhard Rosenblad vor, in dem er seine Reisen zwischen 1894 und 1898 im südlichen Afrika schildert.

Er berichtet von seinen Begegnungen mit dem bekannten Händler und Ornithologen Axel Wilhelm Eriksson und von den Ereignissen der letzten Dekade des 19. Jahrhunderts.


Anmerkungen zur Einführung:

Eberhard Rosenblad (1861-1945 oder 1946)

Leider gibt es nur sehr wenige Informationen über das Leben von Eberhard Rosenblad. Die Familie Rosenblad wurde im Jahre 1770 in den Adelsstand erhoben, als Eberhard Rosenblad als Arzt und Professor an der Universität von Lund tätig war.

Sein Sohn erhielt 1805 den Titel eines Freiherrn und im Jahre 1815 den Grafentitel. Er verstarb jedoch ohne Nachkommen.

Der noch bestehende Zweig der Familie geht auf den Bruder, Generalleutnant Elof Rosenblad, zurück, der 1908 den Titel eines Barons bekam (Bonniers Konversationslexikon 1945 Band 11: 742).

Eberhard Rosenblad, der Sohn von Mattias, führte den Familiennamen. Er wurde am 26. Mai 1861 in Kristianstad, Südschweden, geboren.

Am 13. September 1875 begann er sein Studium an der "Royal Naval Academy", legte seine Examen am 19. Oktober 1881 ab und wurde im selben Jahr am 24. Oktober Unterleutnant (heute Fähnrich). Am 23. Dezember bekam er den Rang eines Leutnants und wurde im Jahre 1891 zum Hauptmann befördert.

Rosenblad heiratete am 6. November 1889 Erika Julia Elvira Moberger. Ihnen wurde am 20. Februar 1894 eine Tochter geboren, die jedoch am selben Tag verstarb. Rosenblad quittierte am 6. April 1894 seinen Dienst bei der Marine und reiste noch in diesem Jahr nach Südafrika.

A.W. Eriksson, schwedischer Händler in Südwestafrika, kam Ende April 1894 in seiner Heimatstadt Vänersborg in Schweden an, die er bereits am 9. Juni wieder Richtung Südafrika verließ; Rosenblad war einer der Schweden, die ihn begleiteten. Vielleicht hatte Rosenblad mit Eriksson über die Begleitung korrespondiert, ehe er die Marine verließ; Einzelheiten darüber sind nicht bekannt (siehe Rudner & Rudner 2006).

Nachdem Rosenblad Anfang 1899 nach Schweden zurückgekehrt war, schrieb Eriksson am 4. August 1899 einen Brief an seine Schwester:

„Ich habe jetzt die beiden Briefe erhalten, die Du vor dem letzten ....... geschrieben hast. Ich öffnete einen und war so deprimiert über die Behandlung von Rosenblad, dass ich den zweiten zu dem Zeitpunkt gar nicht mehr lesen wollte."

Weitere Informationen über diese verwirrende Angelegenheit konnten nicht aufgespürt werden, obwohl da sehr wohl ein Anhaltspunkt in dem Brief gewesen sein mag, den Eriksson Anfang 1896 schrieb, als Rosenblad irgendwo in Südwestafrika weilte.

Eriksson bemerkte, dass ,er ein sehr angenehmer und freundlicher Mann sei und es gut war, ihn als Begleiter zu haben' dass es aber ,bedauerlich sei, dass er diese Schwäche habe, zu tief ins Glas zu schauen, wenn sich Gelegenheit dazu böte'. Rosenblad lebte in Sofiedal, Skaltorp, in der Provinz Västergötland. Er starb im Jahre 1945 oder 1946.1


Inhalt:

Danksagungen
Anmerkungen zur Einführung
Verfahrensweise der Herausgeber
Vorwort von Evert Sylvander (Herausgeber)

Kapitel 1: Die Burenwagen. Die Flüsse im südlichen Afrika. Leiter des Ochsengespanns von einem Löwen angegriffen. Einiges über die Löwenjagd.
Kapitel 2: In Chibia. Ein Ritt und ein Unfall. Ein anstrengender Marsch. Unsere
schwarzen Bediensteten.
Kapitel 3: Wir verlassen Chibia. Unerfreuliche Gesellschaft. Die Gefräßigkeit der Schwarzen. Eine Leopardenjagd. Ein Kampf zwischen zwei schwarzen Damen. Nashörner.
Kapitel 4: Lager am Kunene. Tägliche Routine im Jagdgebiet. Eine Giraffe. Nächte vom Mondlicht erhellt. Der Negertanz. Wild am Kunene. Krokodile.
Kapitel 5: Dick Mansel verirrt sich. Viehdiebstahl bei uns. Abenteuer mit einem Löwen. Löwenjagd. Abenteuer mit einer Hyäne.
Kapitel 6: Eine Beerdigung in der Wildnis. Jagender Elefant und Flusspferd. Zwei Beinahe-Unfälle. Überqueren des Kunene. Ein unfreiwilliges Bad.
Kapitel 7: Die Ovambostämme. Die Häuptlinge Ueyulu undNegumbo. Im Buschmannveld.
Kapitel 8: Der große Regen beginnt. Abenteuer im Buschmannveld. Schlangen und Skoipione.
Kapitel 9: Eine schwierige Reise. Ein ungewöhnlicher Leckerbissen. Häuptlinge Kambonde und Nehale. Auf Farm Aukas. Unverschämte Neger.
Kapitel 10: Waterberg. Affen. Häuptling Kambazembi. Ein reichhaltiges Mahl. Heldentaten eines deutschen Grafen bei der Löwenjagd. Durch die Namib nach Walvis Bay. Die Skelette. Die Rückkehr.
Kapitel 11: Erneut in Otjimbingwe. Vergesslichkeit und ein grausiger Spaziergang. Adonis, der Retter. Dr. Hartmann. Ein Burentanz im Jagdgebiet.
Kapitel 12: Expedition ins Kaokoveld. Affenjagd. Ein treuer Diener. Die Häuptlinge Kahirro und Jan Ugamab. Abenteuer mit "Quaggas". Der Hottentottenhäuptling David. Ein Jagdabenteuer.
Kapitel 13: Noch ein Abenteuer mit einem Löwen. Ein Wirbelsturm. Elefantenjagd. Ein Besuch von Jan Ugamab. Sein Benehmen dem Händler Sichel gegenüber.
Kapitel 14: Gefährlicher Unfall. Straußenjagd. Ersatzbrot. Nur noch eine Patrone. Diät aus Kaffee und Brot. Eine unangenehme Reise.
Kapitel 15: Ein höchst unerfreulicher Reisekumpan. Unsere Pferde leiden Hunger. Eines wird von einem Löwen angefallen. In Goabis. In Swakopmund. Ein geschickter Jäger. Entdeckung von Gold.
Kapitel 16: Große Feier in Sandfontein. Ein unerwarteter Fastentag. ,Der Kommandant' lädt uns zum Abendessen ein. Gerrit Struys und Tante Tjina.
Kapitel 17: Auseinandersetzung mit rebellischen Damara. David beweist seine Tapferkeit. Ein Vielfraß wird zu ,Folter' verurteilt.
Kapitel 18: Jagd auf Wilde Hunde. Der Hyänenhund.
Kapitel 19: Verirrt. Wehrlos von Wilden Hunden umgeben. Licht im Wald. Eine schöne Ausrüstung.
Kapitel 20: Ein unbeabsichtigter Flug in die Luft. Zusammenstoß mit drei Löwen. Der Spionage verdächtigt. Nehale.
Kapitel 21: Mein kleiner Hund Pajas. In Namutoni. Eine Mamba. Eine Python frühstückt. Pajas rettet mein Leben.
Kapitel 22: Eine Reise mit Hindernissen. Eine versuchte Meuterei.
Kapitel 23: Auseinandersetzung mit Hottentotten.
Kapitel 24: Angenehme Wanderungen. Der Fluss kommt ab. Schrecklicher Transport von Gefangenen. Trauriges Schicksal eines Negermissionars. Ein Wagen in kritischer Lage. Ein Selbstmord. Bei Jakobus Jansen.
Kapitel 25: Ein Ritt von Outjo über Heigamchab nach Walvis Bay. Ein Bauarbeiter wird getötet. Ein Sohn und eine Tochter von Eriksson kommen an. Ich verliere mein Pferd in der Namib. Eine schreckliche Fußwanderung.
Kapitel 26: Ich verlasse Afrika.

Epilog
Anmerkungen
Quellenangaben
Index
Karten
- Rosenblads Hauptreisen
- Hartmann Expedition


Auszug aus dem Kapitel 16:

Nachdem ich eine Woche lang auf Transport gewartet hatten, wurde ich eines Morgens mit der willkommenen Nachricht geweckt, dass am Nachmittag ein Hottentotten-Wagen nach Otjimbingwe aufbrechen würde. Sofort eilte ich zu dem Fahrer und buchte das alleinige Recht auf jeden noch verfügbaren Platz, nachdem der Wagen beladen war.

Gegen Abend war alles fertig, das heißt, die Ware war wie Kraut und Rüben aufgeladen und die Hottentotten waren scheußlich betrunken. Schon in Sand-fontein wollten meine netten Kameraden ihr Nachtlager aufschlagen und sich mit einem Saufgelage stärken.

Bald waren alle Hottentotten aus der Siedlung anwesend, zusammen mit großen Mengen einer widerwärtigen ,Suppe', die in Hamburg unter dem Namen Gin hergestellt und hier für einen Schilling pro Liter verkauft wurde. Da die meisten von ihnen bereits betrunken waren, dauerte es nicht lange, bis sie völlig ausrasteten.

Um den Wagen herum wurden Feuer entzündet, um Essen und Kaffee zu kochen und um für Licht zu sorgen bei dem sich daran anschließenden Tanzvergnügen. Ich muss gestehen, dass ich etwas besorgt war, einziger Weißer in dieser infernalischen Menge zu sein. Ich nahm meine Decken und be-schloss, unter freiem Himmel ein Stück entfernt von den Wagen zu schlafen.

Doch wo immer ich mich hinlegte, wurde ich von Liebespaaren gestört und begriff bald, dass es am schlausten wäre, so leise wie möglich im Wagen zu bleiben; von dort hatte ich einen guten Überblick über die Szene. Beim Beobachten dieses seltsamen Spektakels hatte ich meinen Spaß und richtete dann meinen Schlafplatz in der Hoffnung, trotz des Lärms ein wenig Schlaf genießen zu können.

Kurz nachdem ich in eine Art Halbschlaf gesunken war, bemerkte ich zwei Gestalten, die mit gezogenen Messern in den Wagen schlichen. Ich zog sofort meinen Revolver, zügelte jedoch meine Ungeduld und beschloss zu warten, bis die Gefahr unmittelbar bevorstand. Mir wurde jedoch schnell klar, dass keine Gefahr für mein Leben bestand. Die beiden Halunken begaben sich zu einem großen Sack, den sie vorsichtig aufschlitzten.

Nachdem sie ein Viertel des Inhalts genommen hatten, wiederholten sie dasselbe mit zwei weiteren Säcken. Als sie dann den Wagen verließen, erkannte ich in einem den Wagenführer. Später auf der weiteren Reise hatte dieser Mann große Probleme mit den Säcken, weil er immer einen in den nächsten entleerte. Mir wurde klar, dass er damit versuchen wollte, den Inhalt der Säcke gleichmäßig zu verteilen und das Gewicht dann mit Sand und anderen Zutaten auszugleichen, die zwar schwer verdaulich, doch leicht zu bekommen und obendrein kostenlos waren.

Das Delirium unter der betrunkenen Festtagsmenge hatte nun wohl den Höhepunkt erreicht. Es spielten sich rüpelhafte, unbeschreibliche Szenen ab; ein dämonisches Bild mit flammenden Feuern und dunklen, torkelnden menschlichen Körpern, die ohne Sinn und Verstand umeinander taumelten. Von Müdigkeit übermannt, fiel ich schließlich in einen unruhigen Schlaf.

Seltsame Geräusche - ein Rascheln - und sofort bin ich hellwach. Die Morgenröte kommt schon hervor. Als ich mich umschaue, sehe ich zu meinem Erstaunen, dass meine Schrankkoffer geöffnet, das heißt aufgebrochen sind. Ich sehe aber noch mehr, nämlich zwei junge Hottentotten, die gerade den Inhalt durchforsten und meinen guten Anzug aus Kapstadt anprobieren.

Da bin ich am Ende meiner Geduld. Im Handumdrehen befördere ich das Paar mit einer Reihe wohlgezielter Schläge Hals über Kopf auf den Boden, dann schaue ich nach dem halb betrunkenen Fahrer und befehle ihm, alle meine Sachen zusammen zu suchen. Ich drohe ihm, falls irgend etwas fehle, würde ich sofort nach Walvis Bay zurückkehren, ihn dem Magistrat melden und dieser würde sicherlich ihn für den Diebstahl verantwortlich machen.

Durch die morgendliche Kühle, Kopfschmerzen usw. waren die meisten Festteilnehmer jetzt so niedergeschlagen und wenigstens teilweise nüchtern, so dass ich keine Schwierigkeit hatte, sie zu Zugeständnissen zu bewegen. Es wäre unmöglich gewesen, vernünftig mit den Leuten zu reden, solange die Feier sich fortsetzte und Alkohol erhältlich war. Hätte ich in der Situation Gewalt angewandt, hätte die ganze Angelegenheit zu einem blutigen Ende führen können.

Etwas später am Morgen war es uns schließlich gelungen, unseren Weg in die Namib zu beginnen. Zu meiner großen Empörung hatte eine kleine Gruppe dieser Spitzbuben sich entschlossen, uns nach Otjimbingwe zu begleiten. Unter ihnen waren die beiden, die Geschmack an meiner Kleidung gefunden hatten. Daher wagte ich nicht, meinen Platz im Wagen auch nur einen Augenblick zu verlassen, aus Sorge, dass ich beraubt würde.
Wir waren noch nicht weit gekommen, als ich eine unliebsame Entdeckung machte.

In Walvis Bay hatte ich mich mit einigen Konserven und anderen Lebensmitteln eingedeckt. Ein wenig davon hatte ich in meiner Satteltasche, aber als dieser Vorrat aufgebraucht war, konnte ich den Rest nicht mehr auffinden. Ganz sicher waren diese Dinge während des Festes in Sandfontein verschwunden. Und es ist nicht verwunderlich, dass meine Zuneigung den abscheulichen Reisekameraden gegenüber dadurch nicht gerade stieg. Als ich ihnen die schreckliche Strafe beschrieb, die sie bei der Ankunft zu erwarten hatten, lachten sie nur.

Am Abend des zweiten Tages kam ein deutscher Soldat bei uns vorbei und berichtete, dass kürzlich angekommene Truppen im Anmarsch wären und genau an der Stelle kampieren wollten, wo wir uns gerade befanden. Das waren großartige Neuigkeiten. Ich zögerte nicht lange, unseren Hottentotten die wichtige Nachricht zu erzählen und ihnen zu prophezeien, dass die Schuldigen aufgrund ihres Verhaltens nun streng bestraft würden.

Das Ergebnis war, dass das vulgäre Pack sofort ohne Abschied auf Nimmerwiedersehen verschwand. Sie hatten jedoch eine kleine Erinnerung hinterlassen, nämlich einige sehr große Hottentottenläuse; ich hatte das Vergnügen, ihre nähere Bekanntschaft zu machen, als ich meine neue Kleidung in Otjimbingwe anzog.

Nachdem ich einige unangenehme Fasttage durchgestanden hatte, erreichten wir einen Ort mit dem Namen Salem,83 wo es mir gelang, etwas Proviant zu beschaffen, wenn auch zu horrenden Preisen.

Einige Tagesreisen von Salem entfernt befindet sich ein kleines Fort, Tsoabis (Tsaobis)S4 genannt. Fünf Kilometer entfernt von dort blieben wir im Sand stecken, als wir ein trockenes Flussbett durchquerten. Die Hottentotten hatten die Zugtiere nicht gut genug versorgt und diese waren so erschöpft, dass wir nicht von der Stelle kommen konnten, obwohl wir den Wagen ganz ausgeladen hatten. Ich musste Hilfe holen. In Tsaobis war keine Hilfe zu bekommen, aber der Händler dort lud mich zum Frühstück ein und meinte, ich sollte mir nicht unnötig Sorgen machen, die Hottentotten würden das schon irgendwie geregelt bekommen.

Später am Vormittag machte ich mich wieder auf den Weg um nachzuschauen, wie die Dinge mit dem Wagen stünden, ohne viel über den Weg nachzudenken. Als ich einige Stunden gelaufen war, fand ich es merkwürdig, daß ich den Wagen nicht sehen konnte. Gerade in diesem Augenblick traf ich einen Soldaten zu Pferde und fragte ihn, ob er das Fahrzeug gesehen habe. Lachend informierte er mich, dass ich in die falsche Richtung lief und mich auf dem Wege nach Otjimbingwe befand. Es blieb mir nichts anderes übrig als umzudrehen und mich denselben Weg zurückzuschleppen, bei einer Hitze von 50 Grad Celsius.

Als ich dort schwitzend und erschöpft ankam, stellte ich fest, dass der Wagen beim Fort in Tsaobis angekommen war. Mein Fehler war dadurch entstanden, dass der Laden zwei Türen hatte, die einander gegenüber lagen, und das hatte ich nicht bemerkt. Nachdem ich ein wenig geschlafen hatte, hatte ich die falsche gewählt, die zu der Zeit offen war in der Annahme, dass ich durch diese Tür eingetreten war.

Mit der üblichen Gastfreundschaft lud mich der Kommandant des Forts zum Mittagessen ein. Der Mann in dieser verantwortungsvollen Position war niemand anders als der Soldat, der mir am Morgen den richtigen Weg gezeigt hatte. Er war ganz allein und abgesehen davon, dass er der Kommandant war und ihm damit die Verteidigung des Forts oblag, hatte er zumindest kaum Schwierigkeiten, Disziplin zu bewahren. Das Mahl bestand aus Hammelfleisch und eingelegten Gurken, die direkt aus seiner Heimatstadt in Deutschland gekommen waren; es schmeckte uns vorzüglich.

Von Tsaobis aus kamen wir schon bald in Otjimbingwe an. Wie glücklich war ich, mich von dem erbärmlichen Hottentottenwagen mit seiner schmutzigen Gesellschaft trennen zu können! Natürlich verlangte der Fahrer nun das Doppelte des ausgemachten Betrages. Als ich ihm aber androhte, ihm verschiedene Gemeinheiten zu berechnen, gab er nach und nahm das Geld an.

Von Otjimbingwe setzten wir unsere Reise fort nach Omaruru, einer wichtigen Handelsniederlassung, die an einem breiten Fluss mit eben diesem Namen lag.85 Einer der bekanntesten Einwohner von Omaruru war ein besonderer Charakter mit dem Namen Garrit Struyss (Gerrit Struys); es wäre jammerschade, wenn man über ihn nicht etwas mehr berichten würde.86 Lange hatte Gerrit mit einer Hottentottin (Mischlingsfrau aus dem Kap/Südafrika) zusammengelebt, die ihm eine beachtliche Zahl von Erben beschert hatte. Erstaunlicherweise war sie eine gute Hausfrau und regierte ihre dienstbaren Geister und auch Gerrit mit eiserner Faust. Sie war allgemein als Tanta (Tante) Tjina bekannt und war auch bei den Weißen sehr beliebt.

Gerrits häufige Gelage gingen manchmal ein wenig zu weit, dann aber scheute sich die ehrbare Tante nicht, die gesamte Gesellschaft hinauszujagen. Wenn sie danach allein waren, dann bekam ihr lieber Partner eine Standpauke. Der Himmel weiß, dass Tjina wirklich keine Schönheit war. Sie war rund wie eine Kugel, und diejenigen, die sie nie kennengelernt hatten, konnten sich ihr gewaltiges Hinterteil nicht vorstellen.

Eines Abends waren wir bei einem Geschäftsmann namens Tatlow,87 eingeladen. Die Party wurde ausgelassener als gewöhnlich und ein Witzbold schlug vor, zu Gerrit zu gehen, um sich Tante Tjina ein wenig näher anzuschauen. Es waren einige Neulinge darunter, die bisher nicht das Vergnügen gehabt hatten, die bekannte Frau kennenzulernen. [...]


Index:

Adonis 29, 77, 78
Aimab, Wasserstelle 82, 83, 85, 169
Amantone, siehe Namutoni
Andersson, Charles John 9, 72, 168, 170, 172, 173
Andersson, Bure 87, 88, 93
Angra Pequena, siehe Lüderitzbucht
Antonio, Berg Damara 115
Arivip, Wagenlenker 143-145
Aukas, Ortsname 6, 65, 66, 80, 81, 115, 126, 127, 131, 133, 136, 157, 166
Barmen, Ortsname 72, 76, 77, 167
Berg, siehe Bergh
Bergh, Edward 48, 163
Bisse, Ueyulus Unterhäuptling 53
Black, Derek (George?) 23, 43, 48, 161
Brandberg, Bergmassiv 101, 171
Brehm, A.E., Zoologe 119, 162, 175
Cape Cross, Ortsname 101
Chapman, William James Bushneil 48, 49, 163
Chibea, siehe Chibia
Chibia, Ortsname 17, 18,23,25-28,40,43, 160, 161
Chumib Fluss, siehe Khumibfluss
Cleve, Unteroffizier 98, 100, 153, 154
Crighton, englisher Ingenieur 82
d'Almeida, Antonio 30
Daniel, Hottentotte 81,82,88
David, Hottentotten Häuptling 85, 113 - 115, 170, 174
Dekopp, Bushmann 26, 39, 49, 55
Deutsche Kolonialgesellschaft für Südwestafrika (DKG) 78
Dikkop, siehe Dekopp
DKG 78, 169
Eriksson, Albert Gustaf 40, 161 - 163
Eriksson, Axel Wilhelm 3,5 -7,9, 11, 17, 18,23,26 -28,30,31,40,50,
51,55,66, 67,69-72, 74, 75,78,79,81, 100, 115, 130, 131, 135, 143, I47'
149- 151, 153, 154, 157, 159- 163, 165, 166, 168, 169, 172- 174
Eriksson, Efraim 11, 47, 160
Eriksson, Reinhold 11, 23, 31, 40, 42, 45, 49, 58, 64, 133, 139, 141, 143,
160,161
FortHumbe, Ortsname 8, 30, 31, 33, 51, 162
Franzfontein, heute Fransfontein, Ortsname 85, 171
Froede, Feldwebel 94, 97, 98, 100, 151, 174
Gabriel, Frans 127, 173
Gauko Otavi, Ortsname 89,170
Goabis, Ortsname 98 - 100, 171
Gothenburg, Stadt 12
Grootfontein, Stadt 6, 7, 66, 78, 80, 82, 83, 100, 114, 147, 166, 168 - 170
Gross Barmen, Ortsname 77, 167
Gummi, Berg Damara 26, 45
Hamas, Stadt 158
Hartmann, George, Dr. 6, 78, 81 - 83, 85, 87, 90, 91, 94 - 97, 168 - 170
Heikamghab, siehe Heigamchab
Heigamchab, Wasserstelle 73-75, 150, 153, 154, 156, 168
Hoamsibfiuss, siehe Hoanibfmss
Hoanibfluss 96, 97, 171
Huila Kloster 24
Humbe, Ortsname 8, 31, 32, 50, 162
Humpata, Ortsname 8, 163
Jansen, Jakobus, Baster 151 - 153, 156, 174
Jim, Berg Damara 26, 143
Joel, Bruder von David 115, 172
iJosef 115, 135
Joubert, Bure 79
Kahirro, Damara Häuptling 82, 170
Kambazembe, siehe Kambazembi
Kambazembi, Damara (Herero) Häuptling 67,69, 70,72,166
Kambonde, Ndonga König 64, 65, 129, 165, 166
Kapstadt 6, 106, 154, 157, 158, 160, 163, 172, 174
Karivip, siehe Karibib
Karibib, Stadt 157
Khumibfluss 94, 96, 171
Klas, Hottentotte 74
Kleen Barmen, siehe Klein Barmen
Klein Barmen, Farm 77,167 ¦
Kristianstad, Stadt 5
Lambert, 82, 83, 92, 114, 150, 169, 170, 174
Lissabon, Stadt 12
Lithman, Swedischer Konsul 158
Lönnberg, Binar, Professor 11
Louis, Hottentotte 60, 135, 139, 140, 143, 144, 146
Lubango, Stadt 8, 23 - 25, 160, 162
Lüderitzbucht, Stadt 10, 167
Mansel, Bob 23 - 27, 30, 42, 48, 49
Mansel, Dick 30, 31, 39, 48, 49
Meissenholl, F. 50, 163
Meissenholz, siehe Meissenholl
Mertens & Sichel (Gesellschaft) 103, 170
Minnaar?, Bure 66
Minnie, siehe Minnaar
Moberger, Erika Julia Elvira 5
Möller, Peter, Hauptmann 6, 160 - 164, 174
Mossamedes, Stadt 6, 8, 12, 17, 18, 23, 160, 161, 173
Nahorongo, Wasserstelle 63
Namibe, siehe Mossamedes
Namutoni, Wasserstelle 6, 127, 128, 134, 136, 139- 141, 143, 147, 173
Naschali, siehe Nehale
Naschininga 30, 31
Negumbo, Uukwambi König 54, 55, 164
Nehale, Ndonga König 65, 129- 131, 165, 166, 173
Nyberg, Oskar 11,23,40,42, 66, 117, 118, 126- 131, 160, 161, 173
Okahandja, Stadt 72, 75, 76, 78, 149, 167
Okokweis, siehe Oukwesi
Omaruru, Stadt 9, 65, 66, 108 - 111, 113, 147 - 150, 160, 168, 169, 172
- 174
Omarurufluss 108, 139, 148
Omatacko Berg, siehe Omatako Berg
Omatako Berg 72, 167
Ondonga, Ortsname 10, 55, 58, 63 - 65, 129, 163, 165, 166, 173
Oqvambe, siehe Uukwambi
Otavi, Stadt 6, 81, 89, 139, 141, 143, 169, 170
Otavi Minen-und Eisenbahngesellschaft 6, 168
Otjimbingwe, Missionsstation 9, 72, 75, 105 - 109, 154, 167, 168, 172
Otjitambe, siehe Otjitambi
Otjitambi, Wasserstelle 85, 169, 170, 174
Otjosondjupa, siehe Otjozondjupa
Otjozondjupa, auch Waterberg genannt 68, 167
Oukwesi, Ortsname 127,128
Outjo, Stadt 82,92,113 - 115,147,150,151,169,174
Ovenkenyama, siehe Uukwanyama
Pearson, englischer Ingenieur 82
Pedro Grande, Ortsname 18
Petzhold, Feldwebel 156
Rosa 30, 31
Rosen, Eberhard 5
Rosenblad, Eberhard 5- 11, 161, 162, 164, 165, 168-171, 173, 174
Rosenblad, Elof, Generalleutnant, Bruder 5
Rosenblad, Mattias 5
Salem, frühere Missionsstation 107, 171
Samuel, Damara (Herero) Oberhäuptling 72, 167
Sandfontein, Wasserstelle 74, 105, 107, 168
Sä da Bandeira, heute Lubango, Stadt 8, 160
Schwabe, Kurd S., Leutnant 72, 75, 168
Sesfontein, Ortsname 91, 170
Sichel, Händler 92, 170
Skaltorp, Stadt 6
Smith, Bure 50,79, 169
Sofi 26, 30,45, 116, 135, 144, 146
Sofiedal, Ortsname 6
Southampton, Stadt 158
Spitzkopje, siehe Spitzkoppe
Spitzkoppe, Berg 101
Spitzkuppe 171 ^
Struyss, Garrit, siehe Struys
Struys, Gerrit A.G. 109-112,172
Svanström,F. 23,26,27,30,31,48, 160, 161
Swakopmund, Stadt 94, 101, 102, 115, 150, 154, 156, 157, 169, 171
Swakopfluss 9, 103, 171
Tatlow 109- 111, 172
The Mexican, Dampfschiff 158
Tjina, Frau von Gerrit Struys 109 - 111, 172
Tjoloweiss, Hottentottensoldat 85
Tom, Berg Damara 26, 28, 30, 45, 46, 67, 135
Tretow, Emil 75, 76, 168
Tsoabis, siehe Tsaobis
Tsaobis, Ortsname 107 - 109, 172
Ueyulu, Uukwanyama König 51 - 54, 163
Ugabfluss 97, 101
Ugamab, Jan, Topnaar Häuptling 82, 83, 91, 92, 170
Umbara, Berg Damara 141, 142, 146
Uukwambi, Ortsname 54,55, 164
Uukwanyama, Missionsstation bei 50, 51, 53, 54, 163
Vänersborg, Stadt 3, 5, 11, 154
Van der Keller 17, 160
Videgal, Portugiese 31
Walvis Bay, Stadt 6, 7, 9, 66, 73, 74, 82, 92, 106, 107, 139, 147, 150, 153
- 157, 166- 168, 170- 172, 174
Waterberg, Ortsname, siehe auch Otjozondjupa 67 - 69, 113, 166
Weyolo, Häuptling, siehe Ueyulu
Windhoek, Stadt 9, 75, 147, 149, 171, 172, 174
Zesfontein, siehe Sesfontein